Gerhard Ludwig Müller

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Bischof Müller im Regensburger Dom beim Introitus zur Christmette 2006
Wappen als Kardinal

Gerhard Ludwig Kardinal Müller (* 31. Dezember 1947 in Finthen, heute zu Mainz)[1] ist Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche und seit 2. Juli 2012 Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre[2]. Er war von 2002 bis 2012 Bischof von Regensburg.

Leben[Bearbeiten]

Gerhard Ludwig Müller wurde als Sohn des Arbeiters Martin Müller und dessen Ehefrau Lioba, geb. Straub, geboren und wuchs gemeinsam mit zwei Brüdern und einer Schwester in Finthen auf. Nach dem Abitur am Bischöflichen Willigis-Gymnasium in Mainz studierte er Philosophie und Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. 1977 wurde er bei Karl Lehmann mit einer Dissertation mit dem Thema Kirche und Sakramente im religionslosen Christentum. Bonhoeffers Beitrag zu einer ökumenischen Sakramententheologie zum Dr. theol. promoviert.[1]

Am 3. Oktober 1977 empfing Müller die Diakonenweihe und wurde am 11. Februar 1978 in Mainz-Finthen durch Hermann Kardinal Volk zum Priester geweiht. Anschließend war er in St. Nikolaus Klein-Krotzenburg, St. Michael in Bürstadt und in St. Josef in Offenbach am Main als Kaplan sowie als Religionslehrer am Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen und am Gymnasium des Wetteraukreises in Nidda tätig.[1]

Akademische Laufbahn[Bearbeiten]

Parallel zu seiner seelsorgerischen Tätigkeit habilitierte sich Müller bei Karl Lehmann mit einer Habilitationsschrift zum Thema Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen. Geschichtlich-systematische Grundlegung der Hagiologie, die 1985 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg angenommen wurde.[1]

1986 erhielt Müller einen Ruf an den Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität in München, an der er heute noch Honorarprofessor ist. Unter seinen mittlerweile über 400 wissenschaftlichen Publikationen[3] ist seine Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie die bekannteste. Müllers Forschungsschwerpunkte sind Ökumene, Neuzeit, Offenbarungsverständnis, theologische Hermeneutik, Priestertum und Diakonat.

Daneben hat oder hatte Müller Gastprofessuren in Madrid, Santiago de Compostela, Cuzco, Rom, Philadelphia, Kerala, Salamanca, Lugano sowie São Paulo. Im Jahr 1999 war er bei der II. Sonderversammlung für Europa und im Jahr 2001 bei der X. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode als theologischer Berater (Peritus) tätig. Von 1998 bis 2002 arbeitete er als Mitglied in der Internationalen Theologenkommission mit.

Wappen als Bischof von Regensburg

Bischof von Regensburg[Bearbeiten]

Weihe[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 2002 wurde Gerhard Ludwig Müller von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Regensburg ernannt. Die Bischofsweihe vollzog am 24. November 2002 der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter. Mitkonsekratoren waren der Mainzer Bischof, Karl Kardinal Lehmann, der Weihbischof in Regensburg, Vinzenz Guggenberger sowie Müllers Vorgänger als Bischof von Regensburg, Manfred Müller. Anwesend waren u. a. auch die Kardinäle Joseph Ratzinger, Antonio María Rouco Varela, Paul Augustin Mayer OSB und Leo Scheffczyk.

Sein Wahlspruch Dominus Jesus („Jesus ist der Herr“) entstammt dem Römerbrief (Röm 10,9 EU) und ist auch der Titel einer programmatischen Schrift des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation und ehemaligen Papstes, Benedikt XVI., aus dem Jahr 2000. In seinem Bischofswappen drückt er seine Verbundenheit sowohl mit seiner Mainzer Heimat als auch mit seiner nunmehrigen Diözese Regensburg aus, indem er die Wappen beider Bistümer integriert. Die Bischofsfigur im Herzschild kann nach Müllers eigenem Bekunden sowohl als der Mainzer Bischof und „Apostel der Deutschen“ Bonifatius interpretiert werden als auch als der Heilige Wolfgang, der Bischof von Regensburg war.

Pastorales Wirken[Bearbeiten]

Im November 2003 gründete Bischof Müller eine diözesane Schulstiftung, die die Trägerschaft von bisher zwölf kirchlichen Schulen übernommen und damit deren Zukunft gesichert hat.[4] Von 2003 bis 2005 besuchte er die acht Regionen der Diözese jeweils über eine Woche lang intensiv und suchte den Kontakt mit kirchlichen und gesellschaftlichen Personen und Einrichtungen.

Mit einer Rätereform ordnete Müller im November 2005 die Formen der Laienzusammenarbeit auf Diözesan-, Dekanats- und Pfarrebene neu.[5] Er begründete dies mit pastoralen Notwendigkeiten und mit dem Kirchenrecht. Das ZdK und andere Laienorganisationen kritisierten die Änderungen als „eine nicht hinnehmbare Rechtsverletzung“.[6] Die Apostolische Signatur und die Glaubenskongregation erklärten, die Änderungen seien rechtmäßig und entsprächen den Anforderungen des II. Vatikanischen Konzils.[7]

Von 11. bis 14. September 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. im Rahmen seiner apostolischen Reise nach Bayern Regensburg und feierte gemeinsam mit Müller die Heilige Messe auf dem Islinger Feld vor 230.000 Besuchern.

