Georg Kreisler

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Georg Kreisler im Oktober 2009 bei einer Lesung in Ravensburg

Georg Franz Kreisler (* 18. Juli 1922 in Wien; † 22. November 2011 in Salzburg) war ein Komponist, Sänger und Dichter, der aus einer jüdischen österreichischen Familie stammte und als Emigrant 1943 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Dagegen, vor allem als Kabarettist bezeichnet zu werden, hat sich Kreisler, der diesen Beruf in jungen Jahren zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ausgeübt hatte, immer wieder gewehrt.[1]

Die Anfänge seiner Karriere lagen in Amerika, ab Mitte der 1950er Jahre wurde er im deutschen Sprachraum populär durch Lieder wie „Tauben vergiften“, „Der Tod, das muss ein Wiener sein“ und „Wie schön wäre Wien ohne Wiener“. Mit seinem schwarzen, tiefsinnigen und poetischen Humor und Sprachwitz hat Kreisler das musikalische deutschsprachige Kabarett seiner Zeit als Interpret und Verfasser eigener Werke stark geprägt.[2] [3]

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Georg Kreisler wurde als Sohn des jüdischen Rechtsanwaltes Siegfried Kreisler (1884–1970) und dessen Frau Hilda (1895–1942) im Wiener Sanatorium Hera geboren. Er war das einzige Kind seiner Eltern, aber es gab viel Verwandtschaft: sein Vater hatte acht Geschwister, seine Mutter vier.[4] Er besuchte das Gymnasium Kandlgasse in Wien-Neubau und begann als Siebenjähriger Klavierspielen zu lernen, später auch Geige und Musiktheorie.

1938, nach dem „Anschluss“ Österreichs, waren auch österreichische Juden von den Repressalien nach den Rassengesetzen des Nationalsozialismus betroffen. Es gelang seinem Vater, noch rechtzeitig Ausreisepapiere zu erlangen und unter Verlust fast des gesamten Vermögens mit der Familie über Genua und Marseille in die USA zu emigrieren. Auf der Überfahrt fand Georg Kreisler einen Schachpartner in dem auf der Überfahrt als Schiffbrüchigen aufgenommenen Bugsy Siegel.

Emigration in die USA[Bearbeiten]

In Hollywood unterstützte ihn sein Vetter, der erfolgreiche Drehbuchautor Walter Reisch, finanziell und vermittelte Kontakte zum Filmgeschäft. Kreisler wurde mit einer Vielzahl deutsch-jüdischer Exilanten bekannt, die ebenfalls im Filmgeschäft unterzukommen suchten, allerdings kein Englisch sprachen. Mit 19 heiratete er die Tochter des Kabarettisten und Komponisten Friedrich Hollaender, Philine, trennte sich jedoch bald wieder von ihr. Arnold Schoenberg versuchte ihn an der University of California, Los Angeles unterzubringen, wo er wegen mangelnder Zeugnisse abgelehnt wurde.

Kreisler wurde 1943 US-amerikanischer Staatsbürger und gleich darauf für den Zweiten Weltkrieg zur US-Armee eingezogen. Nach der Grundausbildung wurde er nach England verlegt und war in Yeovil und Devizes stationiert, wo er in Veranstaltungen, die er teilweise zusammen mit Marcel Prawy vorbereitete, Soldaten der D-Day-Truppen unterhielt. Als Soldat war er unmittelbar nach Kriegsende dolmetschend in Deutschland tätig, verhörte Julius Streicher, begegnete Hermann Göring und Ernst Kaltenbrunner.[5]

In die USA zurückgekehrt, war er in Hollywood beim Film beschäftigt und arbeitete dort unter anderem mit Charlie Chaplin zusammen. Chaplin pfiff ihm die Filmmusik für Monsieur Verdoux – Der Frauenmörder von Paris vor, die Kreisler auf Notenpapier schrieb und dann zu Hanns Eisler brachte, der die Orchestrierung besorgte. Auch war es Kreislers Klavierspiel, das aufgenommen wurde, wenn man Chaplin am Klavier sah.[6] Da sein Erfolg insgesamt nur mäßig war, zog er im Oktober 1946 nach New York City um.

Während seiner dort verbrachten Zeit trat er als Unterhalter in Nachtclubs auf und ging als Interpret eigener, in englischer Sprache verfasster Lieder auf Tournee durch die Vereinigten Staaten. Drei dort 1947 aufgenommene Schallplatten sind nicht erschienen, weil die Verantwortlichen der Produktionsfirma die teils morbiden oder makabren Lieder für „unamerikanisch“ hielten. Für Titel wie Please Shoot Your Husband oder My psychoanalyst is an idiot war die Zeit noch nicht reif. Der mangelnde Erfolg einer vielfach geäußerten Kulturkritik zog sich von da an durch Kreislers gesamte künstlerische Laufbahn. Er selbst sah das als typische Ignoranz der Zeitgenossen gegenüber dem Satiriker. Erst im Jahr 2005 kamen die verloren geglaubten Aufnahmen von 1947 als Beilage zu seiner Biografie in Form einer CD heraus. 1950 bekam er ein Angebot, in der New Yorker Monkey Bar zu singen, und trat dort allabendlich auf.

Rückkehr nach Europa[Bearbeiten]

Im Jahr 1955 hoffte er auf mehr Erfolg in Europa, ging zurück nach Wien und traf dort unter anderem mit Hans Weigel, Gerhard Bronner, Peter Wehle und Helmut Qualtinger zusammen. In der Marietta-Bar in der Wiener Innenstadt trat er erstmals mit deutschsprachigen Chansons auf und wurde zeitweise Mitglied des „Namenlosen Ensembles“ um Bronner, Wehle und Qualtinger. Er musste allerdings die Erfahrung machen, dass das Publikum von Liedern wie Tauben vergiften keineswegs nur begeistert war. Eine Zeitlang durften seine Lieder im Österreichischen Rundfunk nicht gesendet werden.

1958 zog er nach München, wo er, frisch verheiratet, mit seiner dritten Ehefrau Topsy Küppers Chansonabende gab. 1972 spielte er mit dem Gedanken, nach Israel auszuwandern, fuhr hin und kam nach wenigen Monaten wieder zurück. 1975 trennten sich Kreisler und Topsy Küppers. 1976 ging er nach Berlin. Ab 1977 trat er mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Barbara Peters auf, hauptsächlich bei den Wühlmäusen und den Stachelschweinen. 1988 zog er von Berlin nach Hof bei Salzburg, lebte von 1992 bis 2007 in Basel und ab Mai 2007 wieder in Salzburg. Kreisler hatte einen Sohn von Philine Hollaender und von Topsy Küppers einen weiteren Sohn und eine Tochter, Sandra, die als Chansonsängerin und Sprecherin tätig ist. Er war weitläufig verwandt mit dem Violinvirtuosen und Komponisten Fritz Kreisler.

Seit 2001 trat Georg Kreisler nicht mehr mit seinen Liedern auf. Stattdessen schrieb er Romane, Kurzgeschichten und Essays, komponierte und engagierte sich für eine eigenständige Schweiz und gegen einen EU- bzw. EWR-Beitritt (siehe dazu auch sein Lied Der Euro). In einem offenen Brief an die Repräsentanten des Staates Österreich verbat er sich vor seinem 75. Geburtstag Gratulationen, „weil sich die Republik Österreich in den über vierzig Jahren, seit ich nach Europa zurückgekehrt bin, noch nie um mich geschert hat.“[7]

Seine Tochter Sandra Kreisler wies darauf hin, es sei „in den letzten 60 Jahren noch nicht einmal jemand auf die Idee gekommen, dem Emigranten Kreisler ehrenhalber seine österreichische Staatsbürgerschaft zurückzugeben“.[8] Kreisler selbst sah sich nicht mehr als Österreicher und warf dem Staat vor, die Staatsbürgerschaft nur jenen wieder verliehen zu haben, die sich nach dem Anschluss arrangiert hätten: „Aber auf keinen Fall bin ich Österreicher, denn im Jahre 1945, nach Kriegsende, wurden die Österreicher, die 1938 Deutsche geworden waren, automatisch wieder Österreicher, aber diesmal nur diejenigen, die die Nazizeit mitgemacht hatten. Wer unter Lebensgefahr ins Ausland geflüchtet wurde, also auch ich, bekam seine österreichische Staatsbürgerschaft nicht mehr zurück.“[9]

Im Jahr 2007 übernahm die Berliner Akademie der Künste Kreislers Vorlass.[10] 2009 erschien seine Autobiographie Letzte Lieder.[11]

Im November 2011 starb Georg Kreisler im Alter von 89 Jahren in Salzburg, nach Angaben seiner Ehefrau Barbara an den Folgen „einer schweren Infektion“.[12] Er wurde am 1. Dezember 2011 auf dem Friedhof Salzburg Aigen beigesetzt, eine Trauerrede hielt Eva Menasse.[13][14]

Stil[Bearbeiten]

Kreisler war ein virtuoser Meister der Sprache, Mimik und Gestik.[15] Er schlüpfte in dutzende verschiedene Sprachmasken, als verführerischer Frauenmörder (Bidla Buh, Machs dir bequem, Lotte) oder als gewalttätiger Unternehmer mit rechter Gesinnung (Kapitalistenlied), er konnte „jüdeln“ in einem perfekt jiddisch gefärbten Deutsch (Lieder eines jüdischen Gesellen), böhmakeln wie ein tschechischer Wiener Hausmeister (Telefonbuch-Polka, Der Bluntschli) und im sentimentalen Wienerisch das schmalzige Wienerlied makaber parodieren (Am Totenbett, Der guade alte Franz). Er hat sich als Nestbeschmutzer mit schwyzerdütschem Tonfall in der Schweiz unbeliebt gemacht (Der Ausländer) und imitierte parodierend pathetische Schnulzensänger (Mütterlein) und Seemannslieder (Der Paule).

Stilistisch stand Kreisler in der Tradition des singenden Klavierhumoristen, der sich zu eigenkomponierten Liedern selbst begleitet; diese Kunstform wurde bereits Mitte der 1920er Jahre im deutschsprachigen Raum durch Künstler wie Willy Rosen, Austin Egen oder Hermann Leopoldi etabliert.

Seine Lieder, manchmal surrealistisch und der absurden Lyrik zuzurechnen (Zwei alte Tanten tanzen Tango, Frühlingsmärchen, Bessarabien), sind von hintergründigem, oftmals schwarzem Humor geprägt und üben oft, mit den Jahren immer stärker, beißende Kritik an Gesellschaft und Politik.

Viele seiner Lieder sind Klassiker geworden wie Taubenvergiften im Park, Als der Zirkus in Flammen stand, Zwei alte Tanten tanzen Tango, Der Musikkritiker, Der General, Kapitalistenlied, Meine Freiheit, Deine Freiheit, Wir sind alle Terroristen sowie das „Ein-Frau-Musical“ Heute Abend – Lola Blau.

Georg Kreisler war bekennender Anarchist,[16][17] [4] was auch in einigen seiner Lieder zum Ausdruck kommt, beispielsweise in Kapitalistenlied, Meine Freiheit, Deine Freiheit, Sie sind so mies, Ihr wißt gar nichts, Wir sind alle Terroristen oder Wenn alle das täten.

Urheberrechtsprozess[Bearbeiten]

1984 erfuhr Georg Kreisler aus dem Programmheft eines Wiener Theaters, dass sich Topsy Küppers als Autorin seines Stücks Heute Abend: Lola Blau ausgab. In einem 14 Jahre dauernden Rechtsstreit, in dem das Gericht zunächst der Argumentation von Küppers folgte, bekam Georg Kreisler schließlich Recht.[3]

Verhältnis zu Gerhard Bronner[Bearbeiten]

1989 erschien Kreislers Erinnerungsbuch Die alten, bösen Lieder, in dem Gerhard Bronner „gar nicht gut wegkommt“.[1] Das Buch verschwand unmittelbar nach seinem Erscheinen aus dem Handel und wurde nicht nachgedruckt; es erschien erst zehn Jahre später in einem deutschen Verlag. Der Wiener Verlag Ueberreuter beteuerte, ein Wasserschaden habe die Auflage vernichtet. Kreisler verdächtigte Bronner, hinter dem Verschwinden seines Buches zu stecken. Bronner, der Kreisler so sehr hasste, […] hatte jedenfalls ein Motiv. Bronner war von der Behauptung nicht abzubringen, 'Vom Kreisler gibt es keine eigene Zeile. Der hat alles gestohlen.'[1] Bronner beschuldigte Kreisler in seiner Autobiografie Spiegel vorm Gesicht. Erinnerungen des Plagiarismus. So beschrieb er, dass Kreisler ihm in der Marietta-Bar von Tom Lehrers Liedern erzählt habe und ebenso zugab, die Idee des Liedes „Tauben vergiften“ von diesem übernommen zu haben. Bronner meinte, „Ich wusste, dass unsere Freundschaft nicht von Dauer sein würde.“ Kreisler selbst bestritt diese Behauptungen energisch. Er gab an, sich in Bronners „namenlosem Ensemble“ nie wohlgefühlt zu haben, da ihm die praktizierte Form des Kabaretts zu wenig kritisch war.

