Georgsmarienhütte (Unternehmen)

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Georgsmarienhütte GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 14. Juli 1856
Sitz Georgsmarienhütte

Leitung

  • Frank Koch, Geschäftsführer Vertrieb
  • Henning Schliephake, Geschäftsführer Technik
  • Wilfried Hülsmann, Geschäftsführer Finanzen
  • Felix Osterheider, Arbeitsdirektor
  • Peter van Hüllen, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 1.334 (Stand: 2012)
Umsatz 644 Mio € (Stand: 2012)
Branche Stahlindustrie
Produkte Rohblöcke, Rohstrangguss, Halbzeug, Knüppel, Stabstahl, Stabstahl grob- und toleranzgeschält, BlankstahlVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.gmh.de

Die Georgsmarienhütte GmbH (kurz GMH) ist ein am 14. Juli 1856 als Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein gegründetes Stahlwerk mit Sitz in der gleichnamigen und nach dem Stahlwerk benannten Stadt Georgsmarienhütte südlich von Osnabrück. Namensgeber des Werkes sind König Georg V. und Königin Marie, das letzte Herrscherpaar des Königreichs Hannover.

Die Georgsmarienhütte zählt zu den führenden europäischen Anbietern für Stabstahl, Halbzeug und Blankstahl aus Qualitätsstahl und Edelbaustahl und erzielt 80 % ihres Umsatzes mit der Automobilindustrie. Sie ist Teil der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe (GMH Gruppe), einem Verbund aus 45 mittelständisch ausgerichteten Unternehmen in Deutschland, Österreich, Belgien, Brasilien, Australien und in den USA. Stahl aus Georgsmarienhütte kommt überall dort zum Einsatz, wo Sicherheit eine Rolle spielt: Die Kunden des Elektrostahlwerks fertigen unter anderem Kurbelwellen, Pleuel, Nockenwellen, Antriebswellen, Getriebeteile und Fahrwerksteile. Im Geschäftsjahr 2012 erzeugte die Georgsmarienhütte rund 644.000 Tonnen Walzstahl und erzielte damit einen Umsatz von 644 Mio. €.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf das Stahlwerk
Der Elektrolichtbogenofen der Georgsmarienhütte

Die Georgsmarienhütte gehörte ab 1923 zum Klöckner-Konzern, bis das defizitäre Werk 1993 von dem Klöckner-Manager Jürgen Großmann für einen symbolischen Betrag erworben wurde und seit 1997 im Alleinbesitz der Georgsmarienhütte Holding GmbH steht. 1994 nahm das Unternehmen den ersten Gleichstrom-Elektrolichtbogenofen in Deutschland in Betrieb und stellte die Stahlproduktion vom Hochofen-Konverter-Betrieb auf das Gleichstrom-Elektrolichtbogen-Verfahren um. Damit wurde das Stahlwerk unabhängig von Eisenerz und Kohle, aber abhängig vom erheblich schwankenden Schrottpreis. Im selben Jahr wurde nach defizitären Vorjahren erstmals wieder Gewinn erwirtschaftet.

Durch die Umstellung auf das Elektrolichtbogen-Verfahren veränderte sich nach und nach das äußere Bild des Hüttenwerks: 1996 wurde der alte Hochofen gesprengt, 1999 folgte die Sprengung des 1929 erbauten Gasometers an der Klöcknerstraße, 2000 die Sprengung des zweiten Gasbehälters.

Im Jahr 2002 erfolgte eine Großinvestition in eine neue Stranggießanlage und eine Modernisierung des Walzwerkes. Sowohl Bundeskanzler Gerhard Schröder als auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (2005) besuchten das Werk. 2006 wurde der neue 160 Tonnen Hubbalkenofen als Teil der Walzstraße fertiggestellt. Im Jahr 2006 feierte die GMH ihr 150-jähriges Bestehen. Bei einem Festakt, zu dem Angela Merkel, Christian Wulff, Kunden, Freunde und Angehörige der GMH eingeladen waren, wurde der Gründung durch Georg V. und Königin Marie mit vielen Festgästen gedacht. Am Ende des Geschäftsjahres 2006 schied der Inhaber der Georgsmarienhütte, Jürgen Großmann, aus der Geschäftsleitung aus. Er blieb jedoch weiterhin Inhaber. Am 1. September 2007 wurde die erste Schmelze mit dem neuen Pfannenofen LF 2 gefahren. Im Jahr 2008 erfolgte abermals eine Modernisierung der Stranggießanlage sowie die Inbetriebnahme einer neuen Richt- und Prüfstrecke in der Zurichterei der Finalbetriebe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Meyer: Schwerindustrielle Insel und ländliche Lebenswelt: Georgsmarienhütte 1856–1933. Münster 1990, 500 S.
  • Erich Sperling: Alles um Stahl. Dorn 1956, 275 S.
  • Renee Ott: Kohle, Stahl und Klassenkampf. 1982, 452 S.
  • Martin Duram: Die Walzstraßen der Georgsmarienhütte 1908–2008. Georgsmarienhütte Holding GmbH Hamburg 2008, 110 S.
  • Beermann, Biener, Büker, Geck, Hannig, Hoffmann: 27.210.000 t Stahl. Georgsmarienhütte 2006, 322 S.
  • Oliver Driesen: Schwarz wie Schlacke Rot wie Glut. Hamburg 2006, 312 S.
  • Hülsmann, Scheidemann: Die Eisenbahnen der Gorgs-Marien-Hütte. Lübbecke 1985, 559 S.
  • Rudolf Schulte: Geschichte des Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-Vereins in sieben Jahrzehnten. Köln 1928, 157 S.
  • Lothar Hülsmann: Die Georgsmarienhütter Eisenbahnen. 2000, 128 S.
  • W. Beermann, D. Görbing: Die Hütte. Georgsmarienhütte 1988, 194 S.
  • Hermann Müller: Der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-Verein. Band 1, Osnabrück 1896, 268 S.
  • Hermann Müller: Der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-Verein. Band 2, Osnabrück 1906, 176 S.
  • Georgsmarienhütte GmbH: 150 Jahre Stahl aus Georgsmarienhütte. Festschrift 2006, 277 S.

Weblinks[Bearbeiten]

52.2081852388898.0520558361111Koordinaten: 52° 12′ 29,5″ N, 8° 3′ 7,4″ O