Gerhard Müller (SED)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gerhard Müller (Politiker))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerhard Müller (rechts) im Kombinat Umformtechnik Erfurt, 16. Oktober 1989

Gerhard Müller (* 4. Februar 1928 in Chemnitz) ist ein ehemaliger SED-Politiker. Müller war zeitweise der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Erfurt und Kandidat des Politbüros des ZK der SED.

Leben[Bearbeiten]

Gerhard Müller besuchte nach der Volksschule die Handelsschule sowie von 1942 bis Kriegsende die Lehrerbildungsanstalt in Auerbach. Danach verdingte er sich bis 1946 als Land- und Tiefbauarbeiter. Müller wurde im Zeitraum 1945/46 Mitglied der SPD und durch die Zwangsvereinigung von SPD und KPD Mitglied der SED, später auch Mitglied des FDGB und der FDJ. Nach einem kurzen Besuch des Lehrerbildungsheimes in Bad Elster begann Müller als sogenannter Neulehrer das Schuljahr 1946/47 im vogtländischen Breitenfeld. Nach dem Abschluss der 1. Lehrerprüfung wurde er ab 1948 zugleich als Schulleiter seiner Schule eingesetzt. 1950 absolvierte er die 2. Lehrerprüfung erfolgreich und wechselte danach zum Rat des Kreises Oelsnitz wo er bis 1953 zunächst als stellvertretender, später als Kreisschulrat tätig war. Es folgte von 1953 bis 1955 ein Studium an der Parteihochschule. Danach wurde er von der SED nach Neubrandenburg delegiert, wo er in der dortigen Bezirksleitung bis 1965 als Sekretär die Abteilung Schulen, Fach- und Hochschulen leitete. Parallel dazu absolvierte Müller von 1962 bis 1966 ein Fernstudium an der Fachschule für Landwirtschaft Neubrandenburg, welches er mit dem Titel Diplomlandwirt abschloss. Schon 1965 berief ihn die SED zum 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Neubrandenburg. 1974 wurde Müller zum 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung berufen. Von 1980 bis zum Herbst 1989 war er 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Erfurt und Mitglied des ZK der SED. Er gehörte als Kandidat dem Politbüro des ZK der SED und als Abgeordneter seit 1981 der Volkskammer an.

Am 3. Dezember 1989 wurde er aus der SED ausgeschlossen und am 1. Juni 1990 wegen „mehrfachen Vertrauensmissbrauchs, Anstiftung zu Untreue und Diebstahl“ angeklagt. Wegen dieser Anklagepunkte wurde er 1992 zu acht Monaten Haft verurteilt, die durch eine zehnmonatige Untersuchungshaft abgegolten war. 1992 wurde ein weiteres Verfahren wegen Vertrauensbruch in Erfurt eröffnet und später ausgesetzt.

Müller lebt in Neubrandenburg und ist Mitglied der DKP.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Müller-Enbergs: Müller, Gerhard. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Gerhard Müller: „Die Aufgaben der Parteiorganisationen zur weiteren erfolgreichen Durchführung der Beschlüsse des XI.Parteitags der SED“, Dietz Verlag, Berlin, 1988

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerhard Müller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien