Gerald Hüther

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerald Hüther (2005)

Gerald Hüther (* 15. Februar 1951 in Emleben) ist ein deutscher Neurobiologe und Hirnforscher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Gerald Hüther studierte Biologie in Leipzig, wo er auch promovierte. Ende der 1970er Jahre floh er mithilfe selbst gefälschter Visastempel im Reisepass über mehrere osteuropäische Blockstaaten nach Jugoslawien und von dort in die BRD nach Göttingen.[1][2] Von 1979 bis 1989 befasste er sich am dortigen Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin mit Hirnentwicklungsstörungen. 1988 habilitierte er sich im Fachbereich Medizin an der Universität Göttingen und erhielt die Lehrerlaubnis für Neurobiologie.

Von 1989 bis 1994 baute er als Heisenberg-Stipendiat der DFG die Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen auf, die er seitdem leitet.

Hüther leitet in Zusammenarbeit mit dem Pädagogen Karl Gebauer seit 2002 das Informationsnetzwerk WIN-Future und den jährlich stattfindenden Göttinger Kongress zu Erziehungs- und Bildungsfragen.

[Bearbeiten] Tätigkeitsfeld

Gerald Hüther arbeitet auf dem Gebiet der experimentellen Hirnforschung. Unter anderem untersucht er:

Neben zirka 150 Originalarbeiten auf dem Gebiet der experimentellen Hirnforschung in internationalen Fachzeitschriften hat er noch mehrere wissenschaftliche Monographien sowie populärwissenschaftliche Sachbücher publiziert (zum Beispiel Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn). Er ist Mitglied verschiedener Fachgesellschaften und Mitherausgeber wissenschaftlicher Zeitschriften und Fachbücher. Hüther ist der breiten Öffentlichkeit überdies durch zahlreiche Interviews zur Hirnforschung und deren Anwendung auf das alltägliche Leben bekannt.

In einer Studie untersuchte Hüther an Ratten Wirkungen von Methylphenidat (Ritalin) und kam zu dem Schluss, die Verwendung von Ritalin bei Kindern mit ADHS könnte als Spätfolge „Bewegungsstörungen ähnlich denen bei Parkinson-Kranken“ auslösen.[4] Diese Hypothese wurde auf einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie skeptisch aufgenommen.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. Der Neurobiologe Gerald Hüther im Gespräch mit Michael Langer, Deutschlandfunk: Zwischentöne, Sendung vom 25. Januar 2009
  2. Bayern2: Eins zu Eins. Der Talk mit Gerald Hüther
  3. Gerald Hüter: Die Super Nanny hat fragwürdige Methoden, Interview mit der Süddeutschen Zeitung, 26. April 2010
  4. Hat Ritalin Spätfolgen?, Berliner Zeitung, 23. April 2002
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge