Georg Franck von Franckenau

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Georg Franck von Franckenau

Georg Franck von Franckenau auch: Georg Francus, Frank (* 3. Mai 1644[1] in Naumburg (Saale); † 16. Juni 1704 in Kopenhagen) war ein deutscher Mediziner und Botaniker.

Leben[Bearbeiten]

Georgs Vorfahren waren adliger Abstammung. Sein Vater Sebastian Franck von Franckenau jedoch lebte in bürgerlichen Verhältnissen und beteiligte sich als Kirchenältester am Gemeindeleben in Naumburg. Dessen Frau und Mutter des Georgs war Barbara Winecke, welche ebenfalls aus angesehenen Bürgerverhältnissen stammte. In seiner Geburtsstadt und in Merseburg hatte Georg die schulische Ausbildung durchlaufen. Mit achtzehn Jahren immatrikulierte er sich im Sommersemester 1662 an der Universität Jena, wo er mit seiner Geschicklichkeit glänzte und sich die Dichterkrone erwarb. Hier hatte er anfänglich philosophische Sprachstudien absolviert und sich später der Medizin zugewandt. Nach einigen Jahren war er an die die Universität Straßburg gewechselt, wo er sich 1666 den medizinischen Doktorgrad erwarb. 1671 folgte Franck einen Ruf an die Universität Heidelberg, wo er als Professor und als Leibarzt der Kurfürsten Karl Ludwig (1617–1680) und Karl (1651–1685) tätig war.

Hier beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule und war mehrmals Dekan der medizinischen Fakultät, 1678 Rektor und 1686 Prorektor. Aufgrund des Pfälzischen Erbfolgekrieges verließ er 1688 Heidelberg und siedelte nach Frankfurt über. Hier erhielt er 1689 einen Ruf als Professor der Medizin an die Universität Wittenberg. In Wittenberg beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule und war im Wintersemester 1691 Rektor der Alma Mater. Nachdem er den sächsischen Kurfürsten 1693 auf dessen Reichsfeldzug nach Frankreich begleitete hatte, mehrere Angebote an andere Höfe abgelehnt hatte, folgte er 1694 einer Berufung als Leibarzt der Familie des dänischen Königs Christian V.. Nachdem er in Dänemark 1695 angekommen war, wurde er zum Hof und Justizrat ernannt und war auch Leibarzt des nachgefolgten Königs Friedrich V..

1692 wurde er von Kaiser Leopold I. geadelt; am 30. November 1693 wurde er als Mitglied („Fellow“) in die Royal Society aufgenommen.[2] Bereits seit 1672 gehörte er der deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina an.

In einer 1682 unter dem Namen seines aus Frankfurt am Main stammenden Doktoranden Johannes Richier veröffentlichten Abhandlung mit dem Titel "De ovis paschalibus" erwähnt Franck erstmals den in den protestantischen Gebieten des Elsass und der Pfalz sich ausbreitenden Volksglauben an den Osterhasen.

Werk[Bearbeiten]

  • Instituionummedicarum synopsis ac methodus discendi medicinam, quam primis praelectionibus delineavit; item Delineatio communis dosium medicamentorum. Heidelberg 1672
  • Lexicon vegetabilium usualium, in quo plantarum, quarum usus usque innotuit, nomen cum synonymis latinis, graecis, germanicis, et interdum arabicis, temperamentum, vires ac usus generalis et specialis, atque praeparata ex optimis quibusque auctoiibus in usum medicinae, pharmacopoeae ac chirurgiae studiosorum breviter sed perspicue proponuntur. Straßburg 1672, (wurde als Flora Francica. Heidelberg 1685, Leipzig 1698, Straßburg 1705 neu aufgelegt und erhielt von Christoph Hellwig 1714 eine deutsche Übersetzung, auch Jena 1753, Züllichau 1766)
  • Tractatus philologico-medicus de cornutis, in quo varia curiosa delibantur ex theologorum, jurisconsultorum, medicorum, philosophorum, politicorun atque philologorum monumentis. Heidelberg 1678
  • Bibliotheca parva zootomica. Heidelberg 1680
  • Agonismata physico-medica undecim de medicamentotrum simplicium laudibus. Heidelberg 1681
  • De palingenesia sive resuscitatione artificiali plantarum, hominum et animalium e suis cineribus, liber siugularis, jam revisus, emendatus, nec non commentario et variorum suisque experimentis quanmplurimis illustratus a Joanne Christiano Nehringio. Halle 1717
  • Satyrae medicae XX, quibus accedunt dissertationes VI, varii simulque rarioris ar¬gumenti, una cum oratione de studiorum noxa, editae ab auctoris filio Georgia Frederico Franck de Frankenau. Leipzig 1722 (Unter diesem Namen besorgte der Sohn eine Sammlung verschiedener Dissertationen seines Vaters)
  • De Ovis Paschalibus. Von Oster-Eyern (= Satyrae medicae, Continuatio 18) (Heidelberg 1682, Dissertation des Johannes Richier)[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelreferenzen[Bearbeiten]

  1. 1644 nach Bauer und Royal Society, abweichend nennt die ADB und Bibliotheksdatenbanken wie die der Library of Congress den 3. Mai 1643 als Geburtstag.
  2. Eintrag zu Franck- von-Franckenau, Georg (1644 - 1704) im Archiv der Royal Society, London (englisch)
  3. Franck von Franckenau, Georg: Satyrae Medicae, Continuatio. Europeana. Abgerufen am 3. März 2013.