George Avakian

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George Avakian.
Foto: William P. Gottlieb.
Avakian 2007 im Hard Rock Cafe in New Orleans

George Avakian (armenisch Ջորջ Ավագյան; * 15. März 1919 in Armawir, Russland) ist ein US-amerikanischer Musikproduzent des Jazz und der populären Musik. Er ist armenischer Herkunft. Er ist vor allem für seine Arbeit für Columbia Records bekannt, wo er viele Alben von Miles Davis produzierte.

Avakian wurde in der ehemaligen UdSSR in eine armenische Familie geboren. Er ist der Bruder des Fotografen und Filmemachers Aram Avakian (1926–1987)[1]. Er studierte in Yale, war daneben aber ein eifriger Jazzplattensammler[2] und Jazzfan und war schon als Student verantwortlich für die ersten Reissues (Neuauflagen) von Columbia Records um 1940, wobei er einige zuvor unveröffentlichte Aufnahmen aus der Hot Five und Hot Seven-Periode von Louis Armstrong entdeckte. Er war damit der erste Produzent, der alternate takes entdeckte und veröffentlichte. Später produzierte er Armstrong bei Columbia auch selbst („Louis Armstrong plays W.C.Handy“). Bei Columbia brachte er u.a. Dave Brubeck groß heraus und holte Miles Davis und sein Quintett (mit John Coltrane) 1955 von Prestige (z.B. „Miles Ahead“, „Sketches of Spain“). Avakian war von 1946 bis Anfang 1957 fest bei Columbia angestellt und auf dem Höhepunkt seiner Karriere gesamtverantwortlich für die „Popular Music and International Division“. 1957 ging er zu Pacific Jazz von Richard Bock. Ab 1959 war er bei Warner Brothers, wo er unter seinem ehemaligen Chef bei Columbia Jim Conkling die Pop-Sparte aufbauen sollte und 1960/61 „Bill Haley and the Comets“ produzierte[3]. 1962 organisierte er die UdSSR-Tour von Benny Goodman. Im selben Jahr ging er zu RCA Victor[4], wo er Paul Desmond und den wieder aktiven Sonny Rollins („The Bridge“) produzierte. 1963 beschloss er, nie wieder fest in einer größeren Plattenfirma zu arbeiten und managte u.a. das Charles Lloyd-Quartett, und von 1970 bis 1974 dessen ehemaligen Pianisten Keith Jarrett. Danach zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück und züchtete Rennpferde. Allerdings beteiligte er sich auch wieder in der Reissue-Serie „Columbia Legacy“ seiner alten Plattenfirma.

2000 erhielt er den Lifetime Achievement Award von Down Beat (der speziell für wichtige Beiträge zur Förderung des Jazz verliehen wird; den ersten erhielt John Hammond).

Mit „Chicago Jazz“ 1940 (Decca 121, mit Eddie Condon[5], Pee Wee Russell), dem weitere über Jazz in New Orleans und New York folgten, produzierte er das erste Jazzalbum im modernen Sinn und war wesentlich an der Etablierung der Langspielplatte beteiligt[6]. Im selben Jahr 1940 startete er die „Hot Jazz Classics“ Reihe bei Columbia, die ersten Reissue-Reihen im Jazz[7]. Außerdem revitalisierte er die Live-Mitschnitte von Jazzkonzerten, etwa der Louis-Armstrong-Tournee 1955 in Europa oder Duke Ellingtons Konzert in Newport 1956, das dessen Karriere einen neuen Schub verlieh. Avakian produzierte auch einen der ersten LP-Sampler „I love Jazz“ 1955, damals für nur einen Dollar verkauft.

Avakian ist mit der Geigerin (Professorin an der Juilliard School of Music) Anahid Ajemian verheiratet. 2010 erhielt er die NEA Jazz Masters Fellowship.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Avakian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise, Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. er war beispielsweise Mitarbeiter am Film Jazz an einem Sommerabend von Bert Stein
  2. er traf in Yale 1937/8 den großen Plattensammler und Down-Beat Kolumnisten Marshall Stearns, der gerade seinen Doktor in englischer Literatur machte. Sie bildeten in Yale einen Zirkel von Plattenhörern ähnlich den Hot Clubs in Europa.
  3. Er selbst produzierte bei Warner fast keinen Jazz, brachte aber Chico Hamilton zu Warner Brothers
  4. Er hätte Präsident des Labels Warner Brothers werden können, wollte aber möglichst weit weg von Los Angeles und nah bei der eigentlichen Produktion sein
  5. Nach Avakian kam ihm die Idee als er sah, wie viel Alkohol Eddie Condon und seine Freunde konsumierten, was Avakian einen frühen Tod vermuten ließ. Um den Chicago Jazz vorher zu dokumentieren, überredete er einen Columbia Produzenten die Aufnahmen zu machen
  6. Beispielsweise mit der 4 LP Box „Louis Armstrong Story“ 1951
  7. Ted Wallerstein von Columbia wollte, nachdem er einen Life-Artikel von 1938 über die Geschichte des Swing las, von dem viele Platten kaum mehr erhältlich waren, eigentlich John Hammond beauftragen. Dieser empfahl Avakian. In der Reihe erschienen neben Armstrongs Hot Five und Seven Bessie Smith, Duke Ellington, Fletcher Henderson, Bix Beiderbecke