Georg Elser

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Zitat Elser: „Ich hab den Krieg verhindern wollen“ – deutsche Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag von Georg Elser aus dem Jahr 2003

Johann Georg Elser (* 4. Januar 1903 in Hermaringen, Württemberg; † 9. April 1945 im KZ Dachau) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er verübte am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller ein Bombenattentat auf Adolf Hitler und weitere Mitglieder der NS-Führung, für das er kurz vor Kriegsende auf Hitlers Befehl hin ermordet wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

[Bearbeiten] Ausbildung und Berufstätigkeiten

Georg Elser wurde als eines von sechs Kindern eines Holzhändlers und Landwirts am 4. Januar 1903 in Hermaringen/Württemberg geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Königsbronn 1910 bis 1917 begann er eine Lehre als Dreher in den ehemaligen Königlichen Hüttenwerken Königsbronn, die er jedoch zwei Jahre später aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste. So begann er 1919 eine Lehre als Schreiner. Nach Bestehen der Gesellenprüfung als Jahrgangsbester 1922 arbeitete er bis 1925 in verschiedenen Schreinereien in Königsbronn, Aalen und Heidenheim als Bau- und Möbeltischler.

Von 1925 bis 1929 war er in einer Konstanzer Uhrenfabrik angestellt, wo er auch Kenntnisse erwarb, die es ihm später möglich machten, den ausgeklügelten Zeitzünder für seine Bombe zu konstruieren. 1926 trat Georg Elser in den Trachtenverein „Oberrheintaler“ in Konstanz ein und kaufte sich eine Zither; er wurde Mitglied im Zitherclub Konstanz. Zudem war er Mitglied der Konstanzer Naturfreunde, an deren Veranstaltungen er häufig teilnahm. Obwohl eher ein Einzelgänger, war er wegen seiner korrekten Arbeitsweise und seiner freundlichen Art geschätzt und gern gesehen.

In den Jahren 1928 und 1929 war er Mitglied im Roten Frontkämpferbund, der Kampforganisation der KPD. Wie stark seine kommunistische Orientierung und sein Engagement innerhalb der KPD und ihrer Organisationen tatsächlich war, ist bisher nicht widerspruchsfrei rekonstruiert.[1]

Von 1929 bis 1932 arbeitete er in der Schweiz als Schreiner. Nach seiner Rückkehr nach Konstanz war er im elterlichen Betrieb beschäftigt. Ab 1936 war er Hilfsarbeiter in einer Heidenheimer Armaturenfabrik. Durch seinen Arbeitsplatz erlangte er Kenntnis von den massiven Aufrüstungsanstrengungen des NS-Regimes.

[Bearbeiten] Anschlag

Elser war früh entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Er verweigerte nach 1933 den Hitlergruß und beachtete Hitlers Auftritte und zahlreiche Reden über den Volksempfänger nicht. In der frühen Phase war der Hauptgrund seiner Abneigung, wie er in einem späteren Gestapo-Verhör angab, die Verschlechterung der Lebensbedingungen nach 1933:[2]

„So z. B. habe ich festgestellt, dass die Löhne niedriger und die Abzüge höher wurden. [...] Der Stundenlohn eines Schreiners hat im Jahr 1929 eine Reichsmark betragen, heute wird nur noch ein Stundenlohn von 68 Pfennigen bezahlt. [...] Der Arbeiter kann z. B. seinen Arbeitsplatz nicht mehr wechseln, wie er will; er ist heute durch die HJ nicht mehr Herr seiner Kinder.“

Etwa ab 1937 prägte ein anderes Motiv seine Abneigung. Elser erkannte die Kriegsvorbereitungen und das Nachgeben der Westmächte bezüglich territorialer Forderungen des Deutschen Reichs:

„Die von mir angestellten Betrachtungen zeitigten das Ergebnis, dass die Verhältnisse in Deutschland nur durch eine Beseitigung der augenblicklichen Führung geändert werden könnten. Unter der Führung verstand ich die ‚Obersten‘, ich meine damit Hitler, Göring und Goebbels. Durch meine Überlegungen kam ich zu der Überzeugung, dass durch die Beseitigung dieser 3 Männer andere Männer an die Regierung kommen, die an das Ausland keine untragbaren Forderungen stellen, ‚die kein fremdes Land einbeziehen wollen‘ und die für eine Verbesserung der sozialen Verhältnisse der Arbeiterschaft Sorge tragen werden.“

Gestapo-Protokoll vom November 1939

Nach dem Münchner Abkommen vom 30. September 1938 war Elser endgültig davon überzeugt, dass Hitler auf einen neuen Krieg zusteuerte und nur noch sein Tod größeres Unheil von Deutschland abwenden könne.

