Gerhard Ulrich

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Gerhard Ulrich (2009)

Gerhard Ulrich (* 9. März 1951 in Hamburg) ist ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, seit 2013 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und seit 2011 leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Ulrich wuchs als Sohn eines Polizeibeamten in Hamburg-Rahlstedt auf. Nach dem Abitur am Gymnasium Rahlstedt leistete er von 1971 bis 1972 den Wehrdienst und studierte zunächst Germanistik, Theaterwissenschaften sowie Schauspielkunst. 1974 wechselte er zum Studium der Evangelischen Theologie, das er an der Universität Hamburg absolvierte.

Von 1979 bis 1981 war er Vikar in Preetz in Holstein. 1981 wurde er im Dom zu Lübeck von Bischof Ulrich Wilckens ordiniert. Ulrich war zunächst Pfarrverwalter in Barsbüttel im Kirchenkreis Stormarn. Von 1983 bis 1986 wechselte er in ein Pfarramt in Hamburg-Wellingsbüttel und übernahm zwischen 1987 und 1990 die Aufgabe eines hauptamtlichen Mentors zur Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren in der Region Schleswig. 1991 wurde er Direktor des Prediger- und Studienseminars der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Preetz.

Ulrich war ab 1996 Propst des Kirchenkreises Angeln mit Sitz in Kappeln und ab 2003 auch Mitglied der Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche.

Am 12. Juli 2008 wählte ihn die Landessynode der Nordelbischen Kirche für zunächst zehn Jahre zum Bischof des neu umschriebenen Sprengels Schleswig und Holstein in der Nachfolge von Hans Christian Knuth, der aus Altersgründen in den Ruhestand trat. Ulrichs Amtsantritt war am 1. Oktober, die feierliche Amtseinführung im Schleswiger Dom fand am 8. November 2008 statt.

Bischof Ulrich wurde im Jahr 2009 zum Vorsitzenden der Kirchenleitung der Nordelbischen Kirche und zum Vorsitzenden der gemeinsamen Kirchenleitung der drei evangelischen Landeskirchen Nordelbien, Mecklenburg und Pommern gewählt. Diese drei Kirchen fusionierten Pfingsten 2012 zu einer gemeinsamen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Aus diesem Grund verlegte er bis zur Wahl eines gemeinsamen Landesbischofs seinen Arbeitsschwerpunkt in das Nordelbische Kirchenamt in Kiel. Zur Wahrnehmung der Aufgaben im Sprengel Schleswig und Holstein bestellte die Nordelbische Synode einen Bischofsbevollmächtigten für den Sprengel Schleswig und Holstein. Seit dem 1. Oktober 2009 übt Pastor Gothart Magaard diese Aufgabe aus.

Im November 2009 wurde Ulrich zum stellvertretenden Vorsitzenden der Bischofskonferenz der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD) gewählt. Am 4. November 2011 wurde er als Nachfolger von Johannes Friedrich zum Leitenden Bischof der VELKD gewählt und nahm auch dessen Platz im Kuratoriumsvorstand der Internationalen Martin Luther Stiftung ein.

Am 1. April 2012, zwei Jahre nach Bekanntwerden der Ahrensburger Missbrauchsfälle, kam Ulrich zum ersten Mal in die Kirchengemeinde Ahrensburg, um dort mit Bischöfin Kirsten Fehrs zu Palmarum in der Schlosskirche zu predigen. „Tempo und Art der der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle durch die Kirchenleitung hatte in der Vergangenheit immer wieder für Kritik gesorgt“.[1]

Als einziger Kandidat angetreten[2], wurde Gerhard Ulrich am 21. Februar 2013 in Lübeck zum ersten Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland gewählt. Vom Amt des Sprengelbischofs für den Sprengel Schleswig und Holstein wurde er am 28. Mai 2013 durch die Magdeburger Landesbischöfin Ilse Junkermann entpflichtet. Am 25. August 2013 führte sie ihn im Schweriner Dom feierlich in sein neues Amt als Landesbischof ein.

Ulrich ist seit 1982 verheiratet mit Cornelia, geb. Bobert, und Vater von vier Söhnen.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerhard Ulrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Andere Funktionen und Ämter[Bearbeiten]

  • Mitglied des Kooperationsausschusses Nordelbien-Mecklenburg-Pommern (seit 1998)
  • Mitglied der „Steuerungsgruppe“ für die Fusionsverhandlungen zur Bildung der Nordkirche (seit 2007)
  • Mitglied des Vorstandes des Finanzbeirates der Kirchenkreise der NEK
  • Mitglied im Fortbildungsausschuss der Kirchenleitung (bis 2004)
  • Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „KiTa 2010“
  • Vorsitzender der „Arbeitsgruppe Nachwuchs“
  • Vorsitzender der „Arbeitsgruppe Personalentwicklung“ im Konvent der Pröpstinnen und Pröpste
  • Mitglied der Generalversammlung des Nordelbischen Missionszentrums
  • Mitglied des Aufsichtsrates des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein
  • Mitglied des Aufsichtsrates des Diakonissenanstalt Flensburg

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.abendblatt.de/region/stormarn/article2235680/Bischoefe-bitten-Opfer-um-Vergebung.html
  2. Gerhard Ulrich stellt sich als einziger Kandidat vor, sh:z online vom 28. Januar 2013, abgerufen am 2. Februar 2013
  3. offizieller Lebenslauf, abgerufen am 21. September 2013