Plagiatsvorwürfe[Bearbeiten]

Basierend auf textlichen und musikalischen Ähnlichkeiten wurde Kreisler mehrfach vorgeworfen, er habe in drei seiner Chansons Ideen und Material von anderen Künstlern verwendet, ohne dies in der üblichen Weise (z. B. durch „Frei nach einem Lied von …“) anzugeben.[18][19] Kreislers Ich hab’ deine Hand ist dem Lied von Tom Lehrer I Hold Your Hand in Mine, Dear sehr ähnlich, das zuerst im Jahr 1953 im Album Songs by Tom Lehrer erschienen war; Tauben vergiften von Kreisler ähnelt Lehrers Lied Poisoning Pigeons in the Park. Kreisler hätte die Gelegenheit gehabt, dies bei Auftritten von Tom Lehrer zwischen 1953 und 1955 zu hören. Gerhard Bronner, der nach Kreislers Rückkehr mit ihm in Wien zusammengearbeitet hat, beschreibt in seiner Autobiographie Spiegel vorm Gesicht, dass Kreisler dieses Lied Lehrers schon zu der Zeit bekannt war. Das Mädchen mit den drei blauen Augen von Kreisler ähnelt Abe Burrows’ Lied The Girl with the Three Blue Eyes (erste Tonaufnahme: 1950).

In seiner Autobiografie Die alten, bösen Lieder bestritt Kreisler ein Plagiat. Er schrieb dazu unter anderem: „Ich möchte aber keineswegs behaupten, daß Lehrer das betreffende Lied von mir gestohlen hat, denn dann wäre ich ja nicht klüger als er. Viele Varianten sind möglich. Vielleicht hat jemand mein Lied gehört und ihm die Idee vorgeschlagen, ohne meinen Namen zu nennen. Ebensogut ist es möglich, daß wir unabhängig voneinander auf dieselbe Idee kamen.“[19]

Tom Lehrer selbst sagte in einem Interview: „Kreisler ist ein Wiener, der zwei meiner Lieder gestohlen hat.“[20]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Ein ausführlicheres, aber nicht vollständiges Werkverzeichnis ist auf den Seiten 297–311 des Buches Georg Kreisler gibt es gar nicht. Die Biografie von Hans-Juergen Fink und Michael Seufert zu finden. Noch deutlich detaillierte Verzeichnisse von Werken, Schriften und Tonaufnahmen stehen im Kreisler-Eintrag von Frédéric Döhl in der Enzyklopädie Komponisten der Gegenwart. Dieser Artikel sowie der von Michael Custodis und Albrecht Riethmüller herausgegebene Band Georg Kreisler. Grenzgänger enthalten zudem eine Reihe von Faksimiledrucken von hand- und maschinenschriftlichen Noten, Texten und Skizzen Kreislers (siehe unter Literatur). Kreislers umfangreicher künstlerischer Nachlass befindet sich im Georg-Kreisler-Archiv[21] der Akademie der Künste Berlin.

Diskografie[Bearbeiten]

Singles und EPs[Bearbeiten]

  • Please Shoot Your Husband (enthält: It’s Great to Lead an Antiseptic Life / My Psychoanalist is an Idiot; Please Shoot Your Husband / I Hate You; Frikashtasni / What Are Little Girls Made of?), Set mit drei 10″/ 78/min Platten (1947 von RCA Victor aufgenommen, nicht erschienen; siehe unter CDs, 2005)
  • Joker II (enthält: Sex is a Wonderful Habit / What Are Little Girls Made of? / Dirty Ferdy / Good Old Ed), Amadeo 1958
  • Zyankali Rock’n Roll (enthält: Zyankali / Taubenvergiften), Amadeo 1958
  • Das Beste aus Kreisler’s Digest (enthält: Geh’n ma Tauben vergiften … / Zwei alte Tanten tanzen Tango / Biddla Buh / Das Triangel), Electrola 1959
  • Das Kabinett des Dr. Kreisler (enthält: Weihnachten ist eine schöne Zeit / Der Liebesbrief / Sport ist gesund / Bach in Boogie-Woogie), Electrola 1959
  • Das Testament des Dr. Kreisler (enthält: Der Karajanuskopf / Die Frau / Onkel Fritz / Telefonbuchpolka), Electrola 1960
  • Schon wieder der Kreisler (enthält: Der Musikkritiker / Marie Galetta), Electrola 1960
  • Eine Musterpackung guter Laune (enthält: La malade à la mode (von Helen Vita) / Du bist neurotisch), Beiersdorf Werbeplatte 1960
  • Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen (enthält: Gelsenkirchen[22] / Der Weihnachtsmann auf der Reeperbahn), Favorit 1961
  • Lieder zum Fürchten (enthält: Als der Zirkus in Flammen stand / Der Paule / Dreh das Fernsehen ab / Wiegenlied), Favorit 1963
  • Max auf der Rax (enthält: Max auf der Rax / Die Wanderniere / Alpenglüh’n), Philips 1963

LPs[Bearbeiten]

