George A. Romero

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George A. Romero bei den 66. Filmfestspielen von Venedig 2009

George Andrew Romero (* 4. Februar 1940 in New York) ist ein US-amerikanischer Regisseur, Autor, Filmeditor und Schauspieler.

Romero gilt als Mitbegründer und einer der wichtigsten Vertreter des modernen Horrorfilms. Viele seiner Filme haben Kultstatus erreicht. Romero schrieb für die meisten seiner Filme das Drehbuch selbst, daher kann sein Werk weitestgehend dem Autorenfilm zugeordnet werden. Typisch für seine Filme ist, dass sie bewusst die in den USA herrschende gesellschaftliche Situation ihrer jeweiligen Entstehungszeit spiegeln und einen politischen Subtext aufweisen, der soziale und politische Missstände kritisiert. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead) und Zombie (Dawn of the Dead).

Leben[Bearbeiten]

Bereits im Alter von 14 Jahren begann er mit einer Schmalfilm-Kamera Filme zu drehen. 1958 gewann er einen Future Scientists of America Award für eine Dokumentation über Geologie mit dem Namen Earthbottom, die er im Rahmen eines High-School-Projekts erstellte.

Um ein Studium in den Fächern Kunst, Design und Theaterwissenschaft an der Carnegie Mellon University aufzunehmen, zog er nach Pittsburgh. Nach seinem Examen und dem Erwerb des Titels Bachelor of Arts 1961, arbeitete er als Hilfskraft bei einer Produktion für Nachrichtenbeiträge. 1961 gründete er mit einigen Studienfreunden die Produktionsgesellschaft The Latent Image, um zunächst Werbespots und Lehrfilme zu drehen.[1]

Sein erster Horrorfilm Die Nacht der lebenden Toten (1968) – noch mit einem sehr geringen Budget von 114.000 Dollar gedreht – traf mit seiner hintergründigen Aussage gegen Rassismus und den Vietnamkrieg genau den Nerv der Zeit und wurde schnell zum Geheimtipp. Der kontroverse Film wurde zudem in die Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art aufgenommen.

Auch seinen folgenden Filmen Crazies (1973) und Martin (1977) lag eine subtile, gesellschaftskritische Botschaft zugrunde, Kassenerfolge wurden sie aber nicht.

Erst nach solchen Nichtzombie-Filmen[2] kam der Erfolg zurück. Mit Zombie (Dawn of the Dead) von 1978, in dem sich vier Menschen auf der Flucht vor Zombiehorden in einem Einkaufszentrum verschanzen. In vielen Ländern wurde der Film wegen seiner exzessiven Gewaltdarstellungen beschlagnahmt (Jugendschutz, Zensur).

Romeros dritter Zombie-Film Day of the Dead (deutscher Titel: Zombie 2) von 1985 wurde von der Kritik eher negativ aufgenommen. Nachdem er sich weigerte, wie von den Investoren gewünscht bei diesem Film auf explizite Gewaltdarstellungen zu verzichten, um ein „R-Rating“ zu erreichen, bekam er nur die Hälfte des ursprünglich vereinbarten Kapitals zur Verfügung gestellt und musste sein Drehbuch für diesen Film deutlich vereinfachen.

Danach hatte er vor allem Erfolg als Produzent der Fernsehserie Tales from the Darkside.

1999 drehte er für den Song Scream der Band Misfits ein Musikvideo, in dem sich die Mitglieder der Band in Zombies verwandeln. Als einzige Bezahlung verlangte er von der Band, in seinem Film Bruiser aus dem Jahr 2000 zu erscheinen und Songs für dessen Filmmusik beizusteuern.

Im Jahr 2004 entwarf er für die Comic-Reihe Toe Tags die Handlung einer sechsteiligen Geschichte mit dem Namen The Death of the Death und schrieb dafür die Texte.

Eine Neuverfilmung von Dawn of the Dead war Anfang 2004 ein weltweiter Kassenschlager. Dadurch erhielt Romero selbst Möglichkeit, seiner Zombie-Reihe einen weiteren Film hinzuzufügen. Aus diesem Grund unterbrach er 2004 die Vorproduktion zu Diamond Dead, um der Verfilmung des langersehnten vierten Teils seines Zombie-Zyklus, Land of the Dead, nachzugehen, die nach langjährigen Verhandlungen mit verschiedenen Hollywood-Studios schließlich von Atmosphere Entertainment finanziert wurde.

Romero hat 2007 einen weiteren Zombie-Film mit dem Titel Diary of the Dead fertiggestellt. Er hat wieder das Drehbuch geschrieben und führte Regie. Nachdem Land of the Dead eine Produktion eines größeren Studios war, handelt es sich bei diesem Film wieder um eine unabhängige Produktion.

Über den Torture Porn sagte er 2008: „Ich verstehe es nicht. […] Denen fehlt doch die Metapher.“[2]

2009 erhielt Romero für seinen Spielfilm Survival of the Dead eine Einladung in den Wettbewerb der 66. Filmfestspiele von Venedig. Im Oktober 2011 gab Romero sein Interesse an einer Verfilmung des Romans The Zombie Autopsies von Steven Schlozman bekannt.[3] 2012 synchronisierte Romero den Wissenschaftler "Dr. Beau E. Vil" in ACW Games Zombiespiel Zombie Squash.[4]

Privates[Bearbeiten]

George A. Romero wuchs im New Yorker Stadtteil Bronx auf und besuchte dort eine katholische Schule. Bei den Dreharbeiten zu Land of the Dead lernte er seine jetzige Lebensgefährtin Susan Wloszczyna kennen, mit der er seither in Toronto lebt. Er ist seit 2009 kanadischer Staatsbürger.[5]

Filmografie[Bearbeiten]

Romero hat bis 1982 alle Filme, bei denen er Regie geführt hat, auch selbst geschnitten.

Regie und Drehbuch[Bearbeiten]

Regie[Bearbeiten]

  • 1971: There's Always Vanilla
  • 1974: The Winners (Fernsehserie, Romero führte Regie bei der Folge Willie Stargell: If I Didn't Play Baseball)
  • 1974: O. J. Simpson: Juice on the Loose (Dokumentation über O. J. Simpson)

Drehbuch[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

  • 1968: Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead) als Reporter in Washington
  • 1971: There's Always Vanilla
  • 1977: Martin als Pater Howard
  • 1978: Zombie (Dawn of the Dead) als Regisseur des Fernsehsenders WGON TV
  • 1985: Zombie 2 (Day of the Dead) als Zombie mit Narbe
  • 1986: Lot swierkowej gesi (Flight of the Spruce Goose) als Gromero
  • 1991: Das Schweigen der Lämmer (The Silence of the Lambs) als FBI-Agent in Memphis
  • 2007: Diary of the Dead als Polizeibeamter

Trivia[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George A. Romero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Seeßlen: George A. Romero und seine Filme, Kuk, 2010, S. 37
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKatrina Onstad: Horror Auteur Is Unfinished With the Undead. In: The New York Times. 10. Februar 2008, abgerufen am 19. Februar 2009 (englisch): „“I don’t get the torture porn films,” Mr. Romero said. “They’re lacking metaphor.“
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSteve Barton: George A. Romero Interested in Performing The Zombie Autopsies. In: Dread Central. 19. October 2011, abgerufen am 19. October 2011 (englisch).
  4. Exclusive video: George A. Romero in “ZOMBIE SQUASH”
  5. Q&A: George A. Romero Director, Survival Of The Dead
  6. Escalation-DLC auf bestofgamers.com