Auf Anregung des Bischofs führten die Pfarreien des Dekanates Regensburg/Stadt 2008 bis 2009 in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Emmanuel eine Stadtmission in Regensburg durch. Sie hat in zwei Kernpfarreien begonnen und setzte sich 2009 in den anderen Stadtpfarreien fort.[8][9] Den seit 600 Jahren bestehenden Kötztinger Pfingstritt hat Müller wieder zur Eucharistischen Prozession erhoben, an der er jährlich selbst teilnimmt. Wiederum nach einer Initiative Müllers wurde im Regensburger Dom die Sailerkapelle zur Werktags-Zelebration hergerichtet, die neue Domorgel gebaut, der Westeingang geöffnet und die regelmäßige Sonntagsbeichte eingeführt.

Überdiözesane Aufgaben[Bearbeiten]

In der deutschen Bischofskonferenz war Müller Vorsitzender der Ökumenekommission, stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission und Mitglied der Kommission Weltkirche. Außerdem wirkte er als stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Deutschland und als erster Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Ostkirchlichen Instituts Regensburg e. V.

Von 2009 bis 2012 war er katholischer Vorsitzender der vierten Dialogphase der „Internationalen Lutherisch/ Römisch-katholischen Kommission für die Einheit“ zum Thema „Taufe und wachsende Kirchengemeinschaft“.[10]

Ebenfalls im Jahr 2009 begann Bischof Müller als katholischer Vorsitzender die theologischen Gespräche zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Deutschen Bischofskonferenz.[11] Er stand auch der „Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Orthodoxen Kirchen in Deutschland“ vor.

Weltkirchliche Aufgaben[Bearbeiten]

Das von Bischof Müller in 2008 in den Räumen des Priesterseminars eingerichtete, diözesane Institut Papst Benedikt XVI. mit Sitz in Regensburg gibt im Auftrag von Papst Benedikt XVI. dessen Gesamtwerk in 16 Bänden heraus.[12][13] Seither sind sechs Bände erschienen. Die Aufgabe als Herausgeber wird Erzbischof Müller auch nach seiner Berufung zum Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre weiter ausüben.[14]

Am 20. Dezember 2007 berief ihn Papst Benedikt XVI. zudem zum Mitglied in der Kongregation für die Glaubenslehre[15] und am 17. Januar 2009 zum Mitglied des Päpstlichen Rats für die Kultur.[16] Am 12. Juni 2012 erfolgte die Berufung in den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen sowie in die Kongregation für das Katholische Bildungswesen.[17] Zudem wurde er am 24. November desselben Jahres zum Mitglied des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte berufen.

Am 19. Februar 2014 wurde er von Papst Franziskus als ordentliches Mitglied in die Kongregation für die orientalischen Kirchen berufen.[18]

Erzbischof Müller nach einem Pontifikalamt in Rom mit Jugendlichen im Gespräch

Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre und Erhebung zum Kardinal[Bearbeiten]

Am 2. Juli 2012 berief Papst Benedikt XVI. Gerhard Ludwig Müller an die Römische Kurie und ernannte ihn als Nachfolger von William Joseph Levada zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre sowie zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei, der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologenkommission.[19] Zudem verlieh er ihm den Titel eines Erzbischofs ad personam.

Papst Franziskus bestätigte Gerhard Ludwig Müller am 21. September 2013 dauerhaft in seinem Amt[20] und nahm ihn im feierlichen Konsistorium vom 22. Februar 2014 als Kardinaldiakon mit der Titelkirche Sant’Agnese in Agone[21] in das Kardinalskollegium auf.

Theologie[Bearbeiten]

Müller gilt als einer der weltweit renommiertesten und meistzitierten deutschen Theologen. In seiner Tätigkeit als Bischof war er unter anderem wegen seiner Eingriffe in die Arbeit der örtlichen Laiengremien und wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung stets umstritten und wurde als konservativer Hardliner angesehen. Andererseits machte er sich durch sein entschiedenes Vorgehen gegen Rechtsradikalismus und extremistische Tendenzen innerhalb der traditionalistischen Piusbruderschaft einen Namen und ist ein enger Freund des Namensgebers der Befreiungstheologie, des Peruaners Gustavo Gutiérrez. Innerhalb der Weltkirche gilt Müller daher als Vertreter einiger durchaus progressiver Positionen.[22]

Kirchliches Lehramt[Bearbeiten]

Besonderen Wert legt Müller auf die Autorität des Kirchlichen Lehramts und der Apostolischen Sukzession: Die Interpretation des geoffenbarten Willens Jesu Christi und somit die verbindlichen Glaubensregelungen der römisch-katholischen Kirche seien alleine den Trägern des ordentlichen und außerordentlichen Lehramts, also den Bischöfen, dem Papst sowie Ökumenischen Konzilien vorbehalten. An die Konstitutionen des Zweiten Vatikanischen Konzils (insbesondere Lumen Gentium Nr. 25) sei sich zu halten. Die tradierten Glaubensgrundsätze der Kirche könnten aus diesem Grund nur aus der Kirche selbst heraus verändert werden; Kritikern gegenüber vertritt Müller einen strikt legalistischen Standpunkt und wirft ihnen eine Unterminierung nicht nur des kirchlichen Lehramts, sondern auch des Katholizismus an sich vor.[23]

Glaube und Relativismus[Bearbeiten]

Nach Müller ist der Mensch „da, um Gott zu erkennen und Gott zu lieben“. Der Mensch solle sich als Ebenbild Gottes erkennen und Positives für die Gesellschaft und sich selbst bewirken. Die säkulare Sicht auf den Menschen sei zu überwinden.[24] Weiterhin spricht er sich für eine (Wieder-)Belebung christlicher Spiritualität aus; zentrale Glaubenspunkte wie Trinität oder Marienverehrung seien nicht rational, sondern nur aus der Liebe Gottes und der Liebe zu Gott erfahrbar.[25]

Scharf kritisiert er in diesem Zusammenhang den Relativismus: Die vermeintliche Toleranz von „Religions- und Kirchenpluralisten“ sei in Wahrheit Intoleranz gegenüber Gott und Ausdruck einer „Arroganz der Kreatur“.[26]