  • Vienna Midnight Cabaret mit Georg Kreisler Amadeo 1957
  • Vienna Midnight Cabaret mit Georg Kreisler II Amadeo 1958
  • Seltsame Gesänge Philips 1959
  • Seltsame Liebeslieder mit Bill Grah und seinem Orchester, Amadeo 1961
  • Kreisler Meets Love Meets Jazz (enthält: You Bore me / Please Shoot your Husband / Antiseptic Life / Butler Burton / I Hate You / Frikashtasni, dazwischen Jazz-Stücke), Amadeo 1961/62
  • Sodom und Andorra eine Parodie auf Andorra von Max Frisch, Hörspiel, Preiser 1962
  • Die Georg Kreisler Platte Preiser 1962
  • Lieder zum Fürchten Preiser 1963
  • Unheilbar gesund Preiser 1965
  • Polterabend Lieder aus dem gleichnamigen Theaterstück mit Georg Kreisler, Brigitte Brandt, Topsy Küppers, Erich Kleiber, Gunnar Möller, Herbert Prikopa und Harry Tagore, Preiser 1965
  • „Nichtarische“ Arien Preiser 1966
  • Sieben Galgenlieder von Georg Kreisler und Blanche Aubry, Texte von Christian Morgenstern, vertont und begleitet von Friedrich Gulda, Preiser 1967
  • Die heiße Viertelstunde mit Topsy Küppers, Preiser 1968
  • Anders als die andern mit Topsy Küppers, Preiser 1969
  • Der Tod, das muss ein Wiener sein mit Topsy Küppers, Preiser 1969
  • Everblacks Intercord 1971
  • Kreisleriana Preiser 1971
  • Literarisches und Nichtarisches Preiser 1971
  • Heute Abend: Lola Blau. Musical für eine Frau und zwei Klaviere mit Topsy Küppers, an den Klavieren Georg Kreisler und Heinz Hruza, Preiser 1971
  • Hurra, wir sterben, Auszug aus dem gleichnamigen Kabarettprogramm mit Georg Kreisler, Mathias Lange, Elena Manta, Ursula Oberst und Fritz Stavenhagen, Preiser 1971
  • Vorletzte Lieder Preiser 1972
  • Everblacks Zwei Intercord 1974
  • Allein wie eine Mutterseele Preiser 1974
  • Kreislers Purzelbäume Preiser 1975
  • Rette sich wer kann Intercord 1976
  • Liebeslieder am Ultimo Intercord 1977
  • Mit dem Rücken gegen die Wand mit Barbara Peters, Preiser 1979
  • Everblacks Drei. Intercord 1980
  • Gruselkabinett mit Barbara Peters, Preiser 1981
  • Elefantenhochzeit Musik zum gleichnamigen Theaterstück, Austro Mechana 1982
  • Taubenvergiften für Fortgeschrittene mit Barbara Peters, 1983
  • Wo der Pfeffer wächst mit Barbara Peters, Preiser 1985
  • Wenn die schwarzen Lieder wieder blüh’n mit Barbara Peters, Turicaphon 1987

CDs[Bearbeiten]

  • Fürchten wir das Beste mit Barbara Peters, kip 1996
  • Die alten, bösen Lieder. kip 1997
  • Lieder eines jüdischen Gesellen kip 1999
  • Als der Zirkus in Flammen stand mit Barbara Peters, kip 1999
  • Der Aufstand der Schmetterlinge Oper, Doppel-CD, kip 2000
  • Worte ohne Lieder Hörbuch, kip 2001
  • Wenn ihr lachen wollt … mit Barbara Peters, kip 2001
  • Lieder gegen fast alles mit Barbara Peters, kip 2002
  • Das unveröffentlichte Plattendebüt von 1947 auf Georg Kreisler gibt es gar nicht. Sony Music/Scherz 2005
  • Adam Schaf hat Angst Ein-Mann-Musical mit Tim Fischer, Sony BMG 2007
  • Die alten, bösen Lieder 2 kip 2012

Klaviermusik[Bearbeiten]

  • Drei Klavierstücke, 1947
  • Fünf Bagatellen, 1953
  • Sonata for Piano in drei Sätzen, 1955

Alle herausgegeben von Sherri Jones, Schott, Mainz 2012

Bühnenwerke[Bearbeiten]

Eigene[Bearbeiten]

