George Cayley

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Sir George Cayley
„Hubschrauber-Spielzeug“ von Cayley, 1854, Propellerblätter aus verzinntem Blech, Ständer aus Rosenholz (Nachbau)
Gleiter von Cayley

Sir George Cayley, 6. Baronet, (* 27. Dezember 1773 in Scarborough, Yorkshire; † 15. Dezember 1857 in Brompton, westlich von Scarborough) war ein englischer Ingenieur, der sich als einer der Ersten mit der Wissenschaft des Fluges beschäftigte. Er baute das erste Segelflugzeug der Welt bereits 1852.

Carley bewies aufgrund intensiver Studien, gegen den Glauben vieler, dass es dem Menschen unmöglich ist, mit einem Paar „angeschnallter Flügel“ aus eigener Muskelkraft zu fliegen. Eine von ihm 1799 über dieses Thema verfasste Abhandlung hatte großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Fliegerei. Auch auf seine Erkenntnisse haben die Gebrüder Wright ihre Arbeit aufgebaut.

1804 begann Cayley große Gleiter zu bauen, die bereits große Ähnlichkeiten zu heutigen Gleitern aufwiesen. Die Gleiter waren Eindecker mit großen Vordertragflächen und kleineren Hecktragflächen sowie horizontalen Stabilisatoren. Die Gleiter probierte er erfolgreich mit Tieren als Besatzung aus.

Im Jahr 1809 gab es nach Cayleys eigenem Bericht im Journal of Natural Philosophy, Chemistry and the Arts, Volume 24, einen Flug mit einem Gleiter. In dem Bericht gibt er zwar an, er hätte bisher nur die Flugeigenschaften getestet und die Sicherheitsvorkehrungen, für einen Flug selbst mit Besatzung aber noch keine Möglichkeit gehabt. Nach Recherchen von Richard Dee berichtet Susan Sibbald in ihren Memoiren[1] von einem Abendessen mit George Cayley im Jahr 1810, bei dem letzterer davon berichtet, bei einem Testflug im Jahr 1809 sei ein Junge abgestürzt und verletzt worden.

In der Mitte des Jahres 1849 gab es einen bemannten Flug eines Gleiters mit einem Jungen als Pilot. Nach den Skizzen in Cayleys Notizbuch Egypt war es ein Gleiter mit drei übereinanderliegenden Tragflächen und seitlich angebrachten, beweglichen Flügeln, die für den Auftrieb sorgen sollten. Montiert war diese Konstruktion auf einem kanu-förmigen Gestell mit Räder.[2]

Ende Juni 1852 oder Anfang Juli 1853 soll er seinen Kutscher überzeugt haben, sich als Pilot (oder wohl eher: Ballast) zur Verfügung zu stellen. Der Gleiter soll auf einen Berg in Brompton geschleppt worden sein, von wo er dann, mit dem Kutscher an Bord, von mehreren Arbeitern den Berg hinabgeschoben wurde, bis er abhob und nach einem rund 130 m weiten Flug sicher auf einer Wiese landete. Der Legende nach soll der völlig verängstigte Kutscher noch an Ort und Stelle gekündigt haben. Dies wäre dann der erste überlieferte erfolgreiche bemannte Segelflug gewesen, bereits rund 40 Jahre vor Otto Lilienthal.

Die Tatsache, dass in den folgenden 40 Jahren, bis zu den Versuchen Otto Lilienthals, keine bemannten Flüge stattgefunden haben, lässt an der Darstellung Cayleys Zweifel aufkommen. Andererseits wurde der Flugapparat 1973[3] nach Originalplänen rekonstruiert und am Originalstartplatz vom bekannten englischen Segelflieger Derek Piggot im Autoschlepp erfolgreich geflogen, wobei Piggot den Gleiter sogar kontrolliert steuern konnte. Damit ist zumindest die grundsätzliche Tauglichkeit der Konstruktion bewiesen. Ein weiterer, späterer Nachbau flog 2003. Bei diesem Versuch waren Allan McWhirter und Richard Branson die Piloten.

Literatur[Bearbeiten]

  • George Caylay: On aerial navigation. in: Journal of Natural Philosophy, Chemistry and the Arts, Volume 24.
  • Richard Dee: The man who discovered flight. George Cayley and the first airplane. McClelland & Steward, Toronto 2007, ISBN 978-0-7710-2971-4.
  • Charles H. Gibbs-Smith: Sir George Cayley's Aeronautics, 1796–1855. Her Majesty's Stationery Office, London 1962.
  • Susan Sibbald: The memoirs of Susan Sibbald 1783 - 1812. Kessinger Publishing. 2010.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susan Sibbald: The memoirs of Susan Sibbald 1783 - 1812
  2. Richard Dee: The man who discovered flight. George Cayley and the first airplane. S. 238
  3. John Ackroyd: Sir George Cayley - Inventor of the Aeroplane, Aeroplane Monthly Dezember 2003