George Grote

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Grote

George Grote (* 17. November 1794 in Clay Hill bei Beckenham, heute London; † 18. Juni 1871 in London) war ein englischer Althistoriker.

George Grote (spr. groht), aus einer ursprünglich deutschen Familie stammend, wurde in der Charterhouse School erzogen und trat, 16 Jahre alt, in das Bankiergeschäft seines Vaters ein, widmete sich aber daneben dem Studium der alten Klassiker und nahm regen Anteil an den politischen Bewegungen seiner Zeit.

Im Jahr 1821 veröffentlichte er eine anonyme Flugschrift gegen Sir James Mackintosh Essay on parliamentary reform und schrieb später ein kleines Werk: On the essentials of parliamentary reform.

Im Dezember 1832 für London ins Parlament gewählt, schloss er sich der radikalen Partei an und stellte sich. besonders die Einführung der geheimen Abstimmung (Ballot) zur Aufgabe, die er alljährlich beantragte. Da es ihm indes nicht gelang, den Widerstand der Konservativen und eines großen Teils der Whigs zu besiegen, so legte er 1841 sein Mandat nieder und trat anderthalb Jahre später auch vom Bankgeschäft zurück, um sich lediglich mit der Ausarbeitung seiner History of Greece (London 1846–56, 12 Bde. nebst 2. Bdn. Exkurse; 5. Aufl. 1883, 12 Bde.; deutsch, 2. Aufl., Berlin 1880, 4 Bde.; die Abschnitte Mythologie und Antiquitäten daraus besonders übersetzt von T. Fischer, Leipzig 1856–60, 4 Bde.) zu beschäftigen, die er schon 1823 begonnen, und die sich ebenso durch Gründlichkeit der Forschung wie durch Popularität und Schönheit der Darstellung auszeichnet. Sie umfasst die ganze Zeit von den ersten Anfängen des Griechenvolkes bis zum Tod Alexanders des Großen.

Grotes republikanische Gesinnung macht sich in der günstigen Beurteilung der athenischen Demokratie bemerkbar. Daran schloss sich Platon and the other companions of Socrates (1864, 3 Bde.; 4. Aufl. 1885); ein ähnliches Werk über Aristoteles (hrsg. von Bain und Robertson, 1872, 2 Bde.; 2. Aufl. 1879) blieb unvollendet.

Die Universität Oxford ernannte ihn 1853 zum Ehrendoktor; 1868 wurde er Vizekanzler der Universität London, deren Mitbegründer er auch war. Er starb am 18. Juni 1871 und wurde neben Edward Gibbon in der Westminsterabtei beigesetzt. George Grote war über den gemeinsamen Stammvater Helmcke Grote, Kaufmann in Bremen, mit dem deutsch-baltischen Adelsgeschlechts "von Grote" verwandt.

Aus seinem Nachlass erschienen:

  • Minor works, with. critical remarks (1873);
  • Fragments on ethical subjects (1876) und
  • Seven letters concerning the poliltics of Switzerland pending the outbreak of e civil war in 1847 (1876); eine Untersuchung über den Sonderbundskrieg.

Seine an Geist und Bildung ihm ebenbürtige Gattin Harriet Grote (gestorben am 29. Dezember 1878) gab nach seinem Tod seine Biographie heraus (deutsch von Leopold Seligmann, Leipzig 1874).

Literatur[Bearbeiten]

  • Harriet Grote: George Grote, sein Leben und Wirken aus Familienpapieren, Tagebüchern und Originalbriefen. Mit Portrait in Stahlstich und Facs. Zusammengestellt von Harriet Grote. Übersetzung von Leopold Seligmann (The personal life of George Grote). Leipzig: Brockhaus 1874.
  • Arnaldo Momigliano: George Grote and the Study of Greek History. London: H. K. Lewis and Co., Ltd. 1952.
  • Martin L. Clarke: George Grote: A Biography. London: Athlone Press 1962.
  • William M. Calder (Hrsg.): George Grote reconsidered. A 200th birthday celebration. (Added: With a first ed. of his essay "Of the Athenian government". Ed. by William M. Calder III and Stephen Trzaskoma). (Festschrift für George Grote). Hildesheim: Weidmann 1996, ISBN 3-615-00180-X.
  • Kyriacos N. Demetriou: George Grote on Plato and Athenian democracy. A study in classical reception. Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Wien: Peter Lang 1999, ISBN 3-631-32739-0; ISBN 0-8204-3554-6.
  • Kyriakos N. Demetriou (Hrsg.): Brill’s Companion to George Grote and the Classical Tradition. Leiden: Brill 2014, ISBN 9789004269101.

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.