Geometrisches Mittel
Das geometrische Mittel ist ein Mittelwert; es ist in der Statistik ein geeignetes Mittelmaß für Größen, von denen das Produkt anstelle der Summe interpretierbar ist, z. B. von Verhältnissen oder Wachstumsraten.
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[Bearbeiten] Definition
Das geometrische Mittel der
Zahlen
ist gegeben durch die
-te Wurzel des Produkts der
Zahlen:
[Bearbeiten] Eigenschaften
Im Gegensatz zum arithmetischen Mittel ist das geometrische Mittel nur für nichtnegative Zahlen
definiert und meistens nur für echt positive reelle Zahlen sinnvoll, denn wenn ein Faktor gleich null ist, ist schon das ganze Produkt gleich null. Für komplexe Zahlen wird es nicht eingesetzt, da die komplexen Wurzeln mehrdeutig sind.
Die Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel besagt, dass das geometrische Mittel nie größer als das arithmetische Mittel ist. Äquivalent dazu gilt:
das heißt der Logarithmus des geometrischen Mittels ist das arithmetische Mittel der Logarithmen, wobei die Basis des Logarithmus beliebig gewählt werden darf, aber auf beiden Seiten die gleiche sein muss.
Analog zum gewichteten arithmetischen Mittel lässt sich ein mit den Gewichten
gewichtetes geometrisches Mittel definieren:
wobei
. Das arithmetisch-geometrische Mittel ist eine Zahl, die zwischen dem arithmetischen und geometrischen Mittel liegt.
Außerdem gilt für
und 
mit dem arithmetischen und dem harmonischen Mittel.
[Bearbeiten] Anwendungsbeispiele
- Das geometrische Mittel zweier Werte
ist
, z.B. von
und
:
. - Das Mittel aus einer Verdopplung und nachfolgender Verachtfachung einer Bakterienkultur ist eine Vervierfachung (nicht eine Vermehrung um den Faktor 5).
- Ein Guthaben
wird im ersten Jahr mit zwei Prozent, im zweiten Jahr mit sieben und im dritten Jahr mit fünf Prozent verzinst. Welcher über die drei Jahre konstante Zinssatz
hätte zum Schluss das gleiche Kapital ergeben?
Guthaben
am Ende des dritten Jahres:
oder mit Zinsfaktoren geschrieben
Mit konstantem Zinssatz
und zugehörigen Zinsfaktor
ergibt sich am Ende ein Guthaben von
Mit
ergibt sich
und damit berechnet sich der durchschnittliche Zinsfaktor
zu
Der durchschnittliche Zinssatz beträgt also ca.
. Allgemein berechnet sich der durchschnittliche Zinsfaktor also aus dem geometrischen Mittel der Zinsfaktoren der einzelnen Jahre. Wegen der Ungleichung vom arithmetischen und geometrischen Mittel ist der durchschnittliche Zinssatz kleiner oder bestenfalls gleich dem arithmetischen Mittel der Zinssätze, welches in diesem Beispiel
beträgt.
[Bearbeiten] Geometrische Interpretation
Das geometrische Mittel zweier Zahlen
und
liefert die Seitenlänge eines Quadrates, das den gleichen Flächeninhalt hat wie das Rechteck mit den Seitenlängen
und
. Diese Tatsache wird durch die geometrische Quadratur des Rechtecks veranschaulicht.
Genauso entspricht das geometrische Mittel bei drei Zahlen der Seitenlänge eines Würfels, der volumengleich ist zu dem Quader mit den drei Seitenlängen, und entsprechend im
-dimensionalen bei
Zahlen den Seitenlängen von Hyperwürfeln.
[Bearbeiten] Weblinks
- Eric W. Weisstein: Geometric Mean. In: MathWorld. (englisch)
- Berechnen des geometrischen Mittels zweier Zahlen im Vergleich zum arithmetischen Mittel
![G(x_1,x_2\ldots,x_n)= \bar{x}_\mathrm{geom} = \sqrt[n]{\prod_{i=1}^n{x_i}} = \sqrt[n]{x_1 \cdot x_2 \cdot \ldots \cdot x_n}](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/9/c/1/9c10d212b8351937972f5e1b919d897f.png)

![\bar{x}_\mathrm{geom} = \sqrt[w]{\prod_{i=1}^n x_i^{w_i}}](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/1/5/1/15172056ee94e1607fc2c570a3814eb3.png)

ist
, z.B. von
und
:
.
wird im ersten Jahr mit zwei Prozent, im zweiten Jahr mit sieben und im dritten Jahr mit fünf Prozent verzinst. Welcher über die drei Jahre konstante 



![1+p=\sqrt[3]{1{,}02 \cdot 1{,}07 \cdot 1{,}05}\approx 1{,}04646](http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/math/f/9/0/f90aa86f1c878aa7fd47dfb7d7923b7e.png)