Geräuschreduzierender Kopfhörer

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Ein geräuschreduzierender Kopfhörer oder geräuschmindernder Kopfhörer dient als Gehörschutz zum Eliminieren von Störschall bei der Wiedergabe von Nutzschall. Dabei kann der Nutzschall mit geringerer beziehungsweise erträglicherer Lautstärke wiedergegeben werden. Zur Geräuschreduktion werden die passive Dämpfung durch schalldämmende Materialien und die aktive Geräuschreduktion durch Antischall eingesetzt.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Der Kopfhörer nimmt mit einem integrierten Mikrofon den Schall von außen auf, der dann über einen eingebauten Verstärker mit eigener Stromversorgung mit gegenpoligem Signalverlauf über die Lautsprecher des Kopfhörers wiedergegeben wird. Der ursprüngliche Schall wird dann durch destruktive Interferenz abgeschwächt. Dieses Prinzip funktioniert nur bei niedrigen Frequenzen im hörbaren Bereich bis zu einigen 100 Hertz hinreichend gut. Bei hohen Frequenzen ist die passive Dämpfung durch Dämmstoffe im Kopfhörergehäuse deutlich wirksamer.[1]

Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Geräuschreduzierender Kopfhörer

Geräuschreduzierende Kopfhörer werden überall eingesetzt, wo in Bereichen mit lauten Umgebungsgeräuschen Tonsignale zum Ohr übertragen werden sollen, wie zum Beispiel im Cockpit eines Flugzeugs für den Flugfunk oder für die Kommunikation zwischen den Piloten an Bord. Aber auch Passagiere in lauten Fahrzeugen benutzen solche Kopfhörer, um während der Reise beispielsweise möglichst entspannt Musik zu hören. Ferner können auch im Innenraumbereich die Geräusche von elektrischen Geräten wie zum Beispiel Geräusche von Gebläsen, Klimaanlagen oder Elektromotoren gemindert werden.

Der Vorteil von geräuschreduzierenden Kopfhörern besteht darin, dass durch die Senkung des Gesamtschallpegels am Ohr sowohl die Belastung bei der auditiven Wahrnehmung als auch die Emission des Nutzschalls vom Kopfhörer in die Umwelt reduziert werden. Geräuschreduzierende Kopfhörer können auch ohne die Beaufschlagung mit einem Nutzsignal zur Geräuschreduktion eingesetzt werden.

Als Nachteil ist zu nennen, dass die Kopfhörer zur Stromversorgung auf den Einsatz von Batterien, Akkumulatoren oder anderen Spannungsquellen angewiesen sind. Einige Geräte können ohne Spannungsversorgung keine Nutzsignale wiedergeben. Da die Kopfhörer ähnlich wie Aktivboxen mit auf die eingebauten Lautsprecher optimierten, internen Verstärkern arbeiten, können die ursprünglichen Nutzsignale mehr oder weniger stark verändert oder mit zusätzlichen Störgeräuschen (zum Beispiel Rauschen) verfälscht werden.

Die Bauformen erstrecken sich von ohrumschließenden Kopfhörern, die besonders wirksam sind, über halboffene Geräte bis hin zu In-Ohr-Kopfhörern.[2]

Anbieter[Bearbeiten]

Bekannte Marken geräuschreduzierter Kopfhörer sind beispielsweise AKG Acoustics, Blaupunkt, Bose Corporation, Creative, Denon, JVC, Panasonic, Philips, Sennheiser, Sony und Vivanco. Sony hatte Anfang 2012 bekannt gegeben, zukünftig mit Hilfe einer neuen Treiber-Technologie etwaige Störungsgeräusche herausfiltern zu wollen.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reinhard Lerch, Gerhard Sessler, Dietrich Wolf: Technische Akustik: Grundlagen und Anwendungen. Kapitel 14.7.3 Kopfhörer - Hörertypen, Verlag Springer, 2008, ISBN 978-3-540-23430-2, Seite 431.
  2. Stiftung Warentest:Geräuschmindernde Kopfhörer - Insel der Ruhe, test 7/2011, Seite 53.
  3. http://www.kopfhoerertest.net/news/sony-ruestet-mit-neuen-treibern-fuer-kopfhoerer-auf-4869/