Georg Beseler

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Karl Georg Christoph Beseler im Jahre 1846

(Carl) Georg (Christoph) Beseler (* 2. November 1809 in Rödemis[1]; † 28. August 1888 in Harzburg) war ein deutscher Jurist, Hochschullehrer, preußischer Politiker, königlich preußischer Geheimer Justizrat und Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Er entstammte einer Familie aus dem Herzogtum Schleswig. Sein älterer Bruder war Wilhelm Beseler.

Seine beiden Söhne wurden später geadelt. Max von Beseler wurde preußischer Justizminister. Hans von Beseler war lange Zeit für die Leitung des wilhelminischen Generalstabs vorgesehen und wurde im Ersten Weltkrieg Gouverneur des besetzten Polen. Seine Tochter Sophie heiratete den Juristen Hugo Helfritz, später Bürgermeister von Greifswald.

[Bearbeiten] Leben

Beseler studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Kiel und München. 1827 wurde er Mitglied der Alten Kieler Burschenschaft Germania.[2] 1833 wurde er Privatdozent in Kiel und aus politischen Gründen mit einem Vorlesungsverbot belegt. Anschließend arbeitete Beseler in Göttingen und lehrte als Privatdozent in Heidelberg. 1835 wurde Beseler Professor in Basel, 1837 in Rostock, 1842 in Greifswald und 1859 in Berlin.

Von Mai 1848 bis zum 20. Mai 1849 gehörte Beseler wie sein Bruder der Frankfurter Nationalversammlung als Abgeordneter für Wolgast an. Er zählte zu den führenden Mitgliedern der Casino-Fraktion und gehörte mehreren Ausschüssen, darunter dem Verfassungsausschuss und der Kaiserdeputation, an.

1849 bis 1852 und 1862 war Beseler Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. 1850 gehörte er dem Erfurter Unionsparlament an. 1874 bis 1877 war Beseler Mitglied des Reichstags. 1875 wurde er auf Präsentation der Friedrich-Wilhelms-Universität in das Preußische Herrenhaus berufen, dessen Vizepräsident er von 1882 bis 1887 war. Beseler wirkte intensiv an der Schaffung des Preußischen Strafgesetzbuches von 1851 sowie der Liberalisierung des Zivil- und Strafprozesses mit. Darüber hinaus war Beseler ab 1859 Mitglied in der Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin.

Bedeutender geistiger Schüler Beselers ist Otto von Gierke, der die Idee des Genossenschaftsrechts hin zum Sozialrecht entwickelte.

[Bearbeiten] Hauptwerke

  • Die dreibändige Lehre von den Erbverträgen (1835–1840) beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte und dem dogmatischen Hintergrund von Erbverträgen.
  • Mit Volksrecht und Juristenrecht (1843) stellte sich Beseler gegen Friedrich Carl von Savigny und die von ihm wesentlich geprägte historische Rechtsschule. Deren Dogma, dass allein der Jurist rechtsschöpfend tätig sein könne, widerlegte Beseler durch den Gedanken des Volksrechts in Form der Genossenschaftslehre.
  • Das dreibändige System des Gemeinen deutschen Privatrechts (1847–1855) schließlich bestärkte die Genossenschaftslehre und propagierte die Hinwendung zu nationalen und gewohnheitsrechtlichen Rechtsquellen.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Heute Stadtteil von Husum
  2. Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A-E. Heidelberg 1996, S. 90.
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