Soziale Gerechtigkeit und Befreiungstheologie[Bearbeiten]

Von 1988 bis 2002 war er in jedem Sommer mehrere Wochen in verschiedenen südamerikanischen Ländern, namentlich in Peru, dort insbesondere im Bezirk Lares in der Provinz Cusco sowie in den Armenvierteln von Lima, seelsorgerisch tätig.[27] [28]

Er kritisiert nicht nur die dortigen Lebensverhältnisse der verarmten Bevölkerung und die herrschenden sozialen Unterschiede, sondern auch die Untätigkeit und das mangelnde Engagement in Teilen des örtlichen Klerus.[29] Er plädiert für eine „Theologie der Befreiung“ im Sinne Gustavo Gutiérrez', die ganz konkret die Befreiung der Menschen von Armut und Würdelosigkeit zum Ziel haben müsse. In Terminologie und Analysen von Befreiungstheologie und Marxismus sieht Müller gewisse Schnittmengen, eine ideologische Vereinnahmung der Kirche durch sozialrevolutionäre Strömungen lehnt er ab.[30] In dem gemeinsam mit Gutiérrez verfassten, 2004 veröffentlichten Buch An der Seite der Armen – Theologie der Befreiung legt Müller seine Überlegungen und Ansichten zu diesem Thema dar.

Im Sinne der Katholischen Soziallehre spricht er sich für eine solidarische, gerechte und mitmenschliche Gesellschaft und für den Grundsatz des verpflichtenden Eigentums aus. Den fürsorgenden Sozialstaat, gerade im Alter und bei Krankheit, befürwortet er; Missbräuche gebe es zweifellos, von Verallgemeinerungen sei jedoch abzusehen: Menschen in Not zu kritisieren, stehe Christen nicht an.[31] Die Finanzkrise sah er als Sinnkrise des Materialismus und als Chance zur Umkehr.[32]

Ökumene[Bearbeiten]

Im ökumenischen Dialog gilt Müller als ebenso kenntnisreicher wie kompromissloser Gesprächspartner. Besonders intensiv hat er sich mit dem Verhältnis zu den reformatorischen Kirchen beschäftigt. An der Theologie Martin Luthers würdigt er den christozentrischen Ansatz seiner Rechtfertigungslehre und die Betonung fundamentaler Glaubensgrundsätze. Eine Spaltung oder gar Zersplitterung der (westlichen) Kirche, die Müller als „Wunde am Leib Christi“ begreift, habe Luther nie gewollt. Andererseits erwartet er – auch im Blick auf das Lutherjubiläum 2017 – von evangelischer Seite eine differenzierte Sicht auf den Reformator, etwa was dessen Verhältnis zu den Juden, den Bauern oder zum Papst betreffe.[33] So sei es an der Zeit, „dass man sich auf evangelischer Seite ganz offiziell von der Behauptung Luthers distanziert, dass der Papst der Antichrist sei“.[34]

Grundsätzlich ist Müller ein Befürworter des ökumenischen Gesprächs mit dem Ziel, gerade die alltäglichen Probleme der konfessionellen Spaltung (etwa in konfessionsverschiedenen Ehen) zu überwinden; in besonderem Maße gelte dies für die Situation in Deutschland.[35] Er weist jedoch deutlich darauf hin, dass dieser Dialog ein gleichberechtigtes Aufeinander-Zugehen beinhalten müsse; seiner Ansicht nach agiere die evangelische Seite teils zu forsch. Inhaltlich kritisiert er insbesondere, dass sich die evangelische Kirche vom reformatorischen Ursprung entfernt habe und stattdessen einem aufklärerischen Impetus folge.[36] Evangelische Christen seien aufgrund der Taufe und des Glaubensbekenntnisses „wirklich unsere Brüder und Schwestern im Christusglauben“, allerdings könnten die grundsätzlichen Unterschiede in entscheidenden Fragen wie Eucharistie, Priester- und Bischofsweihe oder dem Verständnis von Kirche an sich nicht einfach ignoriert werden. Eine wirkliche Kirchengemeinschaft, eine Communio ecclesiarum, kann sich Müller nur unter katholischen Prämissen vorstellen – nicht als Unterwerfung, sondern als „Gemeinschaft mit dem Papst“. Auch eine gemeinsame Eucharistiefeier sieht er erst am Ende eines ökumenischen Prozesses; Ausnahmen in Einzelfällen könne es – bischöflichen Dispens vorausgesetzt – geben.[37]

Weniger Probleme – schon aufgrund des vergleichbaren Verständnisses der Kirche als die eine, unteilbare, in apostolischer Sukzession befindliche und eine verbindliche Lehre beinhaltende – sieht Müller mit der Orthodoxie, die er ausdrücklich als „Schwesterkirche“ tituliert.[38]

Interreligiöser Dialog[Bearbeiten]

Das jüdisch-christliche Verhältnis bezeichnet Müller als „sehr positiv und so freundschaftlich wie noch nie seit 2000 Jahren“. Antisemitismus sei – gerade im Blick auf Randströmungen der katholischen Kirche wie die Piusbruderschaft – kompromisslos zu bekämpfen. Im Bezug auf die 2009 erfolgte Rücknahme der Exkommunikation des Bischofs der Piusbruderschaft und verurteilten Holocausleugners Richard Williamson verteidigte er Papst Benedikt XVI. gegen Kritik aus dem Zentralrat der Juden in Deutschland, räumte aber auch ein, dass „die Sache mit Williamson unglücklich gelaufen“ sei. Im Nahostkonflikt rät er zur Zurückhaltung: Die Deutschen seien „vor dem Hintergrund der Geschichte Deutschlands gegenüber dem Judentum keine idealen Ratgeber“.[39]

