Gerhard Vollmer

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Gerhard Vollmer (* 17. November 1943 in Speyer) ist ein deutscher Physiker und Philosoph, der insbesondere durch seine Arbeiten zur Evolutionären Erkenntnistheorie bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Vollmer studierte Mathematik, Physik und Chemie in München, Berlin, Hamburg und Freiburg. Nach dem Diplom in Physik (1968) studierte er in Freiburg zusätzlich Philosophie und Sprachwissenschaften.

In Freiburg promovierte er 1971 in theoretischer Physik bei Siegfried Flügge. Dort war er anschließend, mit Unterbrechung durch einen einjährigen Aufenthalt in Montreal, bis 1975 als wissenschaftlicher Assistent tätig. Er promovierte 1974 zudem in Philosophie.

Vollmer lehrte ab 1975 an der Universität Hannover, ab 1981 im Fach Biophilosophie an der Universität Gießen und von 1991 bis 2008 in Philosophie an der Technischen Universität Braunschweig. Seine Arbeitsgebiete sind Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie, Künstliche Intelligenz.

Im Jahr 2004 erhielt er „für die Grundlegung einer Evolutionären Erkenntnistheorie und für seine herausragende Mittlerfunktion zwischen Natur- und Geisteswissenschaften“