George Davis Snell

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George Davis Snell (* 19. Dezember 1903 in Bradford, Massachusetts, USA; † 6. Juni 1996 in Bar Harbor, Maine, USA) war ein amerikanischer Biologe, der sich vorwiegend mit der Immunologie und Transplantationsmedizin beschäftigte. 1980 erhielt er den Nobelpreis für Medizin und Physiologie gemeinsam mit Baruj Benacerraf und Jean Dausset für die Entdeckung genetisch bestimmter zellulärer Oberflächenstrukturen, von denen immunologische Reaktionen gesteuert werden. 1976 war er mit einem Gairdner Foundation International Award und 1978 mit dem William B. Coley Award ausgezeichnet worden.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

George Davis Snell wurde 1903 in Bradford geboren. Er studierte ab 1922 am Dartmouth College und später an der Harvard University Biologie. Hier promovierte er 1930 und er erhielt seinen ersten Lehrauftrag im folgenden Jahr an der Texas University in Austin. 1934 ging er an das zur damaligen Zeit führende Labor zur Erforschung der Genetik von Säugetieren, dem Rsocoe B. Jackson Memorial Laboratories in Bar Harbor. Hier war er von 1946 bis 1956 als Professor und von 1957 bis zu seinem Ruhestand 1969 als Leiter der Laboratorien tätig.

Werk[Bearbeiten]

George Davis Snell und seine beiden mit ihm ausgezeichneten Kollegen beschäftigten sich maßgeblich mit der immunologischen Verträglichkeit von Geweben nach Transplantationen. Benacerraf, Snell und Dausset konnten in ihren Experimenten nachweisen, dass diese Immunfaktoren genetisch fixiert sind. Sie sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass es experimentell möglich ist, diese Faktoren zu untersuchen, da sie nachweisen konnten, dass sich auch auf den weißen Blutkörperchen, den Leukozyten die gleichen Faktoren befinden wie bei anderen Körperzellen. Dadurch konnte ein Immunfaktorensystem entwickelt werden, welches ähnlich den Blutgruppensystemen funktioniert und bei dem Abwehrreaktionen bereits durch Tests mit Patientenblut durchgeführt werden können.

Snell identifizierte vor allem die Gene, die für die Annahme und Abstoßung körperfremder Gewebe zuständig waren, während Benacerraf und Dausset an der Aufklärung biochemischer Schlüsselmoleküle in diesem Histokompatibilitätskomplex beteiligt waren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Kupfer: Lexikon der Nobelpreisträger, Patmos Verlag Düsseldorf 2001, ISBN 3-491-72451-1

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise
  1. William B. Coley Award Recipients bei cancerresearch.org; abgerufen am 28. April 2011