Gerhard Ludwig Müller in der öffentlichen Diskussion[Bearbeiten]

Konflikt mit innerkirchlichen Kritikern[Bearbeiten]

Überregionales Aufsehen erregte Müller durch sein Vorgehen gegen Gruppierungen wie Wir sind Kirche und den Aktionskreis Regensburg mit seiner Zeitschrift Pipeline. Gegen kritische Laien wie beispielsweise Johannes Grabmeier ging Müller vor und leitete gegen mehrere Pfarrer Disziplinarmaßnahmen ein. Bischof Müller entzog dem Religionslehrer Paul Winkler, dem Vorsitzenden von „Wir sind Kirche Regensburg“, die Missio canonica, da „die Kongregation für die Glaubenslehre wie auch die Freisinger Bischofskonferenz öffentlich festgestellt haben, dass einige von der Bewegung ‚Wir sind Kirche‘ veröffentlichte Erklärungen mit der katholischen Lehre nicht in Einklang gebracht werden können“.[40] Den Widerspruch Winklers lehnte der Oberste Gerichtshof der Apostolischen Signatur mit Schreiben vom 22. Februar 2007 ab, „da er offensichtlich jeglicher Grundlage entbehrt.“[40] Darüber hinaus erregte die Suspendierung des Pfarrers Trimpl große Aufmerksamkeit; später wurde sie aber wieder aufgehoben.

Beim 98. Deutschen Katholikentag 2012 äußerte sich Müller über Gruppen, die der Kirchenleitung mangelnde Dialog- und Veränderungsbereitschaft vorgeworfen und Mitsprache für Frauen und Laien sowie Verbesserungen für geschiedene Wiederverheiratete gefordert hatten. Müller wörtlich: „Es kann nicht sein, dass Leute, die von sich aus nichts zustande bringen, sich an die großen Veranstaltungen dranhängen und eine parasitäre Existenzform bringen.“[41]

Konflikte mit Theologen[Bearbeiten]

Im Oktober 2004 entzog Bischof Müller dem Regensburger Liturgiedozenten August Jilek die kirchliche Lehrerlaubnis, da dieser – so die Begründung Müllers – in Briefen einen Kirchenaustritt in Erwägung gezogen hatte.[42] Die Bischofskongregation und die Bischofskonferenz sprachen sich ebenfalls für den Entzug aus.

Im Februar 2009 maßregelte der Bischof die drei Regensburger Theologieprofessoren Sabine Demel, Burkard Porzelt und Heinz-Günther Schöttler, die zu den Erstunterzeichnern der „Petition Vatikanum II“[43] gehörten. Diese Petition enthielt laut Müller schwere Unterstellungen gegen den Papst.[44]

Neuordnung der Laienarbeit im Bistum[Bearbeiten]

Im November 2005 führte Bischof Müller aus kirchenrechtlichen und pastoralen Gründen[45] eine Neuordnung der Pfarrgemeinderäte und des diözesanen Laienapostolats durch. Gemäß den neuen Satzungen ist nun der Pfarrer Vorsitzender des Pfarrgemeinderates (PGR), der PGR ein Beratungsgremium. Statt des vorherigen Dekanatsrates gibt es verschiedene Formen der Zusammenarbeit auf Dekanatsebene, die von den jeweiligen Aufgaben her bestimmt werden sollen. Der bisherige Diözesanrat wird abgelöst durch einen Diözesanpastoralrat und ein Diözesankomitee. Die Mitglieder des Pastoralrats werden – anders als die gewählten Mitglieder des Diözesanrates – gemäß Kirchenrecht aus den verschiedenen kirchlichen Diensten und aus gewählten PGR-Mitgliedern durch den Diözesanbischof berufen. Er soll seelsorgliche Anliegen beraten und Vorschläge erarbeiten. Das Diözesankomitee besteht aus gewählten Vertretern der katholischen Verbände und Geistlichen Bewegungen. Jede Organisation entsendet ihren Vorsitzenden oder dessen Stellvertreter.

Zudem wollte Müller Kirchenmitarbeitern bei kircheninternen Streitigkeiten die Anrufung von weltlichen Gerichten verbieten.[46]

Die Reaktionen auf die Reform waren unterschiedlich: Während sich die Kardinäle Karl Lehmann und Friedrich Wetter und andere Bischöfe zurückhaltend äußerten, warf das Zentralkomitee der deutschen Katholiken Müller eine „nicht hinnehmbare Rechtsverletzung“ vor.[6] In Reaktion darauf stellte Müller gegenüber dem ZdK die bisher üblichen Zahlungen ein,[47] nahm sie 2007 jedoch wieder auf.[48] Im Dekret des höchsten römischen Gerichts vom 9. Februar 2007 wurde das Vorgehen des Regensburger Bischofs für rechtmäßig erklärt.[49] Zudem wurde ihm seitens der Glaubenskongregation ausdrücklich gedankt, die „diözesanen Regelungen voll und ganz mit den Anforderungen der Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils und den Bestimmungen des Codex Iuris Canonici von 1983 in Einklang zu bringen“.[7]

Einsatz gegen Rechtsradikalismus[Bearbeiten]

Bischof Müller protestierte wiederholt gegen rechtsradikale Äußerungen und Aufmärsche und setzte sich mehrfach öffentlich für ein Verbot der NPD ein. Im Juni 2006 führte er dazu einen Protestzug durch Regensburg an und bekräftigte seine Meinung in der Silvesterpredigt 2007.[50] Im Januar 2007 war er unter den Erstunterzeichnern einer bundesweiten Verbots-Kampagne von Holocaust-Überlebenden.[51] Im Januar 2009 erteilte er dem Holocaustleugner Richard Williamson, Bischof der Piusbruderschaft, Hausverbot für alle Kirchen und Einrichtungen der Diözese.[52] Im Oktober desselben Jahres rief Müller die Regensburger Stadtverwaltung erneut auf, einen Marsch von Neonazis zu verbieten: „Demonstrationen gegen die allgemein anerkannten Menschenrechte dürfen nach meiner Meinung nicht erlaubt werden,“ so der Bischof.[53]

