Georg Wolff (Archäologe)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg Wolff (* 29. August 1845 in Neuenhain im Kreis Fritzlar (heute Schwalm-Eder-Kreis); † 6. November 1929 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Gymnasiallehrer und provinzialrömischer Archäologe. Er gilt als ein Begründer der wissenschaftlichen Limes-Forschung.

Georg Wolff war das zweite von sechs Kindern des Neuenhainer Gutsbesitzers Friedrich Wolff und dessen Ehefrau Friedericke, geb. Pluns. Er besuchte das Gymnasium in Fulda und anschließend die Universitäten München und Marburg. Er promovierte 1872 in Marburg mit einer Arbeit zur Geschichte Karls des Großen. Seit 1870 war er als Lehrer (Gymnasialprofessor) tätig, zunächst an der Hohen Landesschule in Hanau, danach bis 1910 am Kaiser-Friedrich-Gymnasium in Frankfurt am Main.

Wolff war auch stellvertretender Leiter der Römisch-Germanischen Kommission des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches und Streckenkommissar der Reichs-Limes-Kommission. Er veröffentlichte u. a.: Der römische Grenzwall bei Hanau, Das Kastell und die Erdlager von Heddernheim, Das Kastell Frankfurt am Main, Die südliche Wetterau in vor-und frühgeschichtlicher Zeit und Bonifatius' letzte Fahrt durch die Wetterau. Georg Wolff war auch Ausgräber der Römerstadt Nida und Begründer der Heddernheimer Lokalforschung.

Wolffs archäologischen Leistungen wurden zahlreich gewürdigt durch die Verleihung der Ehrendoktorwürde und von Ehrenmitgliedschaften in historischen Vereinen. So ernannte ihn der Hanauer Geschichtsverein zu seinem Ehrenvorsitzenden.

[Bearbeiten] Schriften

  • Der Ursprung des Gerichts und der Burg Schwarzenfels. In: Mitteilungen des Hanauer Bezirksvereins. Heft 5. 1876. S. 45ff.
  • Das Römercastell und das Mithrasheiligthum von Gross-Krotzenburg am Main. Die römischen Münzen, Stempel und Graffite. Mit Reinhard Suchier. O.V., o.O., 1882.
  • Der römische Grenzwall bei Hanau mit den Kastellen zu Rückingen und Marköbel. Waisenhaus, Hanau 1885.
  • Das römische Lager zu Kesselstadt bei Hanau. Kittsteiner, Hanau 1890.
  • Das 3. Mithraeum von Heddernheim und seine Skulpturen. Mit Franz Cumont. Lintz, Trier 1894.
  • Das Kastell Markoebel. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.2. Petters, Heidelberg 1896.
  • Das Kastell Hofheim. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.4. Petters, Heidelberg 1897.
  • Das Kastell Kesselstadt. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.3. Petters, Heidelberg 1898.
  • Römische Straßen in der Wetterau. O.V., Frankfurt 1900.
  • Die Erdbefestigungen von Heldenbergen. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.3. Petters, Heidelberg 1900.
  • Zur Geschichte der römischen Okkupation in der Wetterau und im Maingebiete in: Nassauische Annalen 32, 1901, S. 1-25
  • Das Kastell Okarben. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.3. Petters, Heidelberg 1902.
  • Die Römerstadt Nida bei Heddernheim und ihre Vorgeschichte. Carl Jügel´s Verlag, Frankfurt 1908.
  • Über Mithrasdienst und Mithreen. Knauer, Frankfurt 1909.
  • Neolithische Brandgräber in der Umgebung von Hanau. O.V., Hanau 1912.
  • Das Kastell Rueckingen. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.2. Petters, Heidelberg 1913.
  • Die südliche Wetterau in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Ravenstein, Frankfurt 1913.
  • Frankfurt am Main und seine Umgebung. In vor- und frühgeschichtlicher Zeit. - Höchst, Frankfurt, Hanau, Heddernheim, Saalburg, Hendschels Luginsland, Frankfurt am Main, 1913.
  • Das Kastell Frankfurt a.M.. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.3. Petters, Heidelberg 1915.
  • Das Kastell und die Erdlager von Heddernheim. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.3. Petters, Heidelberg 1915.
  • Die geographischen Voraussetzungen der Chattenfeldzüge des Germanicus. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, 50, S. 53-123, Kassel 1917. Auch als Online-Publikation im Edocs-Dokumentationssystem der Universität Frankfurt/Main.
  • Zur Geschichte des obergermanischen Limes. O.V., Bonn 1917.
  • Römisch-germanische Forschung. Mit Friedrich Koepp. De Gruyter, Berlin 1922.
  • Über den Ursprung des Gerichts Schwarzenfels. In: Hanauisches Magazin 2. 1922/23. Nr. 10-12.

postum

  • Das Kastell Gross-Krotzenburg. In: Der obergermanisch-raetische Limes des Römerreiches. Abt. B, Bd. 2.3. Petters, Heidelberg 1933.

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen