George Porter, Baron Porter of Luddenham

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Dieser Artikel behandelt den Chemiker George Porter, der US-amerikanische Politiker findet sich unter George Bryan Porter.
George Porter

George Porter, Baron Porter of Luddenham (* 6. Dezember 1920 in Stainforth, South Yorkshire; † 31. August 2002 in Canterbury) war ein englischer Chemiker, Nobelpreisträger und Politiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Porter ging auf die Thorne Grammar School in Thorne bei Doncaster, South Yorkshire (heute: Trinity Academy) [1] und bekam danach ein Stipendium für die University of Leeds, wo er seinen Bachelor in Chemie erhielt. Er diente danach während des Zweiten Weltkriegs in der Royal Naval Volunteer Reserve.

Porter arbeitete unter Ronald Norrish als Forscher an der Universität von Cambridge. Er entwickelte eine Flash Photolyse genannte Methode, um Informationen über kurzlebige Moleküle zu erhalten, die den ersten Nachweis für freie Radikale bot. Später verwendete er diese Methode, um die Feinheiten der Lichtreaktionen in der Photosynthese zu studieren, insbesondere bezüglich Anwendungen in der Wasserstoffwirtschaft, die er ausgesprochen befürwortete.

Er war 1953–54 Assistant Director der British Rayon Research Association, in der er die Bildsynthese von gefärbten Zellulosestoffen im Sonnenlicht erforschte.[2] Die Royal Society of Chemistry verlieh ihm 1955 die Corday-Morgan-Medaille.

Porter wurde 1966 Fullerian Professor of Chemistry und Direktor der Royal Institution. Unter seiner Führung wurde in der Royal Institution die Firma für Applied Photophysics eingerichtet, die aufgrund von Forschungsergebnissen Instrumente herstellte. 1967 wurden Manfred Eigen, R. Norrish und er „für ihre Untersuchungen von extrem schnellen chemischen Reaktionen, die durch Zerstörung des Gleichgewichts durch sehr kurze Energieimpulse ausgelöst werden“ mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.[3] Im gleichen Jahr nahm er einen Ruf als Visiting Professor am University College London an.[3]

Im Jahr 1960 wurde er zum Fellow of the Royal Society gewählt und gewann 1971 die Davy Medal in 1971. Porter wurde 1976 mit dem Kalinga-Preis für die Popularisierung der Wissenschaft ausgezeichnet und erhielt 1978 die Rumford-Medaille. Er las 1978 die Romanes Lecture mit dem Titel "Science and the human purpose" an der University of Oxford. Er war 1985 Präsident der British Association und war ein Gründungsmitglied und Vorsitzender des Chair of the Committee on the Public Understanding of Science (COPUS). Er war darüber hinaus Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften.

Er erhielt 1991 die Ellison-Cliffe Medaille und 1992 die Copley Medaille. Er wurde 1972 als Knight Bachelor zum Ritter geschlagen. Er war 1985–1990 Präsident der Royal Society. Im Jahr 1990 wurde er als Baron Porter of Luddenham, of Luddenham in the County of Kent Life Peer. Im Jahr 1995 bekam er einen Ehrendoktor in Jura von der University of Bath.[4]

Im Jahr 1988 las er die Richard Dimbleby Lecture "Knowledge itself is power". Von 1990 bis 1993 las er die Gresham lectures in Astronomie. Er war 1984-95 Kanzler der University of Leicester. Im Jahr 2001 wurde das Chemiegebäude der Universität zu seinen Ehren George Porter Building genannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Porter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Oxford Dictionary of National Biography. 2004. doi:10.1093/ref:odnb/77183.
  2. David Phillips The Biography of George Porter (PDF-Datei; 2,63 MB). icpress.co.uk
  3. a b George Porter – Biography. Nobel Media. Abgerufen am 30. April 2011.
  4. Honorary Graduates 1989 to present. In: bath.ac.uk. University of Bath. Abgerufen am 18. Februar 2012.