Georg Anton Benda

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträt von Georg Anton Benda
Benda Geburtshaus

Georg Anton Benda (auch Jiří Antonín; getauft 30. Juni 1722 in Alt-Benatek an der Iser, Böhmen; † 6. November 1795 in Köstritz) war ein böhmischer Kapellmeister und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Benda war der dritte Sohn von Johann Georg Benda und Dorothea Brixi. Sein älterer Bruder war der Komponist Franz Benda. 1735 war er im Piaristen-Kolleg in Kosmanos bei Jung-Bunzlau und von 1739 bis 1742 Seminarist im Jesuiten-Kolleg in Jičín. Als Benda 1742 von Friedrich II. auf Empfehlung seines Bruders Franz mit seiner Familie nach Potsdam geholt wurde, begann er dort mit zwanzig Jahren seine musikalische Karriere. Er bekam eine Anstellung als Violinist im königlichen Orchester. Nebenbei lernte er auch das Klavier- und Oboespielen.

1750 wurde er Hofkapellmeister des Herzogs Friedrich III. von Sachsen-Gotha (1699–1772) und erwarb 1770 den Titel des Kapelldirektors. Dieses Amt hatte er bis 1778 inne. In den Jahren 1765/66 unternahm Benda mit einem Stipendium seines Dienstherrn eine sechsmonatige Studienreise durch Italien. Auch Hamburg und Wien besuchte er zum Zwecke der Weiterbildung.

Mit 57 Jahren ging er 1779 in Pension und ließ sich in Georgenthal bei Gotha nieder. Später zog er nach Ohrdruf. Seine letzten Jahre verbrachte er in Köstritz, wo er im Alter von 73 Jahren am 6. November 1795 starb.

Der Komponist Friedrich Ludwig Benda, der Berliner Violinist Heinrich Benda, die Schauspielerin und Sängerin Catharina Justina (Justel) Benda (Zimdar/Blanchard), der Weimarer Sänger und Schauspieler Hermann Christian Benda, sowie der Berliner Hofschauspieler und Sänger Carl Ernst Eberhard Benda waren seine Kinder.

Georg Benda hatte insbesondere mit einer Sonderform des musikalischen Bühnenwerkesgroße Erfolge, dem Melodram. Im Jahre 1774 erreichte die Schauspieltruppe des Schweizers Abel Seyler Gotha. Für sie schrieb Benda die sehr erfolgreichen Melodrame Ariadne auf Naxos, Medea und Pygmalion. Mozart, Ludwig van Beethoven und Carl Maria von Weber bewunderten diese Werke sehr und ließen sich von ihnen inspirieren (Mozarts "Zaide"-Fragment, Beethovens Kerkerszene in "Fidelio", von Webers Wolfschluchtszene in "Freischütz").

2002 wurden etliche Musikstücke aus Bendas Singspiel Der Dorfjahrmarkt als Filmmusik für den Spielfilm „Vive la joie! – Barockfest am Gothaer Hof“ verwendet, der zu jener Zeit spielt, als Benda Hofkapellmeister Herzog Friedrichs III. von Sachsen-Gotha war.

Außerdem schuf Benda viele Instrumentalwerke. Das Landessinfonieorchester Thüringen-Gotha spielte Werke Bendas für CD-Veröffentlichungen ein.

Werke[Bearbeiten]

  • Ariadne auf Naxos (1775), Melodram
  • Der Dorfjahrmarkt (1775), Oper in einem Akt
  • Il buon marito (Der gute Ehemann), (1766), Intermezzo in zwei Akten
  • Der Holzhauer (1778)
  • Julie und Romeo (1776), Oper
  • Medea (1775), Melodram
  • Pygmalion (1779), Melodram
  • Das tartarische Gesetz (1780)
  • Walder (1776)
  • Kirchenmusik
  • Gesangswerke
  • Cembalo-Sonaten
  • 30 Symphonien
  • 10 Cembalo-Konzerte
  • 11 Violin-Konzerte

Späte Funde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jiří Antonín Benda/Georg Anton Benda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


http://www.saw-leipzig.de/aktuelles/autographe-benda-kantaten-in-gotha-identifiziert/?searchterm=enßlin</ref>