George Villiers, 4. Earl of Clarendon

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George Villiers, 4. Earl of Clarendon
George Villiers, 1865.

George William Frederick Villiers, 4. Earl of Clarendon KG GCB (* 12. Januar 1800 in London; † 27. Juni 1870 ebenda) war ein britischer Adliger, Diplomat und Politiker.

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

George Villiers war ein Enkel des Thomas Villiers, 1. Earl of Clarendon, dem zweiten Sohn des Earl of Jersey, der 1752 die Erbin des letzten Earl of Clarendon aus der Familie Hyde geheiratet hatte. George Villiers folgte 1838 seinem Onkel John Charles Villiers als Earl of Clarendon.

Villiers heiratete 1839 Katherine (1810–1874), die älteste Tochter von James Grimston, 1. Earl of Verulam, mit der er folgende Kinder hatte:

Karriere[Bearbeiten]

Villiers besuchte das St John’s College an der University of Cambridge, das er bereits 1820 mit einem Abschluss verließ.

Er ging dann für drei Jahre als Attaché an die britische Botschaft nach Sankt Petersburg. Es folgten dann Jahre im Zollamt sowie an der Botschaft in Paris, bevor Villiers 1833 als Botschafter nach Spanien entsandt wurde. Während seiner Zeit dort, die vom Ersten Carlistenkrieg geprägt war, hatte er erheblichen Einfluss auf die liberale Regierung und die Königinwitwe Maria Christina, die als Regentin herrschte.

1840 wurde er Lord Privy Seal unter Melbourne, später dann auch noch Chancellor of the Duchy of Lancaster. Nach dem Sturz der Whigs 1841 war er aktiver Oppositioneller, unterstützte aber Peel und seinen Bruder Charles Pelham Villiers bei der Abschaffung der Corn Laws. In der Regierung von Earl Russell bekleidete er das Amt des Präsidenten des Board of Trade 1846 und des Lord Lieutenant of Ireland 1847–1852. In seine Amtszeit fiel die Große Hungersnot in Irland. Die ihm angetragenen Ämter des Generalgouverneurs von Indien bzw. Kanada lehnte er ab, weil er meinte, dann zu weit von der aktiven Politik entfernt zu sein.

In der Regierung unter George Hamilton-Gordon, 4. Earl of Aberdeen, einer Koalition zwischen Liberalen und Peeliten, wurde Villiers Außenminister. 1853 war er maßgeblich für die Verwicklung Großbritanniens in den Krimkrieg verantwortlich. Sodann wirkte er aber daran mit, den sogenannten Dritter Pariser Frieden zustande zu bringen, durch den dieser Krieg beendet wurde. Mit dem Ende der Koalition schied auch er 1858 aus dem Amt.

Erst 1864 übernahm Villiers wieder ein öffentliches Amt, nämlich dasjenige des Chancellor of the Duchy of Lancaster in der Regierung Palmerston. Nach dessen Tode wurde er erneut Außenminister, nunmehr wieder unter Lord Russell. Allerdings schied diese Regierung bereits nach wenigen Monaten aus dem Amt.

Letztmals bekleidete Villiers in der ersten Regierung Gladstone ab 1868 das Amt des Außenministers, ohne dass in diese Zeit besondere außenpolitische Aktivitäten fielen.

Er starb 1870 im Amt. Die Earlswürde erbte sein ältester überlebender Sohn Edward.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • The Life and Letters of George William Frederick, Fourth Earl of Clarendon V2 (1913): 2 (Taschenbuch), Kessinger Publishing (31. Oktober 2007), ISBN 978-0-548-60313-0
  • H. E. Maxwell; G. Villiers, Vanished Victorian (1938)
Vorgänger Amt Nachfolger
John Villiers Earl of Clarendon
1838–1870
Edward Villiers