Georg Klapka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Klapka.

Georg Klapka (György Klapka; * 7. April 1820 in Temesvár; † 17. Mai 1892 in Budapest) war ein ungarischer General während der Zeit der Revolution.

Leben[Bearbeiten]

Klapka war ein Banater Schwabe mit tschechischen Vorfahren. Er besuchte die Militärakademie in Karánsebes und trat 1838 in die österreichische Armee ein. Er stellte sich 1848 der revolutionären ungarischen Regierung zur Verfügung, die ihn Ende November zum Generalstabschef des Generals Kiss ernannte. Der Anfang 1849 für die ungarische Hauptarmee angenommene, von großem Erfolg begleitete Operationsplan war Klapkas Werk. Nach der Niederlage, die Mészáros am 4. Januar bei Kaschau erlitten hatte, erhielt Klapka dessen Kommando. Er behauptete den Übergang an der Theiß und sicherte dadurch Debreczin. An der dreitägigen Schlacht von Kapolna (26. bis 28. Februar) hatte Klapka bedeutenden Anteil.

Im Aprilfeldzug führte Klapka das I. Armeekorps und zeichnete sich insbesondere in der Schlacht bei Isaszeg (6. April) aus, wo er das Schicksal des Tages entschied und auf dem Schlachtfeld von Kossuth, dem Revolutionsführer, zum General ernannt wurde. Auch bei Nagysárló (19. April), das er mit Damjanich erstürmte, tat er sich hervor, und in der Schlacht von Komorn (26. April) befehligte er den linken Flügel. Anschließend führte er provisorisch das Kriegsministerium, bis Görgey im Mai zu seinem Nachfolger ernannt wurde. Klapka wurde Kommandant der Festung Komorn. Trotz erbitterten Widerstands in zahlreichen Gefechten und in den großen Schlachten vor Komorn (am 2. und 11. Juli) musste Klapka nach der Waffenstreckung Görgeys am 13. August am 27. September selbst auch kapitulieren.

Klapka verließ daraufhin Ungarn und hielt sich in Frankreich, in der Schweiz und in Italien auf. 1866 trat er in preußische Militärdienste und organisierte bei Neisse eine ungarische Legion, mit der er von Oberschlesien her die Grenze überschritt, jedoch kein Gefecht mehr lieferte.

Später wurde er amnestiert und in den ungarischen Reichstag gewählt, wo er zur Partei Deaks gehörte.

Georg Klapka starb am 17. Mai 1892 in Budapest.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Memoirs of the war of independence in Hungary, translated from the original manuscript by Otto Wenckstern. London 1850
  • Memoiren. April bis Oktober 1849. Otto Wigang, Leipzig 1850
  • Der Nationalkrieg in Ungarn und Siebenbürgen in den Jahren 1848 und 1849. 2 Bde. Otto Wigang, Leipzig 1851
  • Der Krieg im Orient in den Jahren 1853 und 1854 bis Ende Juli 1855. Eine historisch-kritische Skizze der Feldzüge an der Donau, in Asien und in der Krim, mit einem Blick auf die mögliche Wendung der künftigen Kriegsereignisse . Lauffer, Genf 1855
  • Aus meinen Erinnerungen. Aus dem Ungararischen übersetzt vom Verfasser. Schabelitz / Singer & Wolfner, Zürich / Budapest 1887

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Klapka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien