Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz

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Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
Schulansicht Georgius-Agricola-Gymnasium (Chemnitz, 2008).jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1857
Adresse

Park der Opfer des Faschismus 2

Ort Chemnitz
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 49′ 49,5″ N, 12° 55′ 49,8″ O50.83041666666712.9305Koordinaten: 50° 49′ 49,5″ N, 12° 55′ 49,8″ O
Schüler 550
Lehrkräfte 67
Leitung Erhard Hänel
Website www.agricola-gymnasium.de
Jehmlich Orgel über der Aula des Gymnasiums
Jehmlich Orgel

Das Georgius-Agricola-Gymnasium ist das älteste Gymnasium der Stadt Chemnitz. Es hat sowohl eine vertieft sprachliche als auch eine naturwissenschaftliche Ausrichtung. Die Schule wurde nach Georgius Agricola benannt.

Eine Besonderheit neben den bilingualen Sprachklassen ist zum Beispiel eine schuleigene Sternwarte und eine Orgel der renommierten Orgelmanufaktur Jehmlich aus Dresden. Das Gymnasium verfügt über eine moderne und äußerst leistungsfähige IT-Infrastruktur (etwa 100 Computer verteilt auf drei Computerkabinette und Fachräume sowie 8 (teils virtualisierte) Server) auf Linux-Basis. Außerdem besitzt es eine große Bibliothek und einen Bibliothekskatalog (OPAC) für die Buchverwaltung im Intranet der Schule.

Die Schule hat sehr viele Arbeitsgemeinschaften und eine Schülerzeitung namens Pausenbrot.

Das Schulgebäude steht unter Denkmalschutz, es wurde in den vergangenen Jahren saniert.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 13. Oktober 1857 wurde die Realschule unter der Leitung von Direktor Carl August Caspari an der Poststraße eröffnet. 12 Jahre später wurde nach einjähriger Bauzeit ein neues Schulgebäude an der Reitbahnstraße eingeweiht, weil das alte Gebäude wegen der steigenden Schülerzahl zu klein geworden war. 1871 erhielt die Schule den Titel „Realgymnasium I. Ordnung“, wurde aber schon 1884 in „Realgymnasium“ umbenannt. Im Juni 1912 wurde der „Naturwissenschaftliche Verein Chemnitzer Realgymnasiasten“ gegründet. Die Schülerzahlen stiegen erneut, so dass 1914 der Chemnitzer Architekt Emil Ebert den Auftrag zum Bau eines neuen Gebäudes für das Realgymnasium erhielt. Dieser wurde jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vorerst nicht begonnen. 1929 konnte schließlich das neue Gebäude des Realgymnasiums auf dem ehemaligen Johannisfriedhof eingeweiht werden. Die Reliefs und Keramiken am Gebäude stammen vom Chemnitzer Bildhauer Bruno Ziegler, die Figuren von Heinrich Brenner. Das Modell für eine der Figuren war der Schüler und spätere Physiker Moritz Goldhaber.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden alle Schülervereine durch das Ministerium für Volksbildung aufgelöst und 1936 wurden die beiden oberen Jünglingsfiguren auf Betreiben von Schulleiter Kurt Nestler entfernt, da die Modelle beider Juden waren. 1938 folgte die Umbenennung in „Horst-Wessel-Schule“. 1939/1940 wurden Lehrkräfte und Schüler des Abiturjahrganges 1941 aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges in die Wehrmacht einberufen. Als am 5. März 1945 die Stadt bombardiert wurde, verhinderten Brandwachen größere Schäden am Schulgebäude.

1946 fanden wieder reguläre Reifeprüfungen statt. Eine weitere Umbenennung – diesmal im sozialistischen Sinn – in „Karl-Marx-Oberschule“ erfolgte 1949 – namensgebend für den Vorzeigecharakter der Schule in der sozialistischen DDR. Die mit der Wende verbundene Neuausrichtung führte 1991 zur Gründung des „Fördervereins Realgymnasium e. V.“ und zum Beginn der Sanierung der Schule. 1992/1993 wurde die Schule ein Gymnasium – verbunden mit der Umbenennung in „Georgius-Agricola-Gymnasium“. Im Jahr 2000 wurden die von Erik Neukirchner neu geschaffenen Portalplastiken (als Ersatz für die in der Nazi-Zeit entfernten) eingeweiht. Weiterhin wurde die Orgel saniert, deren Einweihung ein Jahr später gefeiert werden konnte.

2007 fand die Festwoche „150 Jahre Realgymnasium Chemnitz“ statt.

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jahresbericht des Städtischen Realgymnasiums zu Chemnitz. Chemnitz 1885–1888 (Digitalisat)
  • Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschulklassen zu Chemnitz. Chemnitz 1889–1893 (Digitalisat)
  • Jahresbericht des Realgymnasiums zu Chemnitz. Chemnitz 1894–1916 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]