  • Atempause: Komödie, nie aufgeführt (1962)
  • Mord nach Noten: Fernsehkrimi mit Liedern, bestellt und nie produziert (1962)
  • Sodom und Andorra: Einakter, Parodie auf Andorra von Max Frisch, bestellt und nicht aufgeführt (als Hörspiel auf LP/CD) (1965)
  • Polterabend: uraufgeführt 26. Dezember 1965 im Bernhard-Theater Zürich, danach Komödie Berlin, Theater an der Wien und Tournee (1965)
  • Hölle auf Erden: Operette, Musik von Jacques Offenbach, aufgeführt im Opernhaus Nürnberg, danach nicht mehr (1969)
  • Heute Abend: Lola Blau: Musical für eine Schauspielerin, uraufgeführt am 17. September 1971[23] in dem von 1957 bis 1977[24] zum Theater in der Josefstadt gehörenden Kleinen Theater im Konzerthaus; mit Topsy Küppers; in der Folge sehr oft gespielt, auch in anderen Sprachen (1971)
  • Der tote Playboy: Komödie mit Musik, aufgeführt im Landestheater Salzburg, danach nicht mehr (1975)
  • Elefantenhochzeit: von Wolfgang Lesowsky und Günther Nenning, Bühnenmusik von Georg Kreisler, aufgeführt im Opernhaus Graz (auch auf LP) (1981)
  • Maskerade: Operette/Singspiel, Libretto und Liedtexte von Walter Reisch, Musik von Georg Kreisler, uraufgeführt im Rahmen der Wiener Festwochen im Theater in der Josefstadt Wien unter der musikalischen Leitung Kreislers, danach während zwei Spielzeiten gespielt, seither nicht mehr (1983)
  • Oben: musikalische Komödie, aufgeführt im Landestheater Salzburg und im Landestheater Linz, danach nicht mehr (1989)
  • Die schöne Negerin: Komödie mit Musik, nie aufgeführt (1989)
  • Das deutsche Kind: satirisches Theaterstück mit Musik, uraufgeführt in der Komödie Dresden, danach nicht mehr (1991/2001)
  • Willkommen zu Hause: Komödie mit Musik, nie aufgeführt (1995)
  • Ein Tag im Leben des Propheten Nostradamus: musikalische Komödie, uraufgeführt im Anhaltischen Theater Dessau, danach nicht mehr (1996)
  • Der Klezmer: Libretto für ein Musical ohne Lieder für eine Klezmer-Gruppe und Schauspieler, bestellt, uraufgeführt 2008 vom Rocktheater Dresden (1997)
  • Mister Elfenbein: Musical, mit Art Paul (Musik), nie aufgeführt (1999)
  • Du sollst nicht lieben: Zwei-Personen-Musical in 17 Bildern mit Musik von Beethoven, J.S.Bach, Liszt, Verdi u. a., uraufgeführt in der Schlosserei des Schauspielhauses Köln und danach bis 2002 in 16 weiteren Städten (1999)
  • Der Aufstand der Schmetterlinge: satirische Oper, uraufgeführt 11. November 2000 in den Sofiensälen Wien, nur fünf Aufführungen (auch auf CD) (2000)
  • Adam Schaf hat Angst oder: Das Lied vom Ende: Ein-Mann-Musical, uraufgeführt im Berliner Ensemble mit Tim Fischer (2002); Neuinszenierung von Kreisler selbst, wieder mit Tim Fischer, im Schmidt-Theater in Hamburg (2006)
  • Aquarium oder: Die Stimme der Vernunft: Oper, uraufgeführt am 14. November 2009 im Volkstheater Rostock, Inszenierung von Corny Littmann[25]