Nun begann er, einen Bombenanschlag zu planen. Da Hitler bekanntlich abends vor jedem Jahrestag seines gescheiterten Putschversuchs vom 9. November 1923 im Münchner Bürgerbräukeller eine Rede hielt, beschloss Elser, in die Säule direkt hinter dem Rednerpult eine Zeitbombe einzubauen. Er heuerte zunächst als Arbeiter in einem Steinbruch an, um sich auf diese Weise Sprengstoff zu besorgen. Im Sommer 1939 zog er nach München und mietete dort eine kleine Werkstatt. Den Nachbarn gegenüber gab er sich als Erfinder aus und konnte so unauffällig einen raffinierten Zeitzünder konstruieren.

Ab Ende August 1939 suchte Elser den Bürgerbräukeller jeden Abend auf, nahm dort zunächst eine einfache Arbeitermahlzeit für 60 Pfennige zu sich und wartete eine günstige Gelegenheit ab, um sich unbemerkt in der Besenkammer zu verstecken. Dort verharrte er noch mehrere Stunden, bis das Gasthaus abgeschlossen wurde. Insgesamt 30 Nächte lang höhlte er dann in mühevoller, riskanter Kleinarbeit eine Säule aus, um die Bombe mit Zeitzünder darin zu deponieren. Die anfallenden Späne versteckte er in einem zusammengerollten Teppich.

Am 8. November 1939 explodierte die Bombe exakt zu der von Elser vorgesehenen Zeit um 21:20 Uhr. Das Attentat misslang jedoch, da Hitler wegen schlechten Wetters nicht mit dem Flugzeug, sondern mit der Reichsbahn zurück nach Berlin fahren musste. Er redete deshalb viel kürzer als sonst und verließ den Saal 13 Minuten bevor der Sprengsatz explodierte. Dieser verwüstete den Saal, tötete acht und verletzte 63 Besucher, davon 16 schwer. Unter den Toten waren sieben Mitglieder der NSDAP.

[Bearbeiten] Festnahme, Verhör, Suche nach Hintermännern

Besprechung der bisherigen Ermittlungsergebnisse zum Bombenanschlag im Bürgerbräukeller

Elser wurde zufällig gegen 20:45 Uhr bei dem Versuch, in die Schweiz zu fliehen, noch auf deutscher Seite vom Zollgrenzschutz in Konstanz festgenommen[3] und in München und Berlin von der Gestapo verhört. Dabei gestand er die Tat.

Am 22. November 1939 informierte die deutsche Presse über den inzwischen überführten Täter[4] und stellte eine in Wirklichkeit nicht existierende Verbindung zum Venlo-Zwischenfall her, bei dem zwei britische Geheimdienstoffiziere an der niederländischen Grenze nach Deutschland entführt worden waren.

Man vermutete Hintermänner seines Attentats und wollte Angaben Elsers dazu erhalten. Der notwendige logistische Aufwand für das Attentat schien für einen Einzelnen undurchführbar. Walter Schellenberg berichtet in seinen Memoiren, dass Hitler von Reinhard Heydrich verlangte[5]:

„Ich möchte wissen, um was für einen Typ es sich bei diesem Elser handelt. Man muss den Mann doch irgendwie klassifizieren können. Berichten Sie mir darüber. Im übrigen wenden Sie alle Mittel an, um diesen Verbrecher zum Reden zu bringen. Lassen Sie ihn hypnotisieren, geben Sie ihm Drogen; machen Sie Gebrauch von allem, was unsere heutige Wissenschaft in dieser Richtung erprobt hat. Ich will wissen, wer die Anstifter sind, ich will wissen, wer dahintersteckt.“

Der damals bekannte Psychiater Oswald Bumke wurde zu Elser geschickt, um ihn und seine Motivation zu begutachten.[6] Elsers Aussagen in seinen Verhören wurden strikt geheim gehalten. Goebbels wollte Elsers Tat als Aktion des britischen Geheimdienstes in Zusammenarbeit mit dem damals in der Schweiz lebenden Otto Strasser ausgeben. Diese Verbindungen sollte ein späterer Schauprozess „beweisen“.

[Bearbeiten] Internationale Reaktionen

Am 11. November 1939 drückte die Sowjetregierung dem deutschen Botschafter Friedrich-Werner von der Schulenburg „ihr Bedauern und ihre Entrüstung über den ruchlosen Anschlag von München, ihre Freude über die glückliche Errettung Adolf Hitlers aus der Lebensgefahr und ihr Beileid für die Opfer des Attentats“ aus.[7]

Regimegegner im In- und Ausland waren ähnlich wie beim Reichstagsbrand überzeugt, die Nationalsozialisten selbst hätten das Attentat organisiert, um den Glauben an den von der „Vorsehung“ beschützten Führer zu stärken.

[Bearbeiten] Haftzeit und Ermordung

Elser wurde zunächst als „Sonderhäftling des Führers“ im KZ Sachsenhausen, später im KZ Dachau unter dem Decknamen Eller gefangen gehalten. Nach dem „Endsieg“ sollte er in einem Schauprozess abgeurteilt werden.

Am 5. April 1945 erschien SS-Obergruppenführer Ernst Kaltenbrunner, Chef der Sicherheitspolizei und des SD im Führerbunker und berichtete Hitler über die polizeiliche Sicherheitslage. Hitler ordnete dabei die Hinrichtung von Admiral Wilhelm Canaris und des „besonderen Schutzhäftlings” Georg Elser an. Der Chef der Gestapo, SS-Gruppenführer Heinrich Müller, übermittelte den Auftrag am selben Tag dem Kommandanten des KZ Dachau, Obersturmbannführer Eduard Weiter[8]:

„Folgende Weisung ist ergangen: Bei einem der nächsten Terrorangriffe auf München bzw. auf die Umgebung von Dachau ist angeblich ‚Eller‘ tödlich verunglückt. Ich bitte, zu diesem Zweck ‚Eller‘ in absolut unauffälliger Weise nach Eintritt einer solchen Situation zu liquidieren. Ich bitte besorgt zu sein, dass darüber nur ganz wenige Personen, die ganz besonders zu verpflichten sind, Kenntnis erhalten. Die Vollzugsanzeige hierüber würde dann etwa an mich lauten: ,Am … anlässlich des Terrorangriffs auf … wurde u.a. der Schutzhäftling ‚Eller‘ tödlich verletzt“

Der SS-Oberscharführer Theodor Bongartz ermordete Georg Elser am 9. April 1945 gegen 23:00 Uhr, wenige Wochen vor Kriegsende, in Dachau durch einen Genickschuss.[9]

[Bearbeiten] Nachwirkungen

[Bearbeiten] Historische Forschung

Infotafel, im Gasteig, wenige Meter von der Attentatsstelle entfernt

Nach dem Krieg verbreitete der als Vertreter der Bekennenden Kirche im KZ Sachsenhausen inhaftierte Martin Niemöller und später auch der KZ-Aufseher Walter Usslepp das Gerücht, Elser sei SS-Unterscharführer (Unteroffizier) gewesen.[10] Der britische Agent des Secret Intelligence Service (SIS) Sigismund Payne Best behauptete, von Elser selbst erfahren zu haben, dieser sei vor dem Attentat im KZ Dachau eingesessen und dort für die Tat angeworben worden. Historiker weigerten sich lange Zeit beharrlich, sich mit Elser als Widerständler zu beschäftigen, weil sich das Gerücht hielt, er sei eine Marionette der Nationalsozialisten gewesen. Seine Familie wurde geschmäht und erhielt keine Haftentschädigung.[11]

1959 stellte der Journalist und Historiker Günter Peis sich mit seiner achtteiligen Reportage Zieh′ dich aus, Georg Elser! gegen die damals herrschende Meinung der Geschichtsforschung.[12] Mit systematischen Befragungen von Zeitzeugen kam er zum Ergebnis, dass Elser ein Einzeltäter war.

