Gerd Brunner (Politiker)

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Gerd Brunner (vierter von links) 1990

Gerd Brunner (* 11. Juli 1928 in Limbach (Limbach-Oberfrohna); † 9. September 2002) war ein deutscher Jurist, Hochschullehrer und Politiker (FDP).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur an der Oberschule studierte Brunner Rechtswissenschaft, arbeitete zwischenzeitlich als Holztransportarbeiter und beendete das Studium mit dem Staatsexamen. Er wurde zum Dr. jur. promoviert, habilitierte sich und war später als Hochschullehrer an der Technischen Universität Magdeburg tätig.

Politik[Bearbeiten]

Brunner trat vor 1950 in die LDPD ein und wirkte als Chefredakteur für die Liberal-Demokratische Zeitung in Halle. Zudem war er von 1950 bis 1952 Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt.[1] In diesen drei Jahren war Brunner Mitglied im Landesvorstand der LDPD.[2] Im Zuge der politischen Wende in der DDR trat er zur FDP über. 1990 wurde er zum Landesvorsitzenden der FDP Sachsen-Anhalt gewählt.

Brunner zog 1990 als Abgeordneter in den Landtag Sachsen-Anhalts ein und wurde am 2. November 1990 als Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie als Stellvertretender Ministerpräsident in die von Ministerpräsident Gerd Gies geführte Landesregierung berufen. Auch der von Ministerpräsident Werner Münch geleiteten Folgeregierung gehörte er noch kurzzeitig an. Nachdem bei der Gauck-Behörde seine nebenamtlichen Kontakte zum ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit der DDR bekannt wurden, trat er am 9. August 1991 mit der Begründung, nicht dem Ansehen der Landesregierung schaden zu wollen, von seinen Regierungsämtern zurück.[3] Am 12. September 1991 schied er dann endgültig aus der Regierung aus. Im Anschluss verließ er die FDP und deren Landtagsfraktion. Sein Amt als Landesvorsitzender der FDP übernahm in der Folge Peter Kunert.

Im Jahr 1994 schloss Brunner sich mit den ehemaligen Mitgliedern der aufgelösten DS-Fraktion (Deutsch Soziale Fraktion, Nachfolgerin der DSU-Fraktion), der Vorsitzenden der Steuerzahlerpartei Bärbel Ballhorn und dem fraktionslosen Abgeordneten Wilfried Hofmann (ehemaliger Bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion) zur Fraktion Unabhängiger Abgeordneter (FUA) zusammen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handbuch des Landtages Sachsen-Anhalt II. Wahlperiode, Halle 1951.
  2. Klaus-J. Holzapfel (Hrsg.), Landtag von Sachsen-Anhalt: 1. Wahlperiode, 1990-1994 [Volkshandbuch], 2., erw. Auflage, 1992, S. 12.
  3. Plenarprotokoll vom 12. September 1991
  4. Neue Fraktion in Magdeburg