Georg Friedrich Knapp

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Georg Friedrich Knapp (* 7. März 1842 in Gießen; † 20. Februar 1926 in Darmstadt) war Professor der Nationalökonomie und Rektor an der Universität Straßburg. Er gilt durch sein Buch "Staatliche Theorie des Geldes" als Begründer des Chartalismus.

Familie[Bearbeiten]

Seine Eltern waren der aus Michelstadt im Odenwald stammende Friedrich Ludwig Knapp (1814-1904) und die Darmstädterin Katharina Elisabeth Liebig (1819-1890), eine Schwester des später geadelten Chemikers Justus von Liebig. Sein Großvater väterlicherseits war der ehemalige Präsident der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen Johann Friedrich Knapp. Georg Friedrich Knapp war verheiratet mit der aus Georgien stammenden Lydia von Karganow und hatte zwei Töchter: Marianne und Elly, die spätere Frau des ersten deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss. Nach der psychischen Erkrankung seiner Frau (die fortan in Sanatorien untergebracht war) zog er die Kinder alleine auf.[1]

Leben[Bearbeiten]

Nach seiner schulischen Laufbahn studierte Georg Friedrich Knapp von 1853 an in München, Berlin und Göttingen die Fächer Physik, Chemie und Nationalökonomie. Sein Studium beendete er 1865 mit seiner Promotion zum Dr. phil. an der Universität Göttingen. In den Jahren 1869 bis 1874 war Knapp Professor für Statistik an der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig. 1874 nahm er schließlich eine ordentliche Professur für Nationalökonomie an der Universität Straßburg an, die er bis 1918 innehatte.

In seiner Präsidentenansprache am 1. Mai 1891 als Rektor der Universität charakterisiert er den deutschen Staat wie folgt: „Unsere Beamten [...] werden sich nicht mehr das Heft aus der Hand nehmen lassen, auch von parlamentarischen Mehrheiten nicht, die wir ja meisterhaft zu behandeln wissen. Keine Herrschaft wird so leicht ertragen, ja so dankbar empfunden, wie die Herrschaft hochsinniger und hochgebildeter Beamten. Der deutsche Staat ist ein Beamtenstaat – hoffen wir, daß er in diesem Sinne ein Beamtenstaat bleibt.“[2]

Werke[Bearbeiten]

  • Die Bauernbefreiung und der Ursprung der Landarbeiter in den älteren Teilen Preußens 2 Tle., Leipzig 1887. 2. unveränderte Auflage München 1927. Teil 1 der Ausgabe von 1887 als pdf-Dateien
  • Staatliche Theorie des Geldes, München u. Leipzig, Duncker & Humblot, 1921. 3. Auflage (Versuch einer positiv-rechtlichen Begründung des Geldes). Englische Auflage von 1924 als PDF
  • Einführung in einige Hauptgebiete der Nationalökonomie, München u. Leipzig, Duncker & Humblot, 1928.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Georg Friedrich Knapp und Elly Heuss-Knapp: Eine Jugend, 2., erw. Aufl. 1947.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Braeuer: Knapp, Georg Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. 152 f. (Digitalisat).
  • Dirk Hainbuch/ Florian Tennstedt (Bearb.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 bis 1918. Kassel University Press, Kassel, 2010, S. 87 f.; ISBN print 978-3-86219-038-6, ISBN online 978-3-86219-039-3 (Online, PDF; 2,2 MB)
  • Hartmut Harnisch: Georg Friedrich Knapp. Agrargeschichtsforschung und sozialpolitisches Engagement im Deutschen Kaiserreich. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. 1993/1, S. 95-132

Weblinks[Bearbeiten]