1964 entdeckte der Historiker Lothar Gruchmann die vollständigen, aus 203 Seiten bestehenden Protokolle der Gestapo von den Verhören Elsers.[13] Sie sind die wichtigste historische Quelle zu ihm, da sie der offiziellen NS-Propaganda widersprachen, sich aber mit Zeugenaussagen von Elsers Verwandten und Freunden deckten. Auf dieser Grundlage konnten Gruchmann und Anton Hoch die Alleintäterschaft Elsers endgültig nachweisen. Sämtliche dokumentierten Gerüchte über seine angeblichen Drahtzieher – darunter der britische SIS, Otto Strasser, die Nationalsozialisten selbst, der Schweizer Karl Kuch, eine kommunistische Troika oder der polnische Untergrund in Kooperation mit der Londoner Exil-SPD und weitere – sind damit widerlegt.[14]

[Bearbeiten] Nachkriegsprozess

1954 kam es vor dem Landgericht München II zu einem nachträglichen Prozess gegen Bongartz, der am 15. Mai 1945 in Kriegsgefangenschaft gestorben war. Auch weitere mögliche Augenzeugen wie Friedrich Wilhelm Ruppert, Dr. Hans Eisele und Franz Böttger waren für die Aufarbeitung des Falles nicht verfügbar. Dennoch sah Untersuchungsrichter Dr. Michael Naaff es am 8. November 1954 als erwiesen an, dass Bongartz die Tat begangen hatte.[15]

[Bearbeiten] Verfilmungen

Georg Elsers Tat wurde 1969 auf der Basis der Verhörprotokolle in dem Dokudrama Der Attentäter von Rainer Erler und Hans Gottschalk verfilmt; der Film wurde mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. 1989 kam der Spielfilm Georg Elser – Einer aus Deutschland in die Kinos. Regie führte Klaus Maria Brandauer, der auch die Titelrolle übernahm. Dieser Film entsprach nicht dem Ablauf vor und nach der Tat am 8. November 1939, da Brandauer aus dramaturgischen Gründen einen fiktiven Gegenspieler auftreten ließ und Elser eine Beziehung mit einer Kellnerin des Bürgerbräukellers andichtete.

[Bearbeiten] Gedenken und Kritik

Gedenktafel für Georg Elser in Königsbronn
Straßenschild Georg-Elser-Platz in München
Gedenkplatte an der Stelle des Attentats im ehemaligen Bürgerbräu

Im Gegensatz zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde Georg Elser in der offiziellen Gedenkkultur der Bundesrepublik bis in die 1990er Jahre kaum gewürdigt.[10] Rolf Hochhuth beklagte dies in einem Gedicht über Elser:

„Nach drei Jahrzehnten nennt sein Heimatdorf
nach Johann Georg Elser eine Straße
– doch keine deutsche Stadt, nicht eine.“

Rolf Hochhuth: Johann Georg Elser[16]

1985 benannte Burgdorf bei Hannover als erste Stadt eine Straße nach Elser.[17] Seit 1988 hat der Georg-Elser-Arbeitskreis in Heidenheim an der Brenz eine Georg-Elser-Landkarte erstellt. Sie zeigt Orte, in denen er lebte, und heutige Gedenkorte, Straßen, Schulen und Wege, die nach ihm benannt worden sind.[18] 70 Jahre nach dem Attentat sind 36 Straßen und Plätze in Deutschland nach Elser benannt.[19]

Georg Elser

In Königsbronn wurde Anfang der 1990er Jahre eine Erinnerungs- und Forschungsstätte für Elser eingerichtet und eine Schule nach ihm benannt. Als Durchbruch zu einer positiven Sichtweise auf Elser gilt die Biographie, die Hellmut G. Haasis 1999 erstmals veröffentlichte.[20][10]

In München wurden die im Sommer 2008 abgerissenen Georg-Elser-Hallen in der Rosenheimer Straße 134 nach ihm benannt. Seit 2001 wird alle zwei Jahre der Georg-Elser-Preis für Zivilcourage verliehen. Anlässlich seines 100. Geburtstags gab die Deutsche Post im Januar 2003 eine Sondermarke heraus.

Der Chemnitzer Politologe Lothar Fritze, Mitarbeiter des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT), sprach 1998 in seiner Antrittsvorlesung Elser das moralische Recht ab, als Schreiner und Einzelgänger ein Attentat auf Hitler zu verüben und dabei den Tod von Unschuldigen in Kauf zu nehmen. Die Frankfurter Rundschau veröffentlichte Fritzes Thesen am 8. November 1999. Uwe Backes, stellvertretender Leiter des Instituts, und der Politologe Eckhard Jesse unterstützten Fritze. Das löste Ende 1999 einen heftigen Streit im HAIT und in der Öffentlichkeit aus. Der US-amerikanische Historiker Saul Friedländer verließ wegen des Streits den HAIT-Beirat.[21]

Fassadeninstallation, Gebäudeschild
Gedenkplatte in München, Gasteig

Zum 50. Jahrestag am 9. November 1989 wurde in München an der historischen Stelle des Anschlags – heute zwischen dem Gasteig und dem GEMA-Verwaltungsgebäude – eine Gedenkplatte in den Pflasterboden eingelassen. Wenige Meter davon entfernt informiert eine hintergrundbeleuchtete Infotafel im Gasteig über den Attentäter.

Seit 1997 trägt der Platz an der Türkenstraße 68 den Namen des Attentäters. 2009 wurde das umstrittene Elser-Denkmal „8. November 1939“ der Künstlerin Silke Wagner, eine Neonglas-Aluminium-Installation, an der Fassade der Grundschule an der Türkenstraße („Türkenschule“) eingeweiht.[22] Die Komposition bildet den Schriftzug „8. November“ in runder Form mit einem Durchmesser von 5,1 Metern; sie leuchtet täglich um 21:20 Uhr (der Uhrzeit des Attentats) für eine Minute auf. Die roten, strahlenförmig angeordneten Leuchtkörper stellen in abstrakter Form eine Bombenexplosion dar. Die Georg-Elser-Initiative München zog eine Spende von 5000 Euro zurück mit der Begründung, es handele sich um ein „inhaltsleeres Kunstprojekt“.[23] Zur Einweihung am 27. Oktober 2009 las Stefan Hunstein aus den Verhörprotokollen. Die Feier wurde durch Zwischenrufe von etwa 30 Neonazis gestört.[24]

Am 24. September 2008 ließ die Ernst Freiberger-Stiftung in Berlin eine Georg-Elser-Büste enthüllen.[25] Dies ist neben dem 1972 errichteten Gedenkstein in Heidenheim[26] und einer 2002 in Freiburg errichteten Elser-Gedenksäule[27] das dritte räumliche Denkmal für Elser.

Auf Initiative von Rolf Hochhuth wollte der Berliner Senat zum 70. Jahrestag des Attentats am 8. November 2009 ein weiteres Denkmal errichten, was jedoch nicht gelang.[28]Am 21. Januar 2010 wird ein deutschlandweiter Kunstwettbewerb für ein Denkmal des Berliner Senats eröffnet. Dieser soll im September 2010 abgeschlossen sein. Das geplante Denkmal soll auf dem Areal des ehemaligen Führerbunkers errichtet werden.[29] In Konstanz hat der Bildhauer Markus Daum zum 70. Jahrestag von Elsers Festnahme eine Elser-Büste geschaffen. Sie steht am Ort der Festnahme in der Schwedenschanze kurz vor der Schweizer Grenze.[30] In Königsbronn soll im April 2010 eine überlebensgroße Elser-Statue von Friedrich Frankowitsch eingeweiht werden.[31]

[Bearbeiten] Literatur

Autobiographisches
  • Johann Georg Elser; Lothar Gruchmann (Hrsg.): Autobiografie eines Attentäters. Der Anschlag auf Hitler im Bürgerbräu 1939. dva, Stuttgart 1989 (Erstausgabe 1970), ISBN 3-421-06519-5 (Aussage zum Sprengstoffanschlag im Bürgerbräukeller, München am 8. November 1939)..
Monographien
Sammelbände
Belletristik

[Bearbeiten] Filme

[Bearbeiten] Audio

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Georg Elser – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Biografie

Gedenken

Preis

[Bearbeiten] Einzelbelege

  1. Peter Koblank: Georg Elser und der Rote Frontkämpferbund - War der Bürgerbräuattentäter ein Kommunist?
  2. Zur NSDAP-Krise von 1934 (stagnierter Aufschwung, Fettkrise): Norbert Frei: Der Führerstaat. 6. Auflage. 2001, S. 9 ff. - Zu den Dienstgraden der Hitlerjugend, der Einbindung der HJ in das monströse NS-Ranggefüge und der Gewöhnung der Jugend an das Führerprinzip siehe Verlinkung.
  3. Bericht des Zollassistenten Xaver Rieger über die Festnahme Georg Elsers am 8. November 1939 gegen 20:45 Uhr in Konstanz - Quelle: Institut für Zeitgeschichte München, Aktenzeichen ZS/A-17 Bd. 5
  4. Presse-Berichterstattung am 22./23. November 1939
  5. Vgl. Schellenberg: Memoiren. Köln 1959, S. 92.
  6. Oswald Bumke: Es fehlte ihm nichts
  7. zitiert nach Gerd Kaiser: Katyn, Das Staatsverbrechen - das Staatsgeheimnis. Aufbau Taschenbuchverlag, Berlin 2002, ISBN 3746680786 (Zeittafel)
  8. Vgl. Haasis, S. 233.
  9. Zeugenaussage von Emil Mahl, ehemaliger Häftlingskapo im Krematorium des KZ Dachau.Aussage, Quelle: Staatsarchiv München unter 'Staatsanwaltschaften 34475/1-5
  10. a b c Ernst Piper: Allein gegen Hitler. In: einestages. 6. November 2009. Abgerufen am 11. November 2009.
  11. http://www.zeit.de/2003/02/elser
  12. Günter Peis: Zieh' dich aus, Georg Elser! (Bild am Sonntag 27. Dezember 1959)
  13. Georg Elser: Gestapo-Protokoll
  14. Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim: Falsche Gerüchte über Georg Elser
  15. Hellmut G. Haasis, Elser-Biograf: Georg Elsers Ende im KZ Dachau
  16. Aus: Rolf Hochhuth: War hier Europa? Reden, Gedichte, Essays. München 1987. Neufassung in: Rolf Hochhuth: Alle Erzählungen, Gedichte und Romane. Reinbek 2001.
  17. Seit 1985: Georg-Elser-Straße in Burgdorf/Hannover. Auf: georg-elser-arbeitskreis.de. Abgerufen am 11. November 2009 (PDF).
  18. Siehe Georg-Elser-Landkarte. Und: Georg Elser: 36 Straßen und Plätze. Auf: georg-elser-arbeitskreis.de. Abgerufen am 11. November 2009.
  19. Georg Elser: 36 Straßen und Plätze. Auf: georg-elser-arbeitskreis.de. Abgerufen am 11. November 2009.
  20. Hellmut G. Haasis: «Den Hitler jag’ ich in die Luft». Der Attentäter Georg Elser. Eine Biographie. Edition Nautilus, Hamburg 2009 (Erstausgabe 1999), ISBN 978-3-894016-06-7.
  21. Jörg Lau (Die Zeit, 13. Januar 2000): Eine Selbstschädigung
  22. Georg-Elser-Denkmal in München
  23. Abendzeitung, 27. Oktober 2009, Printversion vom 28. Okt. 2009, S. 9.
  24. Abendzeitung, 28. Oktober 2009.
  25. Georg-Elser-Büste in Berlin
  26. Georg-Elser-Gedenkstein in Heidenheim-Schnaitheim
  27. Georg-Elser-Gedenksäule in Freiburg
  28. Geplantes Georg-Elser-Denkmal in Berlin
  29. Wettbewerb im Januar zum Elser-Denkmal in Berlin
  30. Georg-Elser-Denkmal in Konstanz
  31. Geplantes Georg-Elser-Denkmal in Königsbronn
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