Gerhard Glogowski
Gerhard Glogowski (* 11. Februar 1943 in Hannover) ist ein deutscher SPD-Politiker. Er war vom 21. Juni 1990 bis zum 27. Oktober 1998 Innenminister von Niedersachsen und vom 28. Oktober 1998 bis zum 14. Dezember 1999 Ministerpräsident von Niedersachsen.
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[Bearbeiten] Ausbildung
Glogowski wuchs in Bonn auf, sein Vater war Chauffeur der SPD-Politiker Herbert Wehner und Erich Ollenhauer.[1] Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Glogowski in Bonn eine Lehre als Werkzeugmacher. Parallel dazu besuchte er eine Abendschule, um so das Abitur zu erlangen. Anschließend studierte er an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg bis zum Abschluss als Diplom-Volkswirt.
[Bearbeiten] Politische Laufbahn
Seit 1960 ist Glogowski Mitglied der IG Metall, seit 1961 Mitglied der SPD. Er war Bezirksvorsitzender des SPD-Bezirks Braunschweig und stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen der SPD.
Seine ersten politischen Ämter übernahm er 1966 mit 23 Jahren als Ratsherr, 1968 bis 1972 als Fraktionsvorsitzender und ab 1972 mit 29 Jahren als Bürgermeister der damaligen Gemeinde Waggum, bevor er mit 33 Jahren ehrenamtlicher Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig wurde (1976 bis 1981 und 1986 bis 1990). Ab 1972 bis 1974 war er darüber hinaus Kreistagsabgeordneter des Landkreises Braunschweig und stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender.
1978 wurde er erstmals in den Niedersächsischen Landtag gewählt, dem er ohne Unterbrechung bis 2003 angehörte. Von 1984 bis 1990 war er dort stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion.
Neben diesen politischen Ämtern nahm Glogowski in anderen Institutionen eine Vielzahl von Positionen ein. So war er beispielsweise vor seiner Amtszeit als Innenminister auch Präsident des Niedersächsischen Städtetages. Er gehörte außerdem viele Jahre den Aufsichtsräten der Volkswagen AG, der Norddeutsche Landesbank und der Öffentliche Versicherung Braunschweig an. Ferner war er Mitglied der Aufsichtsräte der Stahlwerke Peine-Salzgitter AG, der Stadtwerke Braunschweig, der Niedersächsischen Verfrachtungsgesellschaft, der Nord/LB und der Braunschweigische Kohlen-Bergwerke. Auch war er Mitglied des Beirates der Ferngas Salzgitter GmbH.
[Bearbeiten] Öffentliche Ämter
Vom 21. Juni 1990 bis 28. Oktober 1998 war er niedersächsischer Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident unter Gerhard Schröder:
Nach Schröders Wahl zum Bundeskanzler am 27. Oktober 1998 trat Glogowski am 28. Oktober 1998 dessen Nachfolge als niedersächsischer Ministerpräsident an. Kritiker in Hannover warfen Glogowski bereits in seiner Zeit als Innenminister vor, er habe vor allem die Interessen der Stadt Braunschweig im Blick. Weil ihm vorgeworfen wurde, sich materielle Vorteile durch sein Amt verschafft zu haben, trat Glogowski am 26. November 1999 als Ministerpräsident zurück.[2] Sein Nachfolger wurde Sigmar Gabriel.
Gerhard Glogowski ist seit Dezember 1994 Ehrensenator der TU Braunschweig.[3]
[Bearbeiten] Engagement in Vereinen und Leben nach der Politik
Glogowski setzte sich immer wieder für die Belange des Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V. (Eintracht Braunschweig) ein. Nachdem er bereits in den 80er Jahren an den Entscheidungen der Stadt Braunschweig zum Erhalt des Stadions an der Hamburger Straße (Eintracht-Stadion) verantwortlich mitgewirkt hatte, setzte er sich als Niedersächsischer Innenminister für den Ausbau des Stadions ein. Das Land Niedersachsen gewährte schließlich für das Bauprojekt in erheblichem Umfang Sportförderungsmittel. Von 2000 bis zum Jahr 2007 war Glogowski Präsident von Eintracht Braunschweig. Im Dezember 2007 wurde er zum Ehrenpräsidenten des Vereins ernannt.
Am 18. Dezember 2007 beschloss der Rat der Stadt Braunschweig nach kontroverser Debatte mehrheitlich, Glogowski zum Ehrenbürger der Stadt Braunschweig zu ernennen. Die Ernennung fand am 11. Februar 2008 statt.[4]
[Bearbeiten] Zitate
„NPD, DVU, Republikaner unterscheide ich nicht. Dies ist für mich alles rechtsradikaler Sumpf. Das hieße: Scheiße nach Geruch zu sortieren.“
– Gerhard Glogowski: Interview, 12. Mai 1998[5]
[Bearbeiten] Kabinette
- Kabinett Schröder I (Niedersachsen) (1990–1994, Minister für Inneres, Stellvertreter des Ministerpräsidenten)
- Kabinett Schröder II (Niedersachsen) (1994–1998, Minister für Inneres, Stellvertreter des Ministerpräsidenten)
- Kabinett Schröder III (Niedersachsen) (1998, Minister für Inneres, Stellvertreter des Ministerpräsidenten)
- Kabinett Glogowski (1998–1999)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7809596.html
- ↑ spiegel.de: Feuchtwarmes Biotop. - Nach nur einer Woche mit Affären-Vorwürfen um Lustreisen, Spesen und Gemauschel musste Ministerpräsident Gerhard Glogowski zurücktreten. Der Nachfolger soll den Zusammenbruch nun so aussehen lassen wie eine Frischzellenkur.
- ↑ Stadtchronik Braunschweig: September 1994
- ↑ Uwe Hildebrandt: Viel Anerkennung und eine Anekdote: Glogowski rettete den Löwen, newsclick.de, 12. Februar 2008
- ↑ Manfred Funke: „Antifaschismus“ – Zum Blendcharakter einer politischen Allzweckwaffe (PDF-Datei; 112 KB)
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Glogowski, Gerhard |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), Ministerpräsident |
| GEBURTSDATUM | 11. Februar 1943 |
| GEBURTSORT | Hannover, Deutschland |
- Ministerpräsident (Niedersachsen)
- SPD-Mitglied
- Landesminister (Niedersachsen)
- Bürgermeister (Braunschweig)
- Politische Affäre in Deutschland
- Ehrenbürger von Braunschweig
- Ehrensenator der Technischen Universität Braunschweig
- Träger des Großen Verdienstkreuzes des Niedersächsischen Verdienstordens
- Deutscher
- Geboren 1943
- Mann