George Jung

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George Jacob Jung (* 6. August 1942 in Boston)[1] ist ein ehemaliger US-amerikanischer Drogenhändler. Er galt in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren als der größte Kokainhändler der USA.

Jugend[Bearbeiten]

Jung wuchs in dem kleinen Ort Weymouth im Norfolk County (Massachusetts) auf. Seine Familie war zerrüttet. Der Vater Christian Frederick „Fred“ Jung – ein Deutsch-Amerikaner – betrieb eine kleine Heizungsfirma und war Georges Idol, doch die Firma ging pleite. Als die Mutter Ermine Jung ihren Ehemann immer wieder verließ, entschied sich George, die zerstrittene Familie hinter sich zu lassen und mit seinem Freund Tuna nach Kalifornien auszuwandern.

Leben[Bearbeiten]

Jung blieb lange Zeit mit seinen Freunden Robin D. und Philipp H. in Kalifornien. Dort lernte er auch Annette kennen, seine spätere Freundin. Da Jung sich in finanziellen Nöten befand, beschloss er, mit Marihuana zu dealen. Durch seine Freundin Annette lernte er Richard Barile kennen, von dem er das erste Mal Marihuana bezog. Zu dieser Zeit wurde George Jung unter dem Namen „Boston George“ in ganz Kalifornien bekannt. Durch einen alten Schulfreund Jungs kamen sie auf die Idee, Marihuana an die Ostküste der Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Seine Freundin Annette, von Beruf Stewardess, schmuggelte das Marihuana. Das Geschäft boomte, jedoch wurde Jung 1972 in Chicago mit 300 kg Marihuana erwischt, weil er von einem Kunden verraten wurde, der sich damit aus der Affäre ziehen wollte. George unterschrieb ein Schuldanerkenntnis und kam gegen Zahlung einer Kaution frei, bis er vor einem Gericht hätte erscheinen müssen. Er widersetzte sich jedoch und erschien nicht zur Urteilsverkündung.

Er ging wieder nach Los Angeles und schmuggelte weiter Marihuana von Mexiko in die USA. 1974 besuchte er seine Eltern, wobei, wie George bis heute annimmt, ihn seine Mutter an das FBI verriet und er in seinem Elternhaus verhaftet wurde. Nach Aussagen der örtlichen Polizei soll die Stimme des Anrufers allerdings eine männliche gewesen sein, also nicht die seiner Mutter. Er wurde daraufhin zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt, die er in Danbury (Connecticut) absitzen musste.

Während seines ersten Gefängnisaufenthaltes traf er Carlos Lehder, der ihn später mit Pablo Escobar bekannt machte. Diese Bekanntschaft weitete sich aus und er bezog von Escobar das Kokain, das er mit seinem „Importunternehmen“ in die USA einführte und damit die erste große Welle des Kokainkonsums auslöste.

George Jung heute[Bearbeiten]

Im Jahr 1994 wurde er mit 500 Pfund Kokain erwischt. George Jung saß nach einigen Verlegungen im Gefängnis von Fort Dix ein.[2] Nach einiger Zeit wurde er nochmals verlegt, in eine Haftanstalt in Texas, dem La Tuna FCI. Dieses Gefängnis gilt nach Aussage des folgenden Links als low security prison.[3]

Jung wurde am 2. Juni 2014 aus der Haft entlassen und trat nach der Haftentlassung den Weg an die amerikanische Westküste an, um dort eine Resozialisierungsmaßnahme zu absolvieren. [4]

Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde George Jung durch die Verfilmung seines Lebens in dem Drama Blow aus dem Jahr 2001, in dem er von Johnny Depp dargestellt wurde.

Im Frühling 2002, rund ein Jahr nach Erscheinen von Blow, besuchte ihn seine Tochter erstmals im Gefängnis.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Graham, Renee (July 7, 1993). "Weymouth's Wayward Son". The Boston Globe. S. 49.
  2. Häftlingsnummer 19225-004 des Federal Bureau of Prisons
  3. http://www.bop.gov/locations/institutions/lat/index.jsp
  4. http://www.tmz.com/2014/06/02/george-jung-blow-inspiration-johnny-depp-released-prison/

Weblinks[Bearbeiten]