Bearbeitungen[Bearbeiten]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Zwei alte Tanten tanzen Tango. Sanssouci, Zürich 1961.
    • als dtv-Taschenbuch mit „Seltsame Gesänge“ und Zeichnungen von Werner Hofmann. München 1964.
  • Der guate, alte Franz. Sanssouci, Zürich 1962
  • Sodom und Andorra. Estam, Schaan 1963
  • Lieder zum Fürchten. Sanssouci, Zürich 1964
  • Mutter kocht Vater und andere Gemälde der Weltliteratur, illustriert vom Künstler selbst. Karl Schwarzer, Wien 1967
  • Nichtarische Arien. Sanssouci, Zürich 1967
  • Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten. Texte. Mit zwei Lobeserklärungen von Hans Weigel. Artemis, Zürich 1973
  • Ich hab ka Lust. Henschel, Berlin/DDR 1980
  • Taubenvergiften für Fortgeschrittene. Heyne, München 1983
  • Lola Blau und Nichtarische Arien. Henschel, Berlin/DDR 1985
  • Worte ohne Lieder. Satiren. Neff, Wien 1986
  • Ist Wien überflüssig? Satiren über die einzige Stadt der Welt, in der ich geboren bin. Ueberreuter, Wien 1987
  • Die alten bösen Lieder. Ein Erinnerungsbuch mit Liedertexten. Ueberreuter, Wien 1989 (angeblich sei fast die ganze Auflage bei einem Wasserschaden zerstört worden), überarbeitete Neuauflage: kip, Dinslaken 1997
  • Ein Prophet ohne Zukunft. Diana, Zürich 1990
  • Das Auge des Beschauers. Mit Illustrationen von Christof Gloor. Nebelspalter, Rorschach 1995
  • Der Schattenspringer. Edition día, Berlin 1995
  • Heute leider Konzert. Drei Satiren. (enthält auch Mutter kocht Vater und andere Gemälde der Weltliteratur). Konkret, Hamburg 2001
  • Wenn ihr lachen wollt ... Ein Lesebuch. Edition Memoria, Hürth/Wien 2001, ISBN 3-930353-14-8.
  • Lola und das Blaue vom Himmel. Eine Erinnerung. Edition Memoria, Hürth/Wien 2002, ISBN 3-930353-18-0.
  • Mein Heldentod. Prosa und Gedichte. Arco, Wuppertal 2003, ISBN 3-9808410-3-0.
  • Alles hat kein Ende. Roman. Arco, Wuppertal 2004, ISBN 3-9808410-7-3.
  • Leise flehen meine Tauben. Gesungenes und Ungesungenes. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16946-1.
  • Letzte Lieder. Autobiografie. Arche, Zürich/Hamburg 2009, ISBN 978-3-7160-2613-7.
  • Zufällig in San Francisco. Unbeabsichtigte Gedichte. Verbrecher Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-940426-46-8.
  • Anfänge – Eine literarische Vermutung. Atrium, Zürich/Hamburg 2010, ISBN 978-3-85535-365-1.
  • Georg Kreisler für Boshafte. Insel, Berlin 2010, ISBN 978-3-458-35346-1.
  • Ein Prophet ohne Zukunft. Roman. Vollständig überarbeitete Neuausgabe Verbrecher Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-940426-71-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Juergen Fink, Michael Seufert: Georg Kreisler gibt es gar nicht. Die Biographie. Scherz, München 2005, ISBN 3-502-15021-4 (mit Audio-CD)
  • Michael Custodis, Albrecht Riethmüller (Hrsg.): Georg Kreisler. Grenzgänger. Rombach (Litterae 169), Freiburg 2009, ISBN 978-3-7930-9554-5.
  • Stefan Baltzer: Die Chansons Georg Kreislers und ihre Stellung in der Entwicklung des deutschsprachigen Kabaretts. Grin, München 2007, ISBN 978-3-638-69900-6.
  • Frédéric Döhl: „Georg Kreislers Musiktheater und das Format des Kammermusicals.“ In: Albrecht Riethmüller, Michael Custodis (Hrsg.): Georg Kreisler. Grenzgänger. Rombach, Freiburg 2009, ISBN 978-3-7930-9554-5, S. 59–75.
  • Frédéric Döhl: „Broadway-Rezeption im Kammerformat. Georg Kreislers 'Heute Abend: Lola Blau'.“ In: Nils Grosch, Elmar Juchem (Hrsg.): Die Rezeption des Broadway-Musicals in Deutschland. Waxman, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2614-6, S. 159–176.
  • Frédéric Döhl: „Georg Kreisler und die Kunstmusik.“ In: mr-Mitteilungen Nr. 78 (Juli 2012), ISSN 0943-5093, S. 1-6.
  • Frédéric Döhl: „Georg Kreisler.“ In: Hanns-Werner Heister, Walter Wolfgang Sparrer (Hrsg.): Komponisten der Gegenwart. 48. Lieferung, edition text + kritik, München 2013, ISBN 978-3-86916-164-8, 19 S.
  • Daniel Kehlmann: „Die Tränenlieferanten kommen näher. Über Georg Kreisler.“ In: ders., Wo ist Carlos Montúfar? Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-24139-0, S. 117-124.
  • Georg Kreisler, Ulrich Müller: Gespräch mit Georg Kreisler. Gesprächsführung: Ulrich Müller, Redaktion: Bettina Hatheyer. In: Peter Csobádi, Gernot Gruber, Jürgen Kühnel, Ulrich Müller, Oswald Panagl, Franz Victor Spechtler (Hrsg.): Das (Musik-)Theater in Exil und Diktatur. Vorträge und Gespräche des Salzburger Symposions 2003. Mueller-Speiser, Anif (Salzburg) 2005, S. 13–37. (= Wort und Musik 58; Salzburger Akademische Beiträge, Ulrich Müller, Franz Hundsnurscher, Oswald Panagl (Hrsg.))
  • Dirk von Nayhauß: Fragen an das Leben. Gespräch mit Georg Kreisler. In: Chrismon, das evangelische Magazin. 05.2011, S. 38. Online-Datei.
  • Mandy Kasek: Ein Nomade mit Heimat. Georg Kreislers Verhältnis zur Heimatstadt Wien. Magisterarbeit Universität Potsdam 2007, Online-Datei.

