Georg Katzer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Katzer

Georg Katzer (* 10. Januar 1935 in Habelschwerdt, Schlesien) ist ein deutscher Komponist. Er war einer der Pioniere elektronischer Neuer Musik in der DDR.

Leben[Bearbeiten]

Katzer wurde 1935 als Sohn eines Konditors in Niederschlesien geboren. Er legte sein Abitur an der Internatsschule Schloss Wendgräben ab. Er studierte zwischen 1953 und 1959 Klavier, Musiktheorie und Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny und Ruth Zechlin an der Ost-Berliner Hochschule für Musik. Von 1957 bis 1958 studierte er bei Karel Janáček an der Akademie der musischen Künste in Prag. Von 1961 bis 1963 war er Meisterschüler von Hanns Eisler, Ruth Zechlin und Leo Spies an der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin.

Seit 1963 ist er freischaffender Komponist und Musiker in Berlin. Von 1966 bis 1967 war er Musikdramaturg am Erich-Weinert-Ensemble der NVA der DDR. Er arbeitete mit Künstlern wie mit Johannes „Hannes“ Bauer, Wolfgang Fuchs, Paul Lytton, Phil Minton, Ernst-Ludwig Petrowsky, Radu Malfatti, Phil Wachsmann und der Bläservereinigung Berlin zusammen.

1976 hielt er sich im Studio für elektronische Musik in Bratislava und 1977 in Bourges/Frankreich auf. 1978 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste in Ostberlin gewählt. 1982 gründete er das der Musikabteilung der Akademie der Künste angegliederte Studio für Elektroakustische Musik, dessen künstlerischer Leiter er bis 2005 war.

1986 war er Gastprofessor an der Michigan State University. 1987 wurde er zum Professor ernannt und unterrichtete in der Folge eine Meisterklasse für Komposition an der Akademie der Künste. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg, Freien Akademie der Künste zu Leipzig und Akademie für Elektroakustische Musik in Bourges/Frankreich.

Bis 1989 war er Vizepräsident des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR. Von 1988 bis 1991 war er Präsident der deutschen Sektion der C.I.M.E. (Internationale Vereinigung für elektroakustische Musik), 1990 Präsident des Musikrates der DDR und von 1990 bis 2001 Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrats.

Katzer lebt heute in Zeuthen bei Berlin.

Zu Katzers Kompositionen gehören Werke für Kammerensembles, Orchesterwerke, Solokonzerte, Opern, Ballette, Puppenspiele und oratorische Werke. Sein Werk umfasst auch elektroakustische Stücke, Hörspielmusik, Multimediaprojekte und Projekte mit improvisierter Musik.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Opern, Hörspiele u.a.[Bearbeiten]

  • Die Igeltreppe für Sprecher und 13 Instrumente. Text: Sarah Kirsch, 1973.
  • Das Land Bum-Bum. Oper, 1973.
  • Schwarze Vögel. Ballett, 1975.
  • Szene für Kammerensemble. Instrumentales Theater, 1975.
  • Ein neuer Sommernachtstraum. Ballett, 1979.
  • Gastmahl oder über die Liebe. Oper, Libretto: Gerhard Müller, 1987.
  • Antigone oder die Stadt. Oper, Libretto: Gerhard Müller, 1989 .
  • Mein 1989. Radiokomposition, 1990.
  • Ich bin ein anderer. Hörspiel nach Arthur Rimbaud, 1990.
  • L'homme machine. multimediale szenische Aktion, 2000.
  • Medea in Korinth. Oratorische Szenen, Libretto: Christa Wolf (nach Medea: Stimmen). Uraufführung 6. September 2002, Konzerthaus Berlin.
  • Streichquartette: Nr. 1 (1965), Nr. 3 (1987) und Nr. 4 tempi fragili (2004) - Ersteinspielung 2010 durch das Sonar Quartett Berlin.

Auftragswerke[Bearbeiten]

Katzer komponierte folgende Auftragswerke der Bläservereinigung Berlin:

  • Konzert für Cembalo u. Bläserquintett, „Kommen und Gehen“
  • „La Mettrie oder Anmerkungen zum Maschinen-Menschen“
  • „La Mettrie oder Anmerkung zum Pflanzen-Menschen“
  • „Il re pastore“ nach Texten Friedrich des II.

Filmmusik[Bearbeiten]

Auszeichnungen/Preise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerd Belkius: Georg Katzer. In: Dietrich Brennecke, Hannelore Gerlach, Mathias Hansen (Hrsg.): Musiker in unserer Zeit. Mitglieder der Sektion Musik der Akademie der Künste der DDR. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1979, S. 300 ff.
  • Katzer, Prof. Georg. In: Wilfried W. Bruchhäuser: Komponisten der Gegenwart im Deutschen Komponisten-Interessenverband. Ein Handbuch. 4. Auflage, Deutscher Komponisten-Interessenverband, Berlin 1995, ISBN 3-555-61410-X, S. 621.
  • Georg Katzer. In: Sigrid Neef, Hermann Neef: Deutsche Oper im 20. Jahrhundert. DDR 1949–1989. Lang, Berlin 1992, ISBN 3-86032-011-4, S. 247 ff.
  • Christiane Niklew: Katzer, Georg. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Jutta Raab: Georg Katzer. In: Komponisten der Gegenwart (KDG). Edition Text & Kritik, München 1996, ISBN 978-3-86916-164-8.
  • Katzer, Georg. In: Brockhaus-Riemann Musiklexikon. CD-Rom, Directmedia Publishing, Berlin 2004, ISBN 3-89853-438-3, S. 13021 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Katzer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, Institut für Marxistisch-Leninistische Kultur- und Kunstwissenschaften (Hrsg.), Autorenkollektiv unter Ltg. von Erika Tschernig: Unsere Kultur: DDR-Zeittafel, 1945-1987. Dietz, Berlin 1989, ISBN 3-320-01132-4, S. 424.
  2. Bestenliste 1-2011. PdSK, 15. Februar 2011, abgerufen am 30. September 2011.