Gerd Langguth

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Gerd Langguth, 2008

Gerd Langguth (* 18. Mai 1946 in Wertheim; † 12. Mai 2013 in Köln-Merheim) war Honorarprofessor für Politische Wissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, politischer Publizist und früherer CDU-Politiker. Bekannt war er darüber hinaus auch als Biograph für Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Leben[Bearbeiten]

Gerd Langguth besuchte den altsprachlichen Zweig des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Wertheim am Main (Baden-Württemberg).

Während des Studiums war Langguth von 1970 bis 1974 Bundesvorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten. Anschließend arbeitete er im Bildungswerk der Konrad-Adenauer-Stiftung in Stuttgart. Zugleich war er Lehrbeauftragter an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Stuttgart.

Gerd Langguth war von 1976 bis 1980 Bundestagsabgeordneter für die CDU. Er war Mitglied des CDU-Bundesvorstandes und zweier Grundsatzprogrammkommissionen der Union. Zwischen 1981 und 1985 war Langguth Direktor der Bundeszentrale für politische Bildung in Bonn und 1986 bis 1987 Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes Berlin beim Bund. Anschließend wurde er von 1988 bis 1993 Leiter der Vertretung der EG-Kommission in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. Zwischen 1993 und 1997 war Gerd Langguth geschäftsführender Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung, 2003 bis 2004 geschäftsführender Vorstand beim Verein Bürgerkonvent. Er war mit der Lebensmittelchemikerin und Managerin Susanne Langguth verheiratet.

Wenige Tage vor seinem 67. Geburtstag starb Langguth nach langjähriger Krankheit in einem Krankenhaus in Köln-Merheim.[1]

Lehrtätigkeit und Publizistik[Bearbeiten]

Gerd Langguth, 2010

Im Rahmen seiner Lehrangebote am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn setzte sich Gerd Langguth mit Themen der Europäischen Integration, mit den Institutionen und den Parteien und politischen Entscheidungsprozessen in der Bundesrepublik auseinander. Als Fernsehkommentator nahm er zu diesen Themen Stellung und kommentierte häufig als Gast u. a. des Ereignissenders Phoenix die Parteienlandschaft und aktuelle politische Entwicklungen in der Bundesrepublik.

Langguths Publikationen als politischer Autor beschäftigten sich mit der Protestbewegung – Entwicklung, Niedergang, Renaissance. Die Neue Linke seit 1968, eine in der Analyse des ehemaligen Vertreters des RCDS umstrittene Beschreibung der 68er Bewegung. Weitere Veröffentlichung sind Der grüne Faktor. Von der Bewegung zur Partei? wie auch das Buch Mythos ’68 und Biografien über Angela Merkel (2005) und Horst Köhler (2007). Im März 2009 erschien sein letztes Buch Kohl – Schröder – Merkel. Machtmenschen, in dem er eine grundsätzliche Analyse der Facetten von „Macht“ vornahm, wie zuvor in seiner Veröffentlichung Das Innenleben der Macht. Krise und Zukunft der CDU.

Langguth erhielt im Dezember 2009 in Berlin den Medienpreis des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland.

Im Zusammenhang mit den Plagiatsvorwürfen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg äußerte sich Gerd Langguth kurz vor Guttenbergs Rücktritt überzeugt davon, dass Guttenberg am Ende politisch gestärkt werde: „Ein Spitzenpolitiker muss Schrammen haben, muss durch Stahlgewitter gegangen sein. Das erdet ihn, das macht ihn menschlicher.“[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Kohl – Schröder – Merkel. Machtmenschen, dtv, München 2009, ISBN 978-3-423-24731-3.
  • Horst Köhler. Biografie, dtv, München 2007, ISBN 978-3-423-24589-0.
  • Angela Merkel, dtv, München, 2005, ISBN 3-423-24485-2. (2010: Erweiterte und aktualisierte Taschenbuchausgabe, dtv, München, ISBN 978-3-423-34627-6)
    Die Mitte des Jahres 2005 erschienene Biographie der späteren Bundeskanzlerin Angela Merkel basiert auf 142 Interviews mit Personen aus Merkels Umfeld. Angela Merkel selbst war „zur begrenzten Mitwirkung“ an dem Buch bereit und gab dem Autor ein „umfängliches Interview“ (65 Minuten).
  • Das Innenleben der Macht. Krise und Zukunft der CDU, Ullstein, München, 2001, ISBN 3-550-07169-8.
  • Mythos ’68. Die Gewaltphilosophie des Rudi Dutschke – Ursachen und Folgen der Studentenbewegung, Olzog Verlag, München, 2001, ISBN 3-7892-8065-8.
  • Deutschland andenken. Eine Nation im Dialog, Bouvier, Bonn 1998, 152 S., ISBN 3-416-02747-7.
  • Die Intellektuellen und die nationale Frage,(Herausgeber). Campus-Verlag, Frankfurt am Main/New York 1997; ISBN 3-593-35725-9.
  • Suche nach Sicherheiten. Ein Psychogramm der Deutschen, DVA, Stuttgart, 1995, ISBN 3-421-05002-3.
  • Politik und Plakat, Bonn 1995; ISBN 3-416-02569-5.
  • Macht bedeutet Verantwortung – Adenauers Weichenstellung für die heutige Politik (Herausgeber), Köln 1994; mit eigenem Beitrag: Konrad Adenauer: „Vater“ der Wiedervereinigung oder „Spalter“ Deutschlands? S. 75–93, ISBN 3-8046-8809-8.
  • Autor, Macht, Staat. Literatur und Politik in Deutschland – Ein notwendiger Dialog (Herausgeber), Düsseldorf 1994, , ISBN 3-7700-0918-5.
  • Berlin. Vom Brennpunkt der Teilung zur Brücke der Einheit, Verl. Wissenschaft und Politik, Köln, 1990, ISBN 3-8046-8755-5.
  • Wer regiert Nicaragua. Geschichte, Ideologie und Machtstrukturen des Sandinismus, Verl. Bonn Aktuell, Stuttgart 1989, ISBN 3-87959-381-7.
  • Protestbewegung – Entwicklung, Niedergang, Renaissance. Die Neue Linke seit 1968, Verl. Wissenschaft und Politik, Köln, 1983, 2. Aufl. 1984, ISBN 3-8046-8617-6.
  • Der grüne Faktor. Von der Bewegung zur Partei?, Osnabrück, Fromm, 1984, ISBN 3-7201-5169-7.
  • Jugend ist anders. Portrait einer jungen Generation, Herder, Freiburg, 1983, ISBN 3-451-08059-1.
  • Protestbewegung in der Bundesrepublik Deutschland 1968–1976, Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, Bd. 117, Köln 1976 (Veröffentlichung der Dissertation Die Entwicklung der Protestbewegung in der Bundesrepublik 1968–1975, Universität Bonn, Philosophische Fakultät, 1975) ISBN 3-8046-8520-X, ISBN 3-921352-18-5.
  • Protestbewegung am Ende. Die Neue Linke als Vorhut der DKP, Hase & Köhler, Mainz 1971, ISBN 3-7758-0827-2.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerd Langguth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Severin Weiland: Publizist und Politikexperte Langguth ist tot. Spiegel Online, 12. Mai 2013, abgerufen am 12. Mai 2013.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Archivdatum nicht im ISO-FormatBonus statt politischem Schaden? dapd-Meldung, 19. Februar 2011, archiviert vom Original am 21. Februar 2011, abgerufen am 12. Mai 2013.