Film[Bearbeiten]

  • Georg Kreisler gibt es gar nicht. Eine Verbeugung. Dokumentarfilm, Deutschland, 2012, 53 Min., Buch und Regie: Dominik Wessely, Produktion: arte, ZDF, Erstsendung: 27. Februar 2013 bei arte, Inhaltsangabe von arte. Im Zuge dieser Produktion, wurden bekannte Lieder Kreislers von verschiedenen Filmemachern verfilmt und zum Teil auch als Animationsfilm umgesetzt, wie zum Beispiel "Die Telefonbuchpolka" von Benjamin Swiczinsky und der Grupper "Neuer Österreichischer Trickfilm".

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Kreisler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Sven Hartberger: Keine Konzessionen an Personen, die sich lohnen. In: Zeitschrift Falter, Wien, Nr. 29, 18. Juli 2012, S. 26 f.
  2. Aber doch ein Wiener. In: FAZ, 23. November 2011, Nachruf, aufgerufen am 28. November 2011.
  3. a b Liedervergiften in Wien. Pessimistischer Optimist: Dem singenden Kritiker Georg Kreisler zum achtzigsten Geburtstag. In: F.A.Z. vom 18. Juli 2002, Artikelanfang.
  4. a b Thomas Wagner: Wir leben in einer Unrechtsgesellschaft. Von: junge Welt, 14. November 2009, Anfang des Originalartikels.
  5. Internetauftritt für Georg Kreisler
  6. Verena Mayer, Norbert Thomma:„Ich wundere mich, dass ich noch nicht tot bin“. In: Der Tagesspiegel, 25. Oktober 2009, Interview.
  7. Georg Kreisler: Ein Brief nach Wien. In: Süddeutsche Zeitung, Feuilleton, 1. Oktober 1996.
  8. Sandra Kreisler: Mein Vater Georg Kreisler: Autor, Komponist und Intellektueller. In: oe1.ORF.at Kultur, 14. Juli 2007.
  9. Thomas Rothschild: Zum Tod von Georg Kreisler: Bitte keine Heuchler im Kondolenzbuch! In: Die Zeit, 23. November 2011.
  10. Letzte Lieder. Georg Kreisler liest Autobiographisches. Pressemitteilung der Akademie der Künste vom 29. November 2007.
  11. Buchrezension: Melancholie mit Dornen. Georg Kreislers „Letzte Lieder“. In: Neue Zürcher Zeitung, 12. November 2009.
  12. Georg Kreisler 89-jährig gestorben. In: Der Standard, 22. November 2011.
  13. Unzufriedenheit machte ihn froh. In: FAZ, 3. Dezember 2011, S. 37, Artikelanfang.
  14. Bild: Das Grab von Georg Kreisler von knerger.de
  15. Hans Weigel: Die ersten 50 Jahre des Georg Kreisler. Nachwort zu: Georg Kreisler: Ich weiß nicht, was soll ich bedeuten. Artemis, Zürich/München, 1973.
  16. Stefan Deisenberger: Die Anarchie des Augenblicks; Music Information Center Austria, 18. August 2009
  17. Markus Metz, Georg Seeßlen: Kunst kommt von Revolution. In: konkret, 2002, Nr. 8, Interview.
  18. Konstantin Schmidt: Georg Kreisler und Tom Lehrer. „Gemeinsamkeiten“ zweier Kabarettisten
  19. a b Auszug aus Die alten bösen Lieder. (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive) Ueberreuter, Wien 1989, S. 33–36 (via Internet Archive)
  20. „Tom Lehrer and Georg Kreisler“ auf The Tom Lehrer Wisdom Channel
  21. Georg-Kreisler-Archiv
  22. Gelsenkirchen - nie wieder hin. Das Lied von Georg Kreisler Der Spiegel 48/1961 vom 22. November 1961
  23. Kreisler-Musical. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 27. August 1971, S. 12.
  24. Eva Baumgartner (Red.), Karin Bellmann (Red.): brut Geschichte (…) brut im Konzerthaus (…)
  25. Uraufführung: «Das Aquarium oder die Stimme der Vernunft» im Großen Haus. In: Volkstheater Rostock, 3. November 2009.