Georges Lefèbvre

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Georges Lefèbvre (* 6. August 1874 in Lille; † 28. August 1959 in Paris) war ein französischer Historiker, der in seiner Zeit als führende Autorität auf dem Gebiet der Französischen Revolution galt, mit einem beachtlichen Ruf als Gelehrter, der die angesehenste Zeitschrift zum Thema, die Annales historiques de la Révolution française, herausgab und die Position eines Professors für die Geschichte der Französischen Revolution an der Sorbonne innehatte.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Sein Hauptwerk La Révolution Française erschien 1951. Nach dem Tod von Albert Mathiez (1874-1932) ist dies die nächste maßgebliche Französische Revolution eines französischen Historikers der politischen Linken.

Zeit seines Lebens war er Sozialist, ungefähr um die Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde er zunehmend vom Marxismus beeinflusst. Er schrieb oft aus der Perspektive, die nach seinem Gefühl ein Bauer der Zeit eingenommen haben würde, wie in seinem bahnbrechenden Werk Les Paysans du Nord pendant la Révolution française (1924). Lefebvre wurde von der marxistischen Vorstellung beeinflusst, dass Geschichte sich für Wirtschaftsstrukturen und Klassenbeziehungen interessieren sollte.

Lefebvres Darstellung der Ursprünge der Französischen Revolution wurde in Quatre-Vingt-Neuf (Siebzehnhundertneunundachtzig) niedergeschrieben und 1939 publiziert, um den Gedenktag an die Ereignisse der "Großen Furcht" (frz. 'Grande Peur') von 1789 zu markieren. Die im folgenden Jahr angetretene Vichy-Regierung aber wollte keine Geschichte vom linken Flügel oder ein der Revolution sympathisch gesinntes Verständnis, da sie von der antirepublikanischen Rechten unterstützt wurde. Das Regime verbot das Buch und befahl, 8000 Exemplare zu verbrennen. Als Ergebnis war das Werk in seinem Heimatland praktisch unbekannt, bis es 1970 neu gedruckt wurde. Sein Ruf war in der anglophonen Welt bereits sicher, doch seit seiner englischen Übersetzung The Coming of the French Revolution (1947) hat es sich als verständlich geschriebener, doch subtiler Klassiker etabliert. Es bleibt die definitive Erklärung der marxistischen Interpretation der Gründe für die Revolution. Sein folgenreichstes Werk, La Révolution française (revidierte Ausgabe, 1951), wurde in zwei Bänden ins Englische übersetzt: The French Revolution (1962-4) und The French Revolution from 1793 to 1799 (1964). Er schrieb auch eine Studie zu dem berühmtesten General und Herrscher der Geschichte Frankreichs: Napoléon (4. Ausgabe 1953; übersetzt in 2 volumes, 1969).

Schriften[Bearbeiten]

  • Les Paysans du Nord pendant la Révolution française (1924).
  • Quatre-Vingt-Neuf (1939, 1970), dt. unter dem Titel 1789 : das Jahr der Revolution
  • La Révolution Française (1951)
  • Napoléon (dt. 1955)
  • La Grande Peur de 1789. Paris 1932
  • Études sur la Révolution française 1954

Literatur[Bearbeiten]

  • James Friguglietti: Bibliographie de Georges Lefebvre. Paris : Société des études robespierristes 1972

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]