Gerhard Hachmann

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Gerhard Hachmann, 1904

Gerhard Hachmann (* 10. Mai 1838 in Hamburg; † 5. Juli 1904 ebd.) war ein Hamburger Rechtsanwalt und Bürgermeister.

Der Vater von Gerhard Hachmann war Arzt in Hamburg. Hachmann studierte Rechtswissenschaften in Leipzig, wo er im Corps Lusatia Leipzig aktiv war, in Göttingen, wo er 1855 Mitglied der Alten Göttinger Burschenschaft Alemannia wurde und in Heidelberg. Am 7. September 1860 wurde Hachmann in Hamburg als Advokat zugelassen. [1] Er war nicht erfolgreich und hatte große Probleme mit seinem Sozius. So legte er sein Anwaltsmandat nieder und wurde 1866 Direktor der hanseatischen Baugesellschaft. Diese machte im selben Jahre pleite, und Hachmann verlor sein Vermögen. Auch die folgenden Jahren war er stark verschuldet. Er wurde 1878 wieder Anwalt, diesmal mit George Heinrich Embden als Sozius und er hatte mehr Erfolg.[1]

1868 wurde Hachmann in die Hamburger Bürgerschaft gewählt und wurde 1869 erst zum Schriftführer, später zum ersten Vizepräsidenten gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1877 inne. 1877 wurde er zum Präsidenten der Bürgerschaft gewählt, dieses Amt hatte er bis Januar 1885 inne. 1879 trat Carl August Schröder, ein späterer Hamburger Bürgermeister in die Sozietät von Hachmann ein. Da Hachmann sehr gut Verhandlungen führen konnte, sich vor allem kompromissbereit zeigte, erlangte er hohe Anerkennung.

Am 12. Januar 1885 wurde Hachmann für den wegen Krankheit entlassenen Octavio Schroeder in den Hamburger Senat gewählt. Er wurde im Senat Polizeiherr, dieses Amt gab er erst ab, als er am 1. Januar 1900 stellvertretender Bürgermeister wurde. Zwischenzeitlich stand er auch dem Armenwesen vor und berief 1893 Emil Münsterberg nach Hamburg, um das Hamburger Armenwesen zu reformieren. Durch das krankheitsbedingte Ausscheiden von Bürgermeister Johannes Christian Eugen Lehmann wurde er am 19. November 1900 Erster Bürgermeister, mit einer Amtszeit, die bis zum 31. Dezember 1901 reichte. Im Jahre 1903 war er wieder stellvertretender Bürgermeister, 1904 wurde er wieder Erster Bürgermeister.

Hachmann war ein schwerarbeitender, fähiger Verwalter, der gut delegieren konnte, Fachleuten die Entscheidungen überließ, seine eigene Meinung aber schwer durchsetzen konnte. Dies zeigte sich auch während der Choleraepidemie 1892 in Hamburg, als Hachmann als Leiter der zuständigen Behörden den Ernst der Lage nicht erkannte. Damals entmachtete ihn Johannes Versmann de facto, um die nötigen Schritte einzuleiten.

1909 wurde der Hachmannplatz, zwischen dem Hauptbahnhof und dem neuen Kontorhaus Bieberhaus in Hamburg-St. Georg nach ihm benannt. Am 4. September 2011 wurde ein Teil dieses Platzes in "Heidi-Kabel-Platz" umbenannt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gerrit Schmidt: Die Geschichte der Hamburgischen Anwaltschaft von 1815 bis 1879, Hamburg 1989, ISBN 3923725175, S. 359