Georg Wolfgang Wedel

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Georg Wolfgang Wedel 1684
Amoenitates materiae medicae
Titelblatt (1684)

Georg Wolfgang Wedel (* 12. November 1645 in Golßen in der Niederlausitz; † 6. September 1721 in Jena) war ein deutscher Mediziner und Alchemist.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Pastors Johann Georg Wedel († 1665 in Spremberg), besuchte die Schule in Spremberg, 1653 die Schule seines Geburtsortes und bezog am 29. April 1656 die kurfürstlich sächsische Landesschule Pforta. Hier war Johann Kühn der Rektor der Einrichtung, zudem lehrten dort der damalige Konrektor Bartholomai und Johann Georg Lorenz. Nachdem er dort die Hochschulreife erlangt hatte verließ er am 8. Oktober 1661 die Bildungseinrichtung, um zu Hause weitere Studien zu betreiben. Mit der Absicht, ein medizinisches Studium zu verfolgen, bezog er am 29. April 1662 die Universität Jena. Hier besuchte er die Vorlesungen an der philosophischen Fakultät bei dem Adjunkten Johann Prätorius, Caspar Posner (1671–1718) und Erhard Weigel. An der medizinischen Fakultät hörte er Johann Theodor Schenck, Johann Arnold Friderici, Werner Rolfinck.

Ein anschließendes Auslandsstudium musste er infolge des Todes seines Vaters aufgeben und blieb in Jena. Am 4. Januar 1667 reiste er von Jena ab und besuchte Schlesien, wobei er außerhalb Schlesiens eine kurze Zeit in Landsberg praktizierte und danach seine Mutter in Spremberg besuchte. Über Wittenberg und Leipzig reisend, kehrte er wieder nach Jena zurück, wo er beabsichtigte zu promovieren. Nachdem er sich am 20. Mai 1667 das Lizentiat der Medizin erworben hatte, trat er am 15. August 1667 die Stelle eines Landphysikus von Sachsen-Gotha an. In dieser Funktion erwarb er sich einiges Ansehen am sächsischen Hof von Weimar, promovierte am 7. Dezember 1669 zum Doktor der Medizin in Jena und absolvierte 1672 eine Gelehrtenreise in die Niederlande. Zurückgekehrt nach Thüringen, wurde er am 30. Januar 1673 ordentlicher Professor für Medizin an der Jenaer Salina. Ab 1679 war er Leibarzt von Johann Ernst II von Sachsen-Weimar und 1685 Leibarzt, sowie Rat, mehrerer sächsischer Herzöge. 1672 wurde er Mitglied der Leopoldina, noch vor Beginn des 18. Jahrhunderts wurde er Mitglied der Accademia dei Ricoverati in Padua und 1706 Mitglied der Königlich preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. 1694 wurde er vom Kaiser Leopold zum kaiserlichen Pfalzgrafen ernannt, wurde 1717 kaiserlicher Rat von Karl VI und 1718 Hofrat von Sachsen-Weimar, sowie im gleichen Jahr kurfürstlich sächsischer Rat und Leibarzt. Wedel beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Jenaer Hochschule. So war er mehrmals Dekan der medizinischen Fakultät und in den Wintersemestern 1674, 1680, 1686, 1690, 1696, 1700, 1705, 1709, 1715, 1721 zehnmal Rektor der Alma Mater.

Er war ein Anhänger der chemiatrischen Lehren des Franciscus Sylvius. Er war ein Verteidiger der Alchemie, im Gegensatz zu seinem Lehrer Rolfink, der sie ablehnte. Wie andere Alchemisten versuchte er sich an der Rätsel-Inschrift Aelia Laelia Crispis. Er schrieb auch pharmazeutische Werke. Seine Werke zeigen eine umfassende Bildung. Wedel war auch als Chemiehistoriker aktiv, z.B. an der Aufklärung der Biographie von Basilius Valentinus.

Wedel war drei Mal verheiratet. Von seinen Ehen kennt man nur die am 2. November 1669 in Eisenach geschlossene Ehe mit Christina Sabina Avemann (* 23. Februar 1655; † 3. März 1679), die älteste Tochter des fürstlich sächsischen Hofrats in Marksuhl Elias Heinrich Avemann. Von den Kindern kennt man Johann Adolf Wedel (* 17. August 1675 in Jena; † 23. Februar 1747 ebd.), Ernst Heinrich Wedel (* 1. August 1671 in Gotha; † 13. April 1709 in Jena), Sophia Maria Wedel verh. mit Johann Ernst Faber (* Simmershausen; Sohn des Pfarrers in Simmershausen Mag. Thomas Andreas Faber), Christian Wedel (* Jena, 27. Oktober 1686 immatr. gratis, ebs. 2. Mai 1695, Kanditat med. 14. 6. 1700), Regina Maria Wedel († 1715 in Jena) und aus dritter Ehe Johann Wolfgang Wedel (* 4. November 1708 in Jena; † 11. Juli 1757 ebd.).

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julius Pagel: Wedel, Ernst Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 403.– Artikel zum Sohn; behandelt auch den Vater
  2. galileo.rice.edu

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Georg Wolfgang Wedel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien