George Rodney, 1. Baron Rodney

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George Brydges Rodney, 1. Baron Rodney, von Jean-Laurent Mosnier, 1791
Johannes de Graeff, der Gouverneur von Sint Eustatius

George Brydges Rodney, 1. Baron Rodney (* 24. Februar 1718 in Walton on Thames, Surrey; † 23. Mai 1792 in London) war ein britischer Flottenadmiral.

Leben[Bearbeiten]

Rodney trat im Alter von 14 Jahren der Marine bei und verbrachte seine ersten Jahre auf Linienschiffen vor allem im Kanal und im Mittelmeer. Mit 21 Jahren wurde er Leutnant auf der Dolphin und mit 24 Jahren Kapitän der Plymouth. Während des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740–1747) übte er Geleitschutz südlich von Irland aus. In der Zweiten Seeschlacht bei Kap Finisterre befehligte er unter Admiral Hawke das Linienschiff Eagle. Danach wurde er in Neufundland und schließlich in Portsmouth stationiert. 1751 wurde er in das House of Commons gewählt; den Sitz hatte er bis 1782 inne.

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) war Rodney unter Admiral Boscawen an der Einnahme von Louisbourg auf Neuschottland beteiligt. 1759 wurde er zum Konteradmiral ernannt. Im selben Jahr leitete er die Beschießung von Le Havre und verhinderte somit eine französische Invasion der Britischen Inseln. Im Januar 1762 nahm er mit einem Geschwader von 17 Linienschiffen an der Eroberung der Insel Martinique in Westindien teil und wurde daraufhin zum Vizeadmiral befördert. 1764 wurde er zum Baronet erhoben. In den folgenden Friedensjahren war Rodney erst Leiter des Greenwich Marine-Hospitals, und danach von 1771 bis 1774 Flottenbefehlshaber auf Jamaika. Durch Spielschulden und verfehlte politische Ambitionen in finanzielle Bedrängnis geraten, musste er vor seinen Gläubigern nach Paris flüchten. Erst bei Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges erhielt er wieder ein Kommando.

Nunmehr zum Admiral befördert, übernahm Rodney 1778 den Befehl über das Westindien-Geschwader. Auf dem Hinweg eroberte er mit seiner Flotte von 22 Linienschiffen einen spanischen Geleitzug. In der darauffolgenden Seeschlacht vor Kap St. Vincent besiegte er am 16. Januar 1780 das spanische Blockade-Geschwader vor Gibraltar. Nachdem er Gibraltar mit Nachschub versorgt hatte, traf er im März desselben Jahres in Westindien ein. Am 17. April 1780 kam es schließlich zur Seeschlacht von Martinique mit einem französischen Geschwader unter Admiral de Guichen, welche bedingt durch Irrtümer und Missverständnisse unentschieden endete. Weitere Aufeinandertreffen vom 15. und 19. Mai blieben ebenfalls ergebnislos. Am 3. Februar 1781 erschien Admiral Rodney mit seinem Geschwader vor der zur Niederlande gehörenden Insel Sint Eustatius. Er ließ 3000 Mann anlanden und dem Gouverneur Johannes de Graeff die Aufforderung überbringen, binnen einer Stunde zu kapitulieren. Da de Graeff über keine nennenswerten Streitkräfte verfügte, übergab er Rodney die Insel kampflos. De Graeff – der sich durch den Salut für die Andrew Doria (De Graeff erkannte als erster Repräsentant einer souveränen Nation die kurz zuvor gegründeten Vereinigten Staaten von Amerika als eine souveräne Nation an) den besonderen Unwillen der britischen Regierung zugezogen hatte – wurde vorerst als Gefangener mit seiner Familie nach London gebracht. Gegen die Franzosen gelang Rodney erst am 12. April 1782 ein entscheidender Sieg. In der Schlacht von Les Saintes besiegte er diese unter Comte de Grasse.

Bei seiner Heimkehr nach England wurde Rodney zwar mit Ehren überhäuft – ein weiteres Kommando erhielt er jedoch nicht mehr. Rodney, der zwar als guter Taktiker galt, hat es bei The Saints versäumt, die nach der Schlacht fliehenden Franzosen zu verfolgen und die übrigen Schiffe als Prisen zu nehmen. Dadurch geriet er in Kritik besonders auch bei seinem damaligen Stellvertreter Admiral Samuel Hood.

Das britische Schlachtschiff HMS Rodney (Stapellauf 1922) wurde nach George Brydges Rodney benannt, wie auch dessen Schwesterschiff HMS Nelson nach dem berühmten Admiral Horatio Nelson.

Literatur[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Titel neu geschaffen Baron Rodney
1782-1792
George Rodney