Georg Christian Oeder

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Edler v. Oeder (1728-91)
Aus der Flora Danica; handkolorierter Kupferstich, Folio-Format

Georg Christian von Oeder (* 3. Februar 1728 in Ansbach; † 28. Januar 1791 in Oldenburg (Oldenburg)) war ein deutscher Botaniker, Arzt und Sozialreformer. Besonders bekannt wurde er als Herausgeber der Flora Danica. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Oeder“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Oeder war der Sohn des Ansbacher Rektors und späteren Pfarrers in Feuchtwangen Georg Ludwig Oeder (1694-1760). Er studierte Medizin und ließ sich nach seiner Promotion an der Universität Göttingen zunächst als Arzt in Schleswig nieder. Als 23-Jähriger wurde er durch Johann Hartwig Ernst von Bernstorff nach Kopenhagen berufen. Eine Anstellung an der Universität scheiterte am Widerstand der Professoren. So erhielt Oeder eine königliche Professur und leitete ab 1752 den von ihm angelegten neuen Botanischen Garten[1], in dem Nutz- und Heilpflanzen angebaut werden sollten, unter anderem für die Apotheke des Frederikshospitals.

1753 begann er mit dem Projekt der Flora Danica, einem monumentalen botanischen Atlas der Flora Dänemarks, Norwegens und Islands, mit dessen Herausgabe er 1761 begann. Motivation und Zweck dieses Werkes war es, die Bedeutung des von ihm angelegten Botanischen Gartens heraus zu stellen und zu unterstreichen.[2] Im Zuge des Falls von Johann Friedrich Struensee verlor der deutsche Oeder 1771 seine Stellung in Kopenhagen und ging als Landvogt nach Oldenburg. Seine Flora Danica wurde von anderen Herausgebern weitergeführt.

Oeder war jedoch nicht nur als Botaniker aktiv. Seine sozialreformerische Schrift: Bedenken über die Frage: Wie dem Bauernstande Freyheit und Eigenthum in den Ländern, wo ihm beydes fehlet, verschaffet werden könne? von 1769 wurde zu einem Meilenstein der Bauernbefreiung.

Zwei Jahre vor seinem Tod erwarb er von Kaiser Joseph II. ein Adelspatent. Oeders Grabspruch auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg fasst seine Tätigkeitsbereiche zusammen:

„Daniens Blumen und Kräuter sammelt' und flocht er zum dauernden Kranz.
Sichre Pflege danken die Witwen ihm.
Ihn segnet der dänische Landmann, welchem sein kühner Ruf erster Bote der Freiheit ward.[3]

Familie[Bearbeiten]

Er heiratete 1755 Charlotte Hedwig Ericius (1728–1776), eine Tochter des dänischen Etatsrats Moritz Christian Ericius († 1753) und dessen Ehefrau Anna Magdalena Jonas. Die Ehe blieb kinderlos. Nach ihren Tod heirate er noch 1776 Catharina Gertrud Matthiesen (1755–1807), sie war die Tochter des Großkaufmanns und dänischen Justizrats Conrad Matthiesen (1723–1789) und dessen Ehefrau Agneta Gertrud Fleischer (1728–1795). Das Paar hatte zwei Söhne und eine Tochter. Der spätere oldenburgische Landvogt Conrad Johann von Oeder (1779–1836) war sein Sohn.

Ehrentaxa[Bearbeiten]

Die Pflanzengattung Oedera L. wurde nach ihm benannt.[4] Ferner wurden mehrere Pflanzenarten nach ihm benannt: Das Bunte Läusekraut erhielt ihm zu Ehren von Martin Vahl den wissenschaftlichen Namen Pedicularis oederi. Carex oederi bezeichnet eine Gelb-Seggen-Art, Bartramia oederi eine Bartramiaceae-Art, und Plagiopus oederi ist ein Krummfußmoos.

Werke[Bearbeiten]

  • Nachricht von der Ausgabe eines Werkes, Flora Danica genannt, mit einer Probe-Platte von der Pflanze: Rubus Chamæmorus. Kopenhagen: Philibert 1761
  • Elementa botanicae./ Einleitung zu der Kräuterkenntniss 2 Teilbände in 1 Band. Kopenhagen: Philibert 1764-66. Mit 14 Kupfertafeln
  • Nomenclator botanicus zum Gebrauche bey der Flora Danica. Kopenhagen: Heineck und Faber, 1769
  • Verzeichniss zur der Flora Danica gehörigen, in den Königreichen Dännemark und Norwegen, in den Herzogthümern Schleswig und Holstein, und in den Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst wildwachsenden Kräuter Kopenhagen 1770
  • Bedenken über die Frage: Wie dem Bauernstande Freyheit und Eigenthum in den Ländern, wo ihm beydes fehlet, verschaffet werden könne? Leipzig und Frankfurt 1769

dazu:

    • Bedenken und Zusätze; von neuem aufgelegt sammt Zulagen. Altona, 1786.
  • Raisonnemens über Wittwen-Cassen. Kopenhagen: Stein, 1771
  • Antwort auf J. C. Fabricius Zudringlichkeit in seiner Schrift über die Volks-Vermehrung in Dännemark. 1781
  • Appell an das dänische Publicum. Oct. 1786. 1786

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. da:Botanisk Have (København); es handelte sich um den zweiten von vier botanischen Gärten der Universität Kopenhagen in Folge bis heute, nördlich des Frederikshospitals und geteilt durch die Straße Amaliegade. Der erste Botanische Garten in Kopenhagen ging auf das Jahr 1600 zurück
  2. Website des Botanisk Have zur Geschichte des Gartens (engl.)
  3. zitiert nach ADB 24, S.149
  4.  Robert Zander, Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold (Hrsg.): Handwörterbuch der Pflanzennamen. 13. Auflage. Ulmer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Weblinks[Bearbeiten]