Gerhard Hüsch

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Gerhard Hüsch (* 2. Februar 1901 in Hannover; † 23. November 1984 in München) war ein deutscher Sänger (lyrischer Bariton).

Zwischen 1925 und 1942 sang Hüsch regelmäßig an deutschen, britischen und italienischen Opernhäusern. Ab 1930 lag der Schwerpunkt seiner Tätigkeit in Berlin. Am besten in Erinnerung geblieben ist Hüsch für seine Darstellung des Papageno in Mozarts Die Zauberflöte, so etwa auf der ersten Gesamtaufnahme dieser beliebten Oper mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Thomas Beecham aus den Jahren 1937/38. Hüschs Repertoire umfasste die meisten Standardpartien für leichten Bariton, einschließlich der Werke von Wagner (er trat in Bayreuth auf, vor allem als Wolfram in Tannhäuser) und Richard Strauss (er sang bei der Premiere von Strauss' Intermezzo). Hüsch beeindruckte weniger durch ein besonders großes Stimmvolumen als durch seine klare Diktion und die elegante Stimmführung.

Diese Qualitäten werden besonders deutlich auf seinen Lieder-Einspielungen aus der Vorkriegszeit. Hüsch nahm die ersten weitgehend ungekürzten Fassungen der großen Liederzyklen Winterreise und Die schöne Müllerin von Franz Schubert auf, ebenso wie Beethovens An die ferne Geliebte. Seine Platten mit Liedern von Hugo Wolf stellten das Werk dieses bis dato eher unbekannten Komponisten erstmals einem größeren Publikum vor. Außerdem nahm Hüsch zahlreiche Lieder von Hans Pfitzner auf, bei denen dieser selbst die Begleitung am Klavier übernahm. Der noch unbekannte finnische Komponist Yrjö Kilpinen fand in Hüsch einen stetigen Befürworter. Hüsch wirkte auch bei Oratorien mit. Bemerkenswert ist seine Darstellung des Jesus in einer kriegsbedingt stark gekürzten Fassung von Bachs Matthäus-Passion.

Bedingt durch seine politische Naivität in der NS-Zeit und seine persönliche Nähe zu führenden Nationalsozialisten (wie Rosalind, der Schwester von Baldur von Schirach) fiel Hüsch nach Kriegsende bei den Siegermächten in Ungnade. In der Folgezeit nahm er kaum noch an Konzert- und Opernaufführungen teil, sondern konzentrierte sich auf die Unterrichtstätigkeit. Als Professor an der Münchner Hochschule für Musik zählte er u. a. den britischen Tenor Nigel Rogers zu seinen Schülern. Hüschs Meisterklassen fanden nicht nur in Europa, sondern auch in Japan statt. Inzwischen liegen die meisten seiner zahlreichen Schallplatten-Aufnahmen auch als CD vor.

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