George Fox

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George Fox (* Juli 1624 in Drayton-in-the-Clay, Leicestershire, heute Fenny Drayton; † 13. Januar 1691) war einer der Gründerväter der Quäker („Religiöse Gesellschaft der Freunde“).[1]

George Fox

Jugend[Bearbeiten]

Er entstammt der Familie eines Wollhändlers und wurde später Lehrling eines Schuhmachers. Von frühester Jugend an nach eigenem Zeugnis (G. Fox, Tagebuch) dem Grübeln über Religionsgegenstände zugewandt, überfielen ihn im Alter von 19 Jahren mystische Visionen und Offenbarungen, die ihn zunächst in eine tiefe spirituelle Krise stürzten.

Beginn der Missionstätigkeit[Bearbeiten]

1649 trat er erstmals öffentlich auf. Er hielt eine Protest-Ansprache in einer Kirche in Nottingham, wurde verhaftet und zum ersten (von insgesamt acht) Gefängnisaufenthalten verurteilt (wegen Gotteslästerung). Schon ein Jahr später wurde er in Derby abermals zu über einem Jahr Gefängnis verurteilt. 1651 Oliver Cromwell bot Fox den Dienst in seiner Armee im Rang eines Hauptmanns an, was er aber ablehnte. Die wohlwollende Haltung Cromwells schützte George Fox in seinem weiteren Leben aber einige Male vor Schlimmerem.

Höchst wahrscheinlich ging der Spottname "Quaker" (engl. ‚Zitterer‘) auf eine Ansprache von Fox zurück. Fox hatte eine sehr bildliche Ausdrucksweise, und griff oft auf Metaphern zurück. Hier ein kurzer Auszug aus seinem Tagebuch (in der Übersetzung 1908, Übersetzerin Margaretha Stähelin):

"[...] da trieb es mich zu beten, und die Kraft des Herrn war so mächtig, dass es schien, als ob das ganze Haus erbebte. Als ich geendet, sagten etliche der Frommen, es sei gerade wie in den Tagen der Apostel, da sich 'das Haus bewegte, in dem sie versammelt waren'(Apos. 2,2). [...]"

Das Foxsche Pathos wirkte auf viele sehr charismatisch, andere reizte es eben zum Spott.

1652 begegnete George Fox Margaret Fell, die er 1669 heiratete. Seine Frau war bedeutend wohlhabender als er. Damit ihm nicht wirtschaftliches Kalkül nachgesagt werden konnte, schloss er im Ehevertrag alle Erbansprüche aus. 1653 wurde George Fox in Carlisle eingesperrt. Ein Brief des Parlaments setzte ihn aber wieder auf freien Fuß. 1656 erreichte der Konflikt zwischen George Fox und James Nayler seinen Höhepunkt und führte zum Bruch zwischen beiden, bis zur Versöhnung durch die Bemühungen von William Dewsbury drei Jahre später, kurz vor dem Tod James Naylers.

Bemühungen um die Gründung einer gefestigten Gemeinschaft[Bearbeiten]

In den Jahren 1664 bis 1666 verbüßte Fox eine Gefängnisstrafe in Lancaster und Scarborough. Trotz angeschlagener Gesundheit begann er nach seiner Entlassung, das Land zu durchreisen, um Monatsversammlungen zu gründen, die er für das Fortbestehen der Quäker für unerlässlich hielt. Seit dem Jahr 1671 begab er sich auf Reisen in die 13 Kolonien, nach Holland und Norddeutschland, um die Mennoniten, Labadisten und andere christliche Splittergruppen für seine Lehre zu gewinnen. Er starb, nachdem er noch die Sicherung des Bestandes seiner Gemeinde unter Wilhelm III. erlebte. Sein Grab befindet sich auf den Bunhill Fields in London.

Die Reinheit seines Strebens und seines Wandels haben selbst seine Feinde zugestanden. Seine Schriften erschienen gesammelt 1694-1706 in drei Bänden.

The Journal[Bearbeiten]

  • The Journal of George Fox. A revised edition by John L. Nickalls. With an epilogue by Henry J. Cadbury and an introduction by Geoffrey F. Nuttall. Cambridge, University Press, 1952; ISBN 0-900469-16-1
  • Tagebuch / George Fox. [Übers. von Martha Röhn]. Bad Pyrmont : Friedrich, 1950 (Journal, dt.) - (Die englische Ausgabe von John L. Nickalls sollte bei der Lektüre zu Rate gezogen werden.)

Gedenktage[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Fox – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Glossar[Bearbeiten]

Für die im Artikel verwendeten Fachbegriffe siehe auch Artikel "Glossar Quäkertum".

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  J. Gordon Melton: Fox, George (1624-1691). founder of the Quaker movement. In: Encyclopedia of World Religions. Encyclopedia of Protestantism, Nr. 6, Facts of File, New York 2005, ISBN 978-0816054565, S. 229.
  2. George Fox im Ökumenischen Heiligenlexikon