Einsatz eines verurteilten Sexualstraftäters als Pfarrer[Bearbeiten]

Im September 2007 kam es zu öffentlichen Vorwürfen gegen Bischof Müller, nachdem die Passauer Neue Presse Ende Juli aufgedeckt hatte, dass ein 2000 wegen sexuellen Missbrauchs eines Ministranten verurteilter Kaplan ohne Information der betroffenen Gemeinde im Herbst 2004 als Pfarradministrator eingesetzt worden und dort einschlägig rückfällig geworden war.[54] Bischof Müller verwies demgegenüber bei einer Pressekonferenz am 21. September 2007 auf ein siebenseitiges sehr detailliertes Abschlussgutachten des behandelnden Therapeuten, das – von dem die Bewährungsaufsicht führenden Gericht eingeholt – keine pädophile Fixierung festgestellt habe; die Missbrauchstat sei darin auf ein einmaliges, regressives Verhalten zurückgeführt und Bedenken gegen einen Wiedereinsatz des Geistlichen in der Seelsorge seien verneint worden. Die gerichtliche Bewährungszeit sei abgelaufen gewesen.[55] Soweit die Leitlinien „Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vorsahen: „Nach Verbüßung seiner Strafe werden dem Täter keine Aufgaben mehr übertragen, die ihn in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen bringen,“ bestritt Müller deren Anwendbarkeit, da der Priester nach dem Gutachten ja nicht als pädophil gegolten habe.[56] Medienberichten, dass das Amtsgericht 2004 einem Einsatz des vorbestraften Priesters nur unter der Bedingung zugestimmt habe, dass er nicht mit Kindern und Jugendlichen zusammen komme, widersprach die Diözese. Wie der Justitiar der Diözese in einem Aktenvermerk festgehalten habe, habe die Richterin bei einem Telefongespräch am 20. Februar 2004 „aufgrund der Gutachtenlage und des Umstands, dass kein ´Kontaktverbot´ ausgesprochen wurde, keine Bedenken“ gegen einen Einsatz des Verurteilten in der Seelsorge geäußert. „Beobachtung durch den Dekan und evtl. Kontakt mit dem Therapeuten sollten noch erfolgen.“ Am 11. Februar 2007 sei bei der Diözese ein Brief des Direktors des Amtsgerichts Viechtach eingegangen, der mitgeteilt habe, dass die Richterin damals telefonisch keine Bedenken gegen einen pastoralen Wiedereinsatz des Verurteilten gehabt habe, wenn dieser nicht mit Kindern und Jugendlichen zusammenkomme und unter Aufsicht sei.[57]

Der betreffende Pfarrer wurde am 30. August 2007 in Untersuchungshaft genommen und am 13. März 2008 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe und Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt verurteilt.[58]

Rechtsstreit mit der Humanistischen Union[Bearbeiten]

Am 11. März 2010 wurde Müller in der italienischen Tageszeitung La Stampa mit den Worten zitiert, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger gehöre der Humanistischen Union an, einer Art Freimaurer-Vereinigung, die Pädophilie normal finde und straffrei stellen wolle.[59] Die Humanistische Union erwirkte am 13. April 2010 beim Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung, die Müller die weitere Verbreitung dieser Behauptungen untersagt.[60]

Kritik an Medienberichterstattungen[Bearbeiten]

Kirchliche Missbrauchsfälle[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit Berichten über Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen warf Müller den Medien in einer Predigt am 20. März 2010 eine „Kampagne gegen die Kirche“ vor, die ihn an die Kirchenfeindlichkeit der NS-Zeit erinnere. Zugleich bat er die Gläubigen, der Kirche treu zu bleiben, „so wie auch damals die Katholiken und Katholikinnen treu gewesen sind“.[61] Diese Äußerungen, die im gleichzeitig verbreiteten „Hirtenwort zur aktuellen Situation“[62] nicht enthalten sind, wurden heftig kritisiert, so z. B. vom Zentralrat der Juden in Deutschland, der ihm Geschichtsfälschung vorwarf, sowie Teilen der Politik, wobei u. a. auch Rücktrittsforderungen laut wurden.[63] Auch kirchenintern wurde Kritik laut, z.B. von Kurienkardinal Walter Kasper, der ihn aufforderte, „nicht mit dem Finger auf andere [zu] zeigen, sondern […] unser eigenes Haus in Ordnung [zu] bringen“, oder Alois Glück, dem Vorsitzenden des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, der äußerte, Müllers Verhalten sei nicht hilfreich, sondern führe dazu, „dass der eine oder andere den Eindruck hat, dass es in der Kirche Kräfte gibt, die letztlich keine Aufklärung wollen“.[64] Müller wies dies zurück; stattdessen will er „seine Kritik an der Berichterstattung einzelner Medien keinesfalls als Zweifel oder gar als Relativierung der Opferberichte gewertet“ wissen.[65]

Kritik an „Pogromstimmung“ gegen die katholische Kirche[Bearbeiten]

Im Januar 2013 kritisierte Müller in seiner Eigenschaft als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre eine aus seiner Sicht aufkommende Pogromstimmung gegen die katholische Kirche. In verschiedenen Medien in Europa und Nordamerika würden „Attacken gegen die katholische Kirche geritten, deren Rüstzeug zurückgeht auf den Kampf der totalitären Ideologien gegen das Christentum“. Aus diesen erwachse eine „künstlich erzeugte Wut, die gelegentlich schon heute an eine Pogromstimmung erinnert“. Kritik an der katholischen Kirche wies er zurück.[66][67]

