Gerhard VI. (Holstein-Rendsburg)

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Siegel des Gerhard VI. aus der Zeit um 1392

Gerhard VI. (* um 1367; † 4. August 1404) war Graf von Holstein-Rendsburg und Herzog des Herzogtum Schleswig.

Leben[Bearbeiten]

Gerhard VI. − Sohn des Grafen Heinrich II. aus der Rendsburger Linie des Hauses Schauenburg und der Ingeburg von Mecklenburg − war seit 1384 Graf von Holstein-Rendsburg. Am 15. September 1386 wurde er von König Olaf III. von Dänemark mit dem Herzogtum Schleswig erblich belehnt. Seine Machtposition konnte Gerhard auf Holstein ausdehnen:[1] Nach dem Aussterben der Plöner Linie der Schauenburger im Jahr 1390 und der Kieler Linie gelang es ihm im Jahr 1403, deren Gebiete in Holstein mit Ausnahme von Holstein-Pinneberg zu übernehmen. Damit waren das Herzogtum Schleswig und die deutsche Grafschaft Holstein in Personalunion des Gerhard VI. weitgehend unter einer Herrschaft.

Gerhard VI. fiel in der Schlacht an der Hamme am 4. August 1404 beim Versuch, Dithmarschen zu unterwerfen. Die dortigen Bauern waren formal Untertanen der Holsteiner Grafen, besaßen aber weitreichende Privilegien, die ihnen Gerhard gewaltsam nehmen wollte. Er fiel mit einem starken Ritterheer in ihre Gebiete ein, wurde jedoch in der sumpfigen Landschaft in einen Hinterhalt gelockt und zusammen mit den meisten seiner Männer getötet.

Seine Söhne gerieten danach mit dem dänischen König Erik VII. und seiner Mutter Margarethe I. in einen gewaltsamen Konflikt um das Herzogtum Schleswig, den auch Kaiser Sigismunds Schiedsspruch vom 28. Juni 1424 letztlich nicht beenden konnte:[2] Der Kaiser hatte zwar entschieden, dass Schleswig, das im Gegensatz zu Holstein kein Teil des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation war, doch kein Erblehen sei, doch die Eingliederung ins dänische Königreich scheiterte nicht zuletzt am Eingreifen der Hanse auf Seiten der Schauenburger.[3] 1435 wurde schließlich der Frieden von Vordingborg geschlossen, der den Schauenburgern wieder fast ganz Schleswig zusprach, und 1440 erhielt Gerhards Sohn Adolf VIII. das Herzogtum erneut als erbliches, "freies und unbelastetes" Lehen: Schleswig blieb also formal an die dänische Krone gebunden, konnte aber von den Herzögen nach Belieben verwaltet und vererbt werden.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

1391 heirateten Gerhard und Elisabeth von Braunschweig, Tochter von Magnus II. von Braunschweig-Lüneburg. Der Ehe entstammten folgende Kinder:

Siegel[Bearbeiten]

Es zeigt das vereinigte Wappen von Schleswig (2 Löwen) und Holstein (gezackter Schild) Umschrift: S(IGILLUM)*GHERARDI*DEI*GRA(TIA)*DUCIS*IUCIE*COMITIS*HOLTZA(TIE)*ET*STOR(MARIE) (Siegel Gerhards von Gottes Gnaden Herzog von Jütland Graf von Holstein und Stormarn)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Robert Bohn: Geschichte Schleswig-Holsteins (= Beck'sche Reihe Bd. 2615). Beck, München 2006, ISBN 3-406-50891-X, S. 26 f.
  2. Max Pappenheim: Die Siebenhardenbeliebung vom 17. Juni 1426. Festschrift zur Fünfhundertjahrfeier. Kunstgewerbemuseum der Stadt Flensburg, Flensburg 1926, S. 7.
  3. Palle Lauring: Geschichte Dänemarks. Wachholtz, Neumünster 1964, S. 101.
Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich II. Herzog von Schleswig
1386-1404
Heinrich III.
Vorgänger Amt Nachfolger
Albrecht Graf von Holstein-Rendsburg
1403-1404
Heinrich III.