Georg Herzog zu Mecklenburg

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Georg Alexander Michael Friedrich Wilhelm Albert Theodor Franz Herzog zu Mecklenburg, bis 1950: Herzog zu Mecklenburg, Graf von Carlow (* 22. Septemberjul./ 4. Oktober 1899greg.[1] im Schloss Oranienbaum bei Sankt Petersburg; † 6. Juli 1963 in Sigmaringen) war der einzige Sohn des Herzogs Georg Alexander zu Mecklenburg[-Strelitz] (1859–1909) und dessen Frau Natalja, Gräfin von Carlow (1858–1921). Seine ersten Taufpaten waren der Großherzog Friedrich Wilhelm (1819–1904) und die Großherzogin Augusta Caroline (1822–1916). Da die Ehe seiner Eltern morganatisch war, trug er zunächst nur den Titel Graf von Carlow.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1909 wurde dessen Bruder Herzog Carl Michael durch den Zaren Nikolaus II. und den Großherzog Adolf Friedrich V. zum Vormund ernannt. 1912 wurde Graf Georg von Carlow aufgrund eines russischen Gesetzes als Majoratsherr russischer Staatsbürger. Nach der Anerkennung der Sowjetunion durch die Westmächte 1922 wurde er staatenlos und blieb es bis in die 1950er Jahre.

Nach dem Umsturz in Russland flüchtete die Familie über den Kaukasus zunächst nach Frankreich, wo seine Mutter 1921 in Cannes starb, dann nach Dänemark und zog 1923 auf den mecklenburgischen Besitz Schloss Remplin in Remplin bei Malchin, wo sie bis zur Zerstörung des Schlosses und der Vertreibung durch die Nationalsozialisten 1940 wohnte. In dieser Zeit studierte Georg Politikwissenschaften und promovierte zum Dr. rer. pol. an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau.

1920 heiratete er Irina Michailowna Rajewskaja (1892–1955). Sie hatten zusammen vier Kinder, wovon eines bereits im Kindesalter starb. Im gleichen Jahr konvertierte er zur römisch-katholischen Kirche.

1928 wurde Georg von seinem Onkel Herzog Carl Michael unter Zustimmung des Chefs des Zarenhauses und des ehemaligen Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin adoptiert und erhielt den Namen Herzog von Mecklenburg, verzichtete aber auf seine ohnehin nur theoretischen Thronansprüche. Von 1934 bis 1963 war er Chef des Hauses Mecklenburg-Strelitz.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Familie von Georg Herzog zu Mecklenburg wegen der Zugehörigkeit zum internationalen Hochadel, ihrer russischen Vorfahren und „politischem Katholizismus“ verfolgt. Im Jahr 1940 brannte das Schloss Remplin ab, vermutlich durch Brandstiftung der Nazis. 1944 wurde Georg Herzog zu Mecklenburg im Konzentrationslager Sachsenhausen in Einzelhaft eingekerkert.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit lebte er in Sigmaringen und galt als Mentor monarchistischer Bestrebungen in Südwestdeutschland.[2]

Nach einer familieninternen Verabredung verzichtete er am 18. Dezember 1950 auf die bis dahin als Namenszusatz geführte Bezeichnung „Graf von Carlow“.

Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin heiratete er 1956 Charlotte Habsburg-Lothringen (1921–1989), eine Tochter des letzten österreichischen Kaisers Karl I.

Ab 1953 versuchte er, eine Stellung im Auswärtigen Dienst zu erhalten. 1956 gab es die Überlegung, ihn zum deutschen Vertreter im Ausschuss des Internationalen Suchdienstes in Arolsen zu machen. Der Vorschlag wurde aber zurückgezogen.[3]

Er starb am 6. Juli 1963 im Prinzessinnenpalais in Sigmaringen.

Kinder (1.Ehe)[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Richelieu als merkantilistischer Wirtschaftspolitiker und der Begriff des Staatsmerkantilismus. Jena: G. Fischer 1929 (Beiträge zur Geschichte der Nationalökonomie; H. 6)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das julianische Datum 22. September entsprach im 19. Jahrhundert dem gregorianischen Datum 4. Oktober, ab 1900 jedoch dem 5. Oktober. Häufig wird deshalb fälschlich das letzte Datum als Geburtsdatum Georgs Herzogs zu Mecklenburg angegeben.
  2. Jürgen Klöckler: Abendland - Alpenland - Alemannien. Frankreich und die Neugliederungsdiskussion in Südwestdeutschland 1945-1947 (Studien zur Zeitgeschichte 55) München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag 1998 ISBN 9783486563450, zugl.Diss. Konstanz 1998, S. 119
  3. Friedrich P. Kahlenberg, Ursula Hüllbüsch: Die Kabinettsprotokolle der Bundesregierung. Band 9 (1956). München R. Oldenbourg 1998 ISBN 9783486562811, S. 149f, Kabinettssitzung vom 17. Februar 1956
  4. Flugzeugabsturz 1962 in Birgte, abgerufen am 10. Juli 2014
  5. Heidi und die Detektive, Der Spiegel vom 27. März 1963, abgerufen am 10. Juli 2014
Vorgänger Amt Nachfolger
Carl Michael zu Mecklenburg Chef des Hauses Mecklenburg-Strelitz
1934–1963
Georg Alexander Herzog zu Mecklenburg