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte Müllers Begriffswahl „Pogromstimmung“ und warf ihm einen ihrer Ansicht nach „geschmacklosen Vergleich mit dem Holocaust“ sowie „fehlendes historisches Gespür“ vor. Solche Vergleiche seien geschmacklos, wenn es um unterschiedliche gesellschaftliche Auffassungen zur Rolle der Ehe, der Familie und eingetragener Lebenspartnerschaften gehe. In ihrer Reaktion forderte sie die Geistlichen auf, sich endlich „drängenden Problemen“ zu stellen.[68] Die Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen Claudia Roth und der Humanistische Verband Deutschlands – HVD – kritisierten Müllers Vergleich ebenfalls als historisch unzutreffend. Roth sagte, es sei „absolut inakzeptabel und gefährlich geschichtsvergessen von einer Pogromstimmung gegenüber der katholischen Kirche zu sprechen“, während der HVD den Vergleich als „empörende Tatsachenverdrehung“ bezeichnete, die nicht nur die Opfer der Vergangenheit, sondern auch die noch lebenden Opfer der Missstände und Verfehlungen in der Kirche entwürdige.[69][70]

Der internationale Direktor des US-amerikanisch-jüdischen Komitees für interreligiöse Angelegenheiten, Rabbiner David Rosen, nahm Bischof Müller gegen den Vorwurf Leutheusser-Schnarrenbergers in Schutz. Es sei jedem vernünftigen Menschen, der die Worte Erzbischof Müllers nachlese, klar, dass ein Vergleich mit der Shoa keineswegs in dessen Absicht war. Josef Schuster, der Vize-Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland legt Müller dagegen nahe, den Vergleich möglichst schnell zurückzunehmen. Wenn Müller Kritik an der Kirche, die durchaus auch überzogen sein könne, mit einer Pogromstimmung vergleiche, dann habe er offensichtlich nicht verinnerlicht, was ein Pogrom bedeute. Deshalb sei ein solcher Vergleich „bei allen ehrbaren Motiven in der neuen Funktion des Erzbischofs nicht zu akzeptieren“. Alois Glück, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, nannte Müllers Äußerungen „nicht hilfreich“. Er räumte ein, dass es zwar „aggressivere Töne gegenüber der Kirche und dem Religiösen“ gebe, dies sei jedoch „Gott sei Dank nicht das generelle Klima“.[71]

Debatte über Franz-Peter Tebartz van Elst[Bearbeiten]

Auch im Fall des Franz-Peter Tebartz-van Elst (2008 bis März 2014 Bischof von Limburg), der wegen hoher Kosten seiner Bischofsresidenz und aus anderen Gründen in der Kritik stand, sprach Müller im Herbst 2013 von einer Medienkampagne. Müller erklärte, Tebartz-van Elst bleibe im Amt. Im Oktober 2013 behauptete Müller, die Vorwürfe seien "Erfindungen von Journalisten". Nicht der Bischof habe Schuld an den hohen Kosten bzw. Kostensteigerungen der Bischofsresidenz, sondern seine Mitarbeiter.[72][73] Ein im März 2014 veröffentlichter Bericht einer von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eingesetzten Kommission fand für letzteres keine Indizien.

Rechtsstreit mit Michael Schmidt-Salomon[Bearbeiten]

Ende Mai 2008 kritisierte Müller in einer Predigt in Tirschenreuth neben Richard Dawkins den Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon als Vertreter eines „aggressiven Atheismus“. In seinem Kinderbuch Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel „würden alle, die an Gott glauben, unter dem geistigen Niveau eines Schweins angesiedelt“. Folgerichtig werde dem christlichen Gottesglauben jegliche ethische und humanistische Auswirkung abgesprochen. „Der Mensch sei doch verfügbar für den anderen Menschen. Warum sollten Kindstötung, Abtreibung und therapeutisches Klonen verboten sein? Am Beispiel von Berggorillas, die einen Teil ihrer Jungen umbringen, wird die Frage gestellt: Warum sollten das die Menschen nicht auch tun? Was ist daran verwerflich, wenn es der Naturtrieb eingibt?“ In der Wiedergabe der Predigt auf der Website des Bistums wurde die Passage „Am Beispiel von Berggorillas …“ auf Beanstandung Schmidt-Salomons durch eine andere ersetzt, die ihn zutreffend wörtlich zitierte: „So ‚natürlich‘ Infantizid also ist, kein vernünftiger Mensch käme auf den Gedanken, ihn deshalb ethisch legitimieren zu wollen. […] Das Naturrechtsprinzip hilft uns nicht weiter, wenn wir auf der Suche nach vernünftigen ethischen Regeln sind“.[74] Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bescheinigte Müller und dem Bistum insofern mit Urteil vom 24. Februar 2011, sie hätten „ihre Pflicht zur Sorgfalt, Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit nicht erfüllt“ und Schmidt-Salomon durch die Verwendung und Verbreitung „einer von diesem nicht getätigten Aussage […] in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt“. Das Bistum habe Schmidt-Salomon deshalb die ihm in diesem Zusammenhang entstandenen Anwaltskosten zu erstatten. Die Revision wurde nicht zugelassen.[75] Die Beschwerde, die das Bistum dagegen beim Bundesverwaltungsgericht einlegte, wurde durch Beschluss vom 8. August 2011 zurückgewiesen. Die Sache habe keine grundsätzliche Bedeutung. Soweit das Bistum geklärt wissen wolle, ob ein Prediger unrichtige Tatsachenbehauptungen aufstellen darf ungeachtet des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der hiervon betroffenen Person, sei diese Frage im Einklang mit der Vorinstanz auf der Grundlage der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu verneinen. Die Annahme, die religiöse Äußerungsfreiheit, insbesondere im Rahmen einer Predigt, genieße absoluten Vorrang vor den Belangen des Persönlichkeits- und Ehrenschutzes, sei verfehlt.[76]

Haltung zu Donum vitae[Bearbeiten]

Bischof Müller äußerte sich wiederholt ablehnend zur Schwangerschaftskonfliktberatung durch Donum vitae, die durch die Erteilung von Beratungsbescheinigungen zur straffreien Abtreibung beitrage, und forderte höhere staatliche Zuschüsse für die kirchlichen Beratungsstellen.[77] Seine Haltung verdeutlichte Müller 2011 dadurch, dass er es dem ehemaligen Vorsitzenden des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Hans Maier nicht gestattete, seine Autobiographie anlässlich seines achtzigsten Geburtstags in kirchlichen Räumen vorzustellen.[78] Maier hatte Papst Benedikt XVI. darin eine „Pilatushaltung“ zur Schwangerenberatung vorgeworfen.[79]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Geleitwort in: Benedikt XVI., Geistliche Schriftlesungen (Christliche Meister, Bd. 58). Ausgewählt, eingeleitet und herausgegeben von Julian R. Backes, Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg i. Br. 2014, S. 7-10, ISBN 978-3-89411-422-0.
  • (Hrsg.) Joseph Ratzinger Gesammelte Schriften (16 Bde.), Freiburg i. Br. 2008 ff.
  • Katholische Dogmatik. Für Studium und Praxis der Theologie. 7. Auflage. 2007 (auch spanisch, italienisch, ungarisch, chinesisch).
  • (Hrsg.) Der Glaube ist einfach. Aspekte der Theologie Papst Benedikts XVI. Regensburg 2007.
  • Jesus ist der Herr – Predigten und Ansprachen. 2007, ISBN 3-7954-2063-6.
  • Gott und seine Geschichte. Ein Gespräch über die Bibel. Freiburg 2005.
  • Die Messe: Quelle christlichen Lebens. Regensburg, ISBN 3-929246-90-2.
  • Vom Vater gesandt. Impulse einer inkarnatorischen Christologie für Gottesfrage und Menschenbild. Regensburg 2005, ISBN 978-3-7917-1957-3.
  •  Gustavo Gutiérrez und Gerhard Ludwig Müller: An der Seite der Armen: Theologie der Befreiung. Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg 2004, ISBN 3-93648440-6.
  • John Henry Newman begegnen. Regensburg 2000, ISBN 3-929246-54-6.
  • Bonhoeffers Theologie der Sakramente. Frankfurt 1979.

Sonstiges[Bearbeiten]

2012 zeigte die Fotografin Herlinde Koelbl in ihrer Ausstellung „Kleider machen Leute“ mit Doppelportraits von Menschen in Berufs- und Freizeitkleidung im Deutschen Hygiene-Museum, Dresden, auch ein solches Doppelportrait von Müller.[82]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerhard Ludwig Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Bischöfliches Ordinariat Regensburg (Relaunch) – Lebenslauf_Laufbahn
  2. Homepage des Vatikan
  3. Publikationsliste bei bistum-regensburg.de
  4. Seite der Schulstiftung
  5. Übersicht des Bistums zur Rätereform
  6. a b ZdK: ZdK-Präsident Meyer: Neuordnung in Regensburg ist Rechtsverletzung; Meldung vom 16. November 2005
  7. a b Bistum Regensburg: Glaubenskongregation dankt Bischof für Regensburger Rätereform (27. Januar 2007) (PDF; 16 kB)
  8. Bericht von TV-Aktuell
  9. Seite der Stadtmission
  10. Homepage von Bischof Müller
  11. Meldung vom 10. Dezember 2009 auf www.evangelisch.de
  12. Mittelbayerische Zeitung
  13. Institut Papst Benedikt XVI.
  14. http://www.institut-papst-benedikt.de/aktuelle-informationen/aktuelle-informationen-einzelansicht/article/bischof-gerhard-ludwig-mueller-von-papst-benedikt-xvi-zum-praefekt-der-glaubenskongregation-berufen.html
  15. Presseamt des Heiligen Stuhls, 20. Dezember 2007
  16. Presseamt des Heiligen Stuhls, 17. Januar 2009
  17. „Bischof Müller wird Mitglied in zwei vatikanische Institutionen“, Radio Vatikan, 12. Juni 2012
  18. CONFERME E NOMINE NELLA CONGREGAZIONE PER LE CHIESE ORIENTALI, Presseamt des Vatikans, 19. Februar 2014
  19. Rinuncia di Prefetto della Congregazione per la Dottrina della Fede e di Presidente della Pontificia Commissione «Ecclesia Dei», della Pontificia Commissione Biblica e della Commissione Teologica Internazionale, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 2. Juli 2012.
  20. Personaländerungen in der Kurie – Müller bestätigt – Neuer Nuntius in Berlin, Radio Vatikan, 21. September 2013
  21. Concistori ordinario pubblico per la creazione dei nuovi Cardinali: Assegnazione dei Titoli o delle Diaconie ai nuovi Porporati, in: Presseamt des Hl. Stuhls: Tägliches Bulletin vom 22. Februar 2014.
  22. Bischof Müller geht nach Rom, in: Münchner Kirchenradio, Tagesmeldungen vom 2. Juli 2012.
  23. Stimmen der Zeit Heft 6, Juni 2012
  24. Interview mit Radio Vatikan vom 4. Juli 2012
  25. Predigt vor Missionaren und Schwestern, Juli 2003
  26. Gegen die Intoleranz der Relativisten
  27. Meine Erfahrungen mit der Befreiungstheologie, Aufsatz von G. L. Müller (PDF; 42 kB)
  28. Reportage: Bischof Müller in den Armenvierteln von Lima (16.02.2011) (Videodatei)
  29. Interview nach Perureise 2011
  30. Mittelbayerische Zeitung vom 27. Oktober 2004
  31. Ansprache im Bayerischen Rundfunk zum Caritas-Sonntag 2004 (PDF; 93 kB)
  32. ddp-Interview, 2008
  33. Meldung des Münchner Kirchenradios vom 16. März 2011
  34. Ökumene heißt nicht, dass die katholische Kirche protestantisch wird
  35. Die katholisch-evangelische Ökumene in Deutschland – Chancen und Aufgaben (PDF; 277 kB)
  36. Christ&Welt, 40/2011
  37. Felizitas Küble: Erzbischof Müllers klare Verteidigung der Erklärung Dominus Iesus gegenüber modernistischen Theologien
  38. Tagung "Menschenwürde und nationale Identität", Moskau
  39. Jüdische Zeitung; Das beste Verhältnis seit 2000 Jahren
  40. a b Oberstes Gericht der Apostolischen Signatur: Dekret der Apostolischen Signatur vom 12. Januar 2007; Wiedergabe durch die Bischöfliche Pressestelle des Bistums Regensburg vom 22. Februar 2007
  41. Bischof Müller bezeichnet Reformgruppen als „parasitäre“ Existenzen. In: Augsburger Allgemeine, 20. Mai 2012. Abgerufen am 2. Juli 2012.
  42. Der Neue Tag vom 6. Oktober 2004
  43. Petition Vaticanum2 im Wortlaut und (Erst-)Unterzeichnende
  44. Bistum Regensburg, Bischöfliche Pressestelle, 17. Februar 2009: Bischof fordert auch von Theologie-Professoren Anerkennung des II. Vatikanums
  45. Bischöfliches Ordinariat Regensburg (Relaunch) – Rätereform
  46. Streitbarer Hardliner. In: Bayerischer Rundfunk, 2. Juli 2012. Abgerufen am 2. Juli 2012.
  47. kath.net: Es wird Zeit, dass das ZdK zu kirchlichen Maßstäben zurückfindet, 4. Dezember 2006.
  48. Kölner Stadt-Anzeiger vom 30. April 2009.
  49. Bistum Regensburg: Regensburger Rätereform von Rom abschließend bestätigt – Grabmeier erneut gescheitert, 12. März 2007; Bistum Regensburg: Dekret zur Zurückweisung der Beschwerde gegen die Neuordnung des Laienapostolats, 12. März 2007
  50. Regensburg 1. Januar 2008 (pdr)
  51. Welt-online vom 25. Januar 2007
  52. Neue Zürcher Zeitung Online vom 28. Januar 2009
  53. Regensburg digital am 2. Oktober 2009
  54. Donau-Post: Kirche beruft sich auf Hausrecht …, Ausgabe vom 12. September 2007; Stellungnahmen auf der Website des Bistums Regensburg, besonders die Stellungnahme vom 26. Juli 2007 (PDF; 17 kB)
  55. http://www.bistum-regensburg.de/download/bormedia0546705.pdf
  56. Leitlinien in der Fassung vom 31. August 2010 (PDF; 35 kB)
  57. http://www.bistum-regensburg.de/default.asp?op=show&id=2803; kritisch dazu Regensburger Wochenblatt 4. Oktober 2007
  58. Kurzer Prozess für den Kinderschänder-Pfarrer Der Spiegel 13. März 2008, Der Fall Riekofen vor dem Landgericht Regensburg Süddeutsche Zeitung 13. März 2008.
  59. Giacomo Galeazzi: „Sei massone“:vescovo contro ministro lastampa.itSüddeutsche Zeitung 13. März 2010kath.net 13. März 2010
  60. Humanistische Union Pressemitteilung 16. April 2010
  61. Medien zu Missbrauchsskandal Bischof von Regensburg zieht NS-Vergleich. In: Focus, 21. März 2010. Zuletzt abgerufen am 2. Juli 2012.
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  64. Regensburg: Reaktion auf Nazi-Vergleich. Das Opfer: die Kirche . In: Süddeutsche Zeitung, 22. März 2010. Abgerufen am 2. Juli 2012.
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  71. Pogrom-Äußerung – Rabbi nimmt Bischof in Schutz. In: Die Welt, 4. Februar 2013. Abgerufen am 7. Februar 2013
  72. Focus:"Limburger Bischof hofft auf Beistand vom Papst"
  73. Erzbischof Müller sieht Tebartz-van Elst als Opfer einer "Medienkampagne". In: Süddeutsche Zeitung, 12. Oktober 2013. Abgerufen am 12. Oktober 2013.
  74. http://www.bistum-regensburg.de/download/borMedia0769405.PDF
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  76. BverwG – 7 B 41.11 – 8. August 2011
  77. Mittelbayerische Zeitung online am 23. Mai 2007
  78. Domradio.de, abgerufen am 13. Mai 2011.
  79. Christ & Welt 28/2012, abgerufen am 14. Juli 2012
  80. KNA-Meldung im Blog der Bischofsreise nach Peru 2011
  81. Karlheinz Renner: S. E. Erzbischof Gerhard Ludwig Müller zum Ehrenpräses ernannt. In: mmc-regensburg.de. 21. Oktober 2012, abgerufen am 1. August 2013.
  82. Burkhard Müller: Herlinde-Koelbl-Ausstellung in Dresden – Doppelleben mit Uniform. In: sueddeutsche.de, 8. Mai 2012.
Vorgänger Amt Nachfolger
William Joseph Kardinal Levada Präfekt der Glaubenskongregation
seit 2012
William Joseph Kardinal Levada Präsident der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“
seit 2012
Manfred Müller Bischof von Regensburg
2002–2012
Rudolf Voderholzer