Gerd Gies

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Gerd Gies, Wahlkampfplakat 1990

Gerd Gies (* 24. Mai 1943 in Stendal) ist ein deutscher Politiker (CDU) und war der erste Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt nach dessen Neubildung 1990.

Gerd Gies (rechts) mit dem FDP-Landesvorsitzenden Gerd Brunner bei den Koalitionsgesprächen 1990

Leben[Bearbeiten]

Gies absolvierte ein Studium der Veterinärmedizin und arbeitete nach seiner Promotion 1973 als Tierarzt im nördlichen Bezirk Magdeburg. 1970 wurde er Mitglied der CDU der DDR. Ende der 1980er Jahre war er Vorsitzender der CDU im Kreis Stendal.[1] Bis in die Wendezeit hinein setzte er sich für die „Friedenspolitik der DDR“ ein und benutzte dafür auch die Christliche Friedenskonferenz.[2]

Im Februar 1990 wurde der Landesverband Sachsen-Anhalt der CDU gegründet. Es handelte sich um den ersten Landesverband in der damaligen DDR. Gerd Gies wurde erster Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt.

Bei der ersten freien Wahl zur Volkskammer wurde Gerd Gies für die CDU gewählt. Obwohl er Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 1990 war, wurde er zunächst Opfer des eigenen Erfolges. Die CDU hatte bis auf einen alle Wahlkreise gewonnen. Kein Kandidat der Landesliste kam zum Zuge. Durch den Mandatsverzicht des stasibelasteten Armin Kleinau rückte Gies jedoch bereits zur konstituierenden Sitzung in den Landtag von Sachsen-Anhalt nach.

Vom 28. Oktober 1990 bis 4. Juli 1991 war Gies Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt sowie Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt. Am 4. Juli 1991 trat Gies zurück, nachdem ihm vorgeworfen worden war, er habe Abgeordnete mit Stasi-Vorwürfen zum Verzicht auf ihr Landtagsmandat gedrängt.[3][4] Gies war Mitglied des Landtags von Sachsen-Anhalt von 1990 bis 1998. Auch nach dem Ausscheiden als Ministerpräsident blieb Gies zunächst Landesvorsitzender. Ende November 1991 wurde Werner Münch als neuer Landesvorsitzender gewählt.

Danach wechselte er in die Energiewirtschaft und war bis 2003 im Vorstand der Electrabel Deutschland AG. Dort war er Vorstandsvorsitzender der Vertriebsgesellschaft Energie SaarLorLux AG (2000–2002).[5]

Gies bei der Stimmabgabe zur Bundestagswahl 1990

2009 ist er Vertreter für das obige, heute als GDF Suez Energie Deutschland AG firmierende Unternehmen im Bundesverband Neuer Energieanbieter, dessen Zweiter Vorsitzender er ist.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerd Gies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Was wurde aus … Gerd Gies? In: Der Tagesspiegel, 12. November 1999
  2.  Die kippen wie Dominosteine. In: Der Spiegel. Nr. 29, 1991, S. 78–80 (online).
  3. Dann stürzt er auch In: Der Spiegel, 1. Juli 1991
  4. Order vom Dicken In: Der Spiegel, 4. März 1991
  5. Vita Dr. Gies (PDF; 11 kB) auf sachsen-anhalt.de