Geographie Israels

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Physische Karte Israels

Der Staat Israel (hebräisch: Medinat Jisra'el) liegt in Vorderasien am Ostufer des Mittelmeers. Seine Südspitze grenzt an den Golf von Akaba des Roten Meeres. Israel hat vier Nachbarstaaten: im Norden den Libanon, im Nordosten Syrien, im Osten Jordanien und im Südwesten Ägypten. Das Staatsgebiet hat ohne die besetzten Gebiete eine Fläche von 22.380 km² und erstreckt sich von Süd nach Nord auf einer Länge von etwa 470 km.

Der Süden des Landes wird vom Negev eingenommen, einer etwa 12.000 km² großen Wüste, die sich bis zur Hafenstadt Eilat am Roten Meer erstreckt. Der Norden gliedert sich in drei Bereiche: Bergland, Jordangraben und Küstenebene. Das Bergland ist von Nord nach Süd in galiläisches, samaritisches und judäisches Bergland unterteilt.

Der fischreiche Süßwassersee See Genezareth hat eine Fläche von 166 km² und liegt über 200 m unter dem Meeresspiegel. Er wird vom Jordan, der ins Tote Meer mündet, in nordsüdlicher Richtung durchflossen. Der Fluss bildet die Grenze zu Jordanien. Der westlich des Flusses gelegene Teil – das Westjordanland – ist seit 1967 durch Israel besetzt. Die Küstenebene hat ihren zentralen Teil in der fruchtbaren Sharon, die sich nach Süden hin auf etwa 40 km verbreitert. Ein östlich davon gelegenes Hügelland namens Shefela leitet zum Bergland über. Größte Stadt des Landes und Hauptstadt ist Jerusalem mit rund 933.200 Einwohnern.

Fläche[Bearbeiten]

Satellitenbild Israels 2003

Israel umfasst (in den Waffenstillstandslinien von 1949, der so genannten „Grünen Linie“) eine Fläche von insgesamt 20.991 km². Durch das Jerusalemgesetz 1980 und die Annexion der Golanhöhen 1981 hat Israel aus israelischer Sicht eine Fläche von 22.380 km². Davon sind:

  • 3~6 % Wald
    Seit den 50er Jahren hat man in Israel mit der Anpflanzung von Wäldern begonnen. Insgesamt wurden bis jetzt mehr als 240 Millionen Bäume gepflanzt. Heute sind etwa 3 % der Fläche Israels (213.000 Hektar) bewaldet. Andere Schätzungen gehen bis zu 6 % aus.
  • 20,1 % Äcker und Felder
    Rund 20,1 % der Fläche des Landes wird als Ackerland oder Felder genutzt, besonders zum Anbau von Melonen, Tomaten, Gurken, Paprika, Erdbeeren, Kiwis, Mangos, Avocados und Zitrusfrüchten.
  • 50 % Wüste
    Etwa 50 % des Landes sind von Wüsten bedeckt, wobei die Negev-Wüste die größte Ausdehnung besitzt.
  • Gebirge
    Nur ein kleiner Teil des Landes befindet sich in den Gebirgsregionen des Hebrongebirges sowie des judäaischen und des galiläaischen Gebirges.

Grenzen[Bearbeiten]

Israel besitzt mit insgesamt vier Staaten eine gemeinsame Grenze, dazu kommt noch die Grenze zu den umstrittenen Palästinensischen Autonomiegebieten.

Es sind dies Grenzen zu:

Küstenebene[Bearbeiten]

Nördliche Küste

Israel besitzt eine Küste zum Mittelmeer mit einer Länge von rund 275 km, sowie eine Küste zum Roten Meer mit rund 15 km. Die einzige Stadt an dieser Küste ist Eilat, die südlichste Stadt Israels.

Gebirge[Bearbeiten]

Berg Hermon

Israel ist ein eher flaches Land. Der höchste Berg ist der Hermon mit einer Höhe von 2814 m. Südlich des Gipfels befindet sich der mit einer Höhe von 2224 m höchste Punkt in den von Israel kontrollierten Gebieten.[1]

Weitere hohe Berge sind:

Gewässer[Bearbeiten]

Der 322 km lange Jordan ist der längste Fluss des Landes. Er besteht aus den drei Quellflüssen im Norden Israels: Dan, Hazbani und der Banyas-Quelle. Der Jordan erreicht, nachdem er die Huleebene durchflossen hat, den 165 km² großen See Genezareth. Der See ist mit einem Volumen von 3 km³ Israels wichtigstes Wasserreservoir. Der Jordan tritt im Süden des Sees wieder aus und mündet in das abflusslose und sehr salzhaltige Tote Meer. Das 1020 km² große Tote Meer stellt mit -427 m den tiefsten Punkt der Erde dar. Im Süden des Toten Meeres setzt sich der Grabenbruch in der Arava-Senke (Grenze zu Jordanien) zum Golf von Akaba fort.

Klima[Bearbeiten]

Schnee in Jerusalem

Isr​aels mildes Klima zeichnet sich durch sehr viel Sonnenschein aus; Regen fällt nur in den Monaten November bis April. Der Gesamtniederschlag im Jahr beträgt 500-750 mm im Norden und ungefähr 30 mm in den südlichen Wüstengebieten. Regional variieren die klimatischen Bedingungen beträchtlich: heiße, feuchte Sommer und milde, nasse Winter in der Küstenebene, trockene, angenehm warme Sommer und mäßig kalte Winter mit Regen und gelegentlichem Schneefall in den gebirgigen Gebieten, heiße, trockene Sommer und milde Winter im Jordantal und ein ganzjähriges halbtrockenes Klima mit warmen bis heißen Tagen und kühlen Nächten im Süden.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flora und Fauna Israels

Die Lage Israels am Schnittpunkt dreier Kontinente spiegelt sich in der reichen Vielfalt seiner Pflanzen- und Tierwelt sowie in der verschiedenartigen Topographie und den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen wider. Mehr als 500 Vogelarten, etwa 100 Arten von Säugetieren und 90 Arten von Reptilien sowie ca. 3000 Pflanzenarten, von denen über 150 ausschließlich in Israel beheimatet sind, findet man innerhalb der Grenzen des Landes. Es gibt rund 150 Naturschutzgebiete und 65 Nationalparks, die insgesamt 1000 km² umfassen, und mehrere Hundert weiterer Anlagen befinden sich im Planungsstadium.

Inseln[Bearbeiten]

Israel besitzt in seinen Hoheitsgewässern keine Inseln. Die israelische Regierung plant aber die Errichtung künstlicher Inseln im Mittelmeer und einer Insel-Stadt im Roten Meer. Diese Inseln sollten als Wohnraum, militärisches Gelände oder für Flughäfen genutzt werden.[2]

Bodenschätze[Bearbeiten]

Israel ist bei fossilen Energieträgern (Rohöl, Erdgas, Kohle) von Importen abhängig. Im Land gibt es jedoch geringe Mengen von Erdöl, Phosphaten, Pottasche und Kaolin.[3] Ob Israel Edelmetalle und Edelsteine als weitere Bodenschätze besitzt, ist unbekannt. Es werden aber große Goldvorkommen vermutet. Bei Erdgas deutet sich ein Wandel bezüglich der Importabhängigkeit an, seit vor der Mittelmeer-Küste vier Lagerstätten entdeckt wurden.[4] Vom Gasfeld „Tamar“, das etwa 90 Kilometer vor Haifa liegt, fördert Israel seit 2014 Erdgas, welches zur Weiterverarbeitung in die südisraelische Stadt Aschdod geleitet wird.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • An Empire in the Holy Land: Historische Geographie der British Administration in Palästina, 1917–1929, Gideon Biger, 1994, Seite 40–41.
  • Mahler, Gregory S. Politics and Government in Israel: The Maturation of a Modern State. Rowman & Littlefield. Seite 229.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Geographie Israels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Israel at 65: A statistical glimpse. Israel Ministry of Foreign Affairs, 1. April 2013, abgerufen am 8. Juli 2014 (englisch).
  2. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4243546,00.html
  3. Rohstoffe Israels auf schatzwert.de
  4. Hans-Christian Rößler: Plötzlich ein Gasexporteur., faz.net, 20. Mai 2014, abgerufen am 20. Mai 2014.
  5. Israel ist jetzt Erdgasnation auf www.taz.de 2014