Georges Wilson

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Georges Wilson (* 16. Oktober 1921 in Champigny-sur-Marne; † 3. Februar 2010 in Rambouillet) war ein französischer Schauspieler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Wilson galt in Frankreich als monstre sacré, als Theaterlegende. Im Film hatte er seine erste größere Rolle 1954 als Binet in Claude Autant-Laras Stendhal-Verfilmung Rot und Schwarz (Le rouge et le noir). Philippe de Broca besetzte ihn 1960 als Gegenpart zum damaligen Sexsymbol Jean-Pierre Cassel in Wo bleibt da die Moral, mein Herr? Es folgten Opfergang einer Nonne (1960) mit Jeanne Moreau sowie die Rolle als Fernandels Gegenpart in Der Boß und sein Engel (1961). Seine wohl bedeutendste Rolle spielte Georges Wilson 1961 in Henri Colpis Noch nach Jahr und Tag mit Alida Valli. Gelegentlich war er auch in eher kommerziell angelegten Produktionen zu sehen, zum Beispiel als Alexandre Renaud in Der längste Tag, in Die schöne Isabella mit Sophia Loren und in Lucio Fulcis Beatrice Cenci.

In den 1970er Jahren sah man Wilson unter anderem als Michel Piccolis Chef in Das Mädchen und der Kommissar, als Monsieur de Treville in Richard Lesters Die drei Musketiere und als Lourceuil in Das wilde Schaf. Im deutschen Fernsehen spielte er in Fritz Umgelters Serie Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski. Eine seiner stärksten Rollen hatte Georges Wilson 1982, als die von ihm gespielte Figur in Pierre Schoendoerffers L'honneur d'un capitaine gegen einen Militäranwalt (Charles Denner) um die Ehre eines im Algerienkrieg Gefallenen (Jacques Perrin) kämpft, unterstützt von einer Anwältin (Claude Jade) und der Witwe des Toten (Nicole Garcia). Seinen letzten großen Film drehte Wilson unter der Regie von Fernando E. Solanas: in Tangos spielte er 1985 den Jean-Marie. 2005 trat er als Vater von Patrick Chesnais in Man muss mich nicht lieben vor die Kamera.

Zu den vielen Theaterproduktionen Wilsons zählt ein Auftritt in Die Katze auf dem heißen Blechdach von Tennessee Williams, für den er 2001 den französischen Theaterpreis Molière als bester Nebendarsteller gewann.

Wilsons Söhne sind der Saxophonist und Komponist Jean-Marie Willson sowie der Schauspieler Lambert Wilson.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]