Georg Heinrich Kaemmerer

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Georg Heinrich Kaemmerer (* 29. Februar 1824 in Hamburg; † 5. Juni 1875 ebenda) war ein Hamburger Kaufmann, Bankier und Abgeordneter.

Leben[Bearbeiten]

Kaemmerer trat in die von seinen Vorfahren seit 1750 betriebene Bank- und Handelsfirma, die er seit 1851 zusammen mit seinem Bruder Wilhelm Heinrich Kaemmerer unter dem Namen G. H. Kaemmerer Söhne mit großem Erfolg fortführte, ein. Er gehörte außerdem zu den Gründern der Vereinsbank, von 1854 bis 1874 gehörte er dem Aufsichtsrates der Vereinsbank, der damals Direktion genannt wurde, an.[1] Dabei wurde ein Teil des Bankgeschäftes von G. H. Kaemmerer Söhne auf die Vereinsbank übertragen.[2] Kaemmerer setzte sich damit gegen seine Vater durch, der gegen eine Neugründung einer Bank eintrat.[3] Kaemmerer gehörte dem Verwaltungsrat der Berlin-Hamburger Eisenbahn-Gesellschaft an und war Mitglied im Ausschuss der Mecklenburgische Eisenbahngesellschaft.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit war Kaemmerer in der kommunalen Selbstverwaltung engagiert. Er war von 1855 bis 1857 Mitglied des Niedergerichtes und von 1858 bis 1860 Handelsrichter. Von 1861 bis 1866 war er Mitglied der Finanzdeputation und wurde von dieser als Aufsicht in andere Deputationen entsandt. Kaemmerer gehörte der Hamburgischen Bürgerschaft von 1859 bis 1860 und von 1863 bis 1865 an.

Sonstiges[Bearbeiten]

Kaemmerer heiratete am 27. April 1855 Emilie (Emmy) Helene Goßler (* 1. März 1838 - † 15. April 1910) eine Tochter von Hermann Goßler.[4] Werner von Melle heiratete 1880 seine Tochter Emmy Kaemmerer. Die Tochter Susanne heiratet Eduard Wilhelm Westphal.[5] Ein von Julius Geertz gemaltes Bild seiner Tochter Helene (1869-1953) wird im Museum für Hamburgische Geschichte ausgestellt.

Helene Kaemmerer 1882

Kaemmerer führte den gleichen Namen wie sein Vater, daher wird er auch häufig als Kaemmerer junior bezeichnet. Nach ihm ist das Kaemmererufer in Hamburg-Winterhude benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Heyden: Die Mitglieder der Hamburger Bürgerschaft. 1859-1862. Hamburg 1909, S. 58.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Vereinsbank Hamburg: 100 Jahre Vereinsbank in Hamburg. Hamburg 1956, S. 174
  2. Manfred Pohl: Hamburger Bankengeschichte. Mainz 1986, ISBN 3-7758-1136-2, S. 62
  3. Vereinsbank Hamburg: 100 Jahre Vereinsbank in Hamburg. Hamburg 1956, S. 33
  4. Deutsches Geschlechterbuch. Nr. 27, 1914, S. 73
  5. siehe Deutsches Geschlechterbuch, Band 19, 1911, S. 482