George Hamilton-Gordon, 4. Earl of Aberdeen

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Thomas Lawrence: George Hamilton Gordon, 4. Earl of Aberdeen

George Hamilton-Gordon, 4. Earl of Aberdeen KG, KT, PC (* 28. Januar 1784 in Edinburgh; † 14. Dezember 1860 in London), bis 1801 Lord Haddo, war ein britischer Staatsmann und Premierminister (1852–1855). Er führte sein Land in den Krimkrieg.

Leben[Bearbeiten]

George Hamilton Gordon verlor seine Eltern in jungen Jahren. Im Alter von sieben Jahren wurde er, beim Tode seines Vaters, Lord Haddo. Mit dem Tod seines Großvaters wurde er 1801 der 4. Earl of Aberdeen. Er wurde an der traditionsreichen Privatschule Harrow, wo Palmerston, Robert Peel und Lord Byron seine Studiengenossen waren, und später am St. John’s College in Cambridge ausgebildet. Noch dem Ende seiner Studien begleitete er 1801 Charles Cornwallis als Gesandtschaftsattaché nach Paris zu den Verhandlungen zum Frieden von Amiens. Nachdem er 1804 in Cambridge den Magistergrad erworben hatte, bereiste Aberdeen Griechenland, gründete nach seiner Heimkehr die Athenian Society, beschäftigte sich mit klassischen Studien und veröffentlichte Untersuchungen über die Topographie von Troja sowie über die Prinzipien der Schönheit in der griechischen Baukunst.

1806 wurde Aberdeen zum schottischen Repräsentativpeer gewählt und schloss sich im Oberhaus den Tories an; als Redner trat er aber erst 1810 auf, als er die Antwortadresse auf die Thronrede des Prinz-Regenten beantragte. Bereits 1808 war er zum Ritter des Distelordens ernannt worden.

Im Jahr 1813 wurde er als Sonderbotschafter nach Wien geschickt, um in Teplitz nach Bildung der österreich-russisch-preußischen Koalition einen Bündnisvertrag Großbritanniens mit Österreich gegen Napoleon abzuschließen. Als Beobachter erlebte er die Schlachten bei Großgörschen und Bautzen sowie zusammen mit Wilhelm von Humboldt die Leipziger Völkerschlacht.

In Neapel trug Aberdeen 1814 dazu bei, dass Murat die Seiten wechselte und sich gegen Napoleon stellte. Aberdeen war einer der Unterzeichner des Vertrags, der am 1. Juni 1814 die Herrschaft der Bourbonen über Frankreich restaurierte. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er als Viscount Gordon zum Peer gemacht und zum Mitglied des Privy Councils ernannt. Im Oberhaus stimmte er regelmäßig mit den Tories und sprach sich sowohl gegen die Aufhebung der Kornzölle und die Emanzipation der Katholiken als gegen die Anerkennung der südamerikanischen Republiken und die auswärtige Politik von Premierminister George Canning aus.

1828 trat Aberdeen als Chancellor of the Duchy of Lancaster erstmals in eine britische Regierung ein. Danach war er zweimal Außenminister, einmal unter dem Herzog von Wellington 1828 bis 1830, dann unter Sir Robert Peel (1841 bis 1846). In diese Zeit fällt das Ende des Krieges mit China, die Bildung der Entente Cordiale mit Frankreich sowie der Ausbau der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Anders als in seinem vorhergehenden politischen Wirken sprach er sich in dieser Funktion für die Katholikenemanzipation aus und hielt entschieden am Prinzip der unbedingten Nichteinmischung in fremde Angelegenheiten fest, insbesondere nach der Julirevolution in Frankreich. 1830 war er an den Verhandlungen zur Gründung des Königreichs Belgien beteiligt, trat aber vor deren Beendigung im November 1830 mit dem Kabinett Wellington zurück. Unter der Regierung Peel war Aberdeen ab 1834 zunächst Kriegs- und Kolonialminister, ab 1841 dann Außenminister. In dieser Zeit vertrat er erheblich liberalere Standpunkte als zuvor. Nach der Aufhebung der Getreidezollgesetze 1846 trat er zurück.

Die auswärtige Politik Palmerstons bekämpfte Aberdeen, schloss sich aber den Konservativen nicht wieder an und wies auch einen ihm von Derby angebotenen Sitz in der Regierung im Februar 1852 ab.

1852 wurde Aberdeen als Nachfolger des zurückgetretenen Derby Premierminister einer Koalitionsregierung aus peelitischen Konservativen und Liberalen, die anfangs sehr beliebt war, bei der zögerlichen Allianz mit Frankreich und dem Osmanischen Reich in der Misswirtschaft des Krimkrieges allerdings rapide an Popularität verlor. Im Februar 1855 wurde er zum Rücktritt gezwungen. Kurz darauf erhielt er den Hosenbandorden.

George Hamilton Gordon war zweimal verheiratet. Seine erste Frau Catherine Elizabeth, die er 1805 geheiratet hatte, starb 1812. Das Paar hatte vier Kinder, die jedoch alle vor ihrem Vater starben. Aus seiner zweiten Ehe mit Harriet Douglas, 1815 bis 1833, gingen vier Söhne und eine Tochter hervor. Sein ältester Sohn George John James Gordon wurde nach seinem Tod der 5. Earl of Aberdeen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Hamilton-Gordon, 4th Earl of Aberdeen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
George Gordon Earl of Aberdeen
1801–1860
George Hamilton-Gordon