Georg August Wagner

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Georg August Wagner.jpg

Georg August Wagner (* 23. September 1873 in Prag; † 15. August 1947 in Garmisch-Partenkirchen[1]) war ein deutscher Gynäkologe und Geburtshelfer.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Wagner begann sein Studium der Medizin in Prag und übersiedelte auf Wunsch seiner Eltern nach Graz um dort sein Studium fortzusetzen. Wagner war, wie auch zuvor schon in Prag als Mitglied des dortigen Vereines vom neuen Fußballspiel, welches mit den dort festgelegten Regeln aus England kam, sehr begeistert und gründete die ersten Fußballvereinigung in Graz, dessen Kapitän er bis zum Abschluss seines Studiums war.[2] Diese organisierte das erste Fußballspiel in Österreich, welches am 18. März 1894 auf einer Wiese im Grazer Stadtpark stattfand.

Georg August Wagner wurde am 18. März 1901[3] zum Dr. med. promoviert. Seine Lehrer waren Ernst Wertheim und Rudolf Chrobak. Er habilitierte sich an der Universität Wien für Gynäkologie und Geburtshilfe. 1917 wurde Wagner als ordentlicher Professor der Gynäkologie an die Karl-Ferdinands-Universität Prag berufen. 1923 wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und wurde Direktor der Charité-Frauenklinik. Mit einem Brief samt Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten vom 31. Januar 1931 bewarb sich Georg August Wagner um die Nachfolge des verstorbenen Heinrich von Peham an der Universität Wien.[4] Er wurde jedoch abgelehnt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden an Wagners Klinik Röntgen- und Radiumkastrationen durchgeführt.[5] Wagner selbst war unter anderem behandelnder Arzt von Margret Speer, sowie der Frauen von Theo Morell und Rüdiger von der Goltz.[6] Von 1935 bis 1937 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und organisierte deren Kongress 1937 in Berlin. Die Gesellschaft ernannte ihn später zum Ehrenmitglied. 1936 wurde Georg August Wagner Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Georg August Wagner leitete die II. Universitäts-Frauenklinik in Berlin bis 1945. Danach wurde sie kommissarisch von Carl Kaufmann geleitet. Wagner zog nach Süddeutschland und starb 1947 im Alter von 73 Jahren.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Georg August Wagner: Beiträge zur Frage der Herkunft des Fruchtwassers: Aus der II. K. K. Univ.-Frauenklinik in Wien. Mit pathologisch-anatomischen, experimentellen und klinischen Untersuchungen über die Funktion der fötalen Nieren. Deuticke, Leipzig-Wien 1913

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wagner, Georg August im Archiv der Universität Wien
  2. KLINOPTIKUM, Ausgabe 10, 2008
  3. KLINOPTIKUM, Ausgabe 10, 2008
  4. Verzeichnis der Unterlagen zur Neubesetzung der Stelle nach dem Ableben Heinrich von Pehams im Archiv der Universität Wien
  5. Sigurd Schulze: Die Charité in der Nazizeit. online
  6. Henrik Eberle, Rossiĭskiĭ gosudarstvennyĭ voennyĭ arkhiv: Briefe an Hitler: ein Volk schreibt seinem Führer: unbekannte Dokumente aus Moskauer Archiven zum ersten Mal veröffentlicht. BASTEI LÜBBE, 2007, ISBN 3785723105