George Ramsay, 9. Earl of Dalhousie

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George Ramsay, 9. Earl of Dalhousie

George Ramsay, 9. Earl of Dalhousie, GCB (* 23. Oktober 1770 auf Dalhousie Castle, Midlothian, Schottland; † 21. März 1838 ebenda) bis 1787 unter dem Namen Lord Ramsay bekannt, war ein schottischer Soldat und Kolonialbeamter. Von 1816 bis 1820 war er Vizegouverneur der Kolonie Nova Scotia und von 1820 bis 1828 Generalgouverneur von Britisch-Nordamerika.

Kindheit und Erziehung[Bearbeiten]

Geboren wurde Ramsay als Sohn von George Ramsay, 8. Earl of Dalhousie, und Elizabeth Glen. Seine Ausbildung erhielt er an der Royal High School in Edinburgh und der University of Edinburgh.

Militärkarriere[Bearbeiten]

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1787, trat Ramsay im Juli 1788 in die British Army ein, indem er sich eine Fähnrichsstelle kaufte, wie es damals üblich war. Später wurde er zum Hauptmann einer von ihm selbst aufgestellten selbständigen Kompanie. 1791 schloss er sich dem 2. Battalion des 1. Regiment of Foot an, wechselte jedoch schon im nächsten Jahr in das 2. Regiment of Foot, in der eine Stelle als Major kaufte. Als dessen Kommandeur wurde er mit dem Regiment nach Martinique verlegt. Im August 1794 wurde er zum Oberstleutnant befördert, bevor er 1795 schwer verwundet wurde und nach England zurückkehrte. Ramsay kämpfte in der Irischen Rebellion von 1798 und im darauffolgenden Jahr in Flandern. Im Januar 1800 erhielt er den Brevet-Rang eines Obersten und wurde im Ägyptenfeldzug unter Ralph Abercromby eingesetzt. 1803 diente er als Brigadegeneral in Schottland, bevor er im April 1805 zum Generalmajor befördert wurde.

In den Napoleonischen Kriegen auf der Iberischen Halbinsel befehligte Dalhousie die siebte Division unter Arthur Wellesley, Marquess of Wellington. Für seine Verdienste in der Schlacht von Vitoria sprach ihm das Britische Parlament seinen Dank aus. Ramsay nahm zudem an der Pyrenäenschlacht teil. Er war mit seiner Einheit an der Besetzung von Bordeaux beteiligt, sodass er die Schlacht von Toulouse von 1814 verpasste.

Spätere Karriere[Bearbeiten]

Nachdem er bereits 1813 in den Bathorden aufgenommen worden war, wurde Ramsay 1815 über seine bisherigen Titel hinaus derjenige eines Baron Dalhousie, of Dalhousie Castle in the County of Edinburgh, verleihen. Hiermit war, anders als mit den schottischen Titeln ein automatischer Sitz im House of Lords verbunden.

Nach Ende der Napoleonischen Kriege wechselte Ramsay in die Kolonialverwaltung. 1816 ging er als Vizegouverneur nach Nova Scotia. Schwerpunkte seiner Tätigkeit dort waren die Verbesserung der Situation der Einwanderer, die Landwirtschaft und das Bildungswesen in der Provinz. Demgegenüber verweigerte ihm das Provinzparlament mehrfach weitere Gelder zum Ausbau der lokalen Miliz.

1820 wurde Ramsay das Amt des Generalgouverneurs von Britisch-Nordamerika mit Sitz in Quebec übertragen. Zu den bisherigen Bereichen kamen nunmehr die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur der Gesamt-Kolonie und, im Hinblick auf den erst acht Jahre zurückliegenden Krieg mit den Vereinigten Staaten, militärische Belange hinzu. Sein Verhältnis zum kanadischen Parlament war jedoch schwierig, da Ramsay extrem konservative Ansuchten vertrat und die Vorrechte der Krone betonte. Einen massiven Konflikt über die Bewilligung von Geldern für die Ausgaben des Gouverneurs selbst verlor Ramsay letztendlich, weil auch das Kolonialministerium in London seine Position nicht stützte. Es kam dann zu einer Beschwerde, die von mehr als 87.000 Einwohnern der Provinz gezeichnet wurde. Der Untersuchungsbericht des britischen House of Commons äußerte schließlich ebenfalls Kritik an der Amtsführung des Gouverneurs.

Aufgrund dieser Situation und im Hinblick auf andauernde finanzielle Schwierigkeiten, die insbesondere seinen schottischen Besitz betrafen, verließ Ramsay 1828 Kanada und kehrte nach Großbritannien zurück. Seine dortigen Versuche, eine Rehabilitierung zu erreichen, blieben allerdings erfolglos.

1830 wurde er dann zum Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Indien ernannt. Seine Gesundheit litt jedoch unter dem tropischen Klima, so dass er schon zwei Jahre später von seinem Amt zurücktrat und nach Großbritannien zurückkehrte. In den letzten Lebensjahren nahmen Ramsays Gebrechen zu, zuletzt war er erblindet und senil.

Familie[Bearbeiten]

Ramsay heiratete 1805 mit Christina Broun aus Coalstoun in East Lothian, Schottland, eine Frau aus gutbürgerlichem Hause. Mit ihr hatte er drei Kinder. Dalhousie starb mit 67 Jahren auf Dalhousie Castle. Sein Sohn James, der spätere 1. Marquess of Dalhousie, folgte seinem Vater später in die Politik. Lady Dalhousie starb im Januar 1839.

Sonstiges[Bearbeiten]

Von 1804 bis 1806 war Ramsay Großmeister der schottischen Freimaurer-Großloge.

Während seiner Tätigkeit als Vizegouverneur von Nova Scotia gründete Ramsay die nach ihm benannte Dalhousie University in Halifax. Die Stadt Dalhousie in New Brunswick wurde 1826 nach ihm benannt.

Quellen[Bearbeiten]

  • Glover, Michael: The Peninsular War 1807–1814 Penguin, 1974.
  • Oman, Charles: Wellington's Army, 1809–1814 Greenhill, (1913) 1993.
  • Biographie beim Dictionary of Canadian Biography Online
  • The Royal Military Calendar, Or Army Service and Commission Book, ed. John Philippart. S. 248-249, Vol I von V, 3rd edition, London, 1820.
Vorgänger Amt Nachfolger
George Ramsay Earl of Dalhousie
1787–1838
James Andrew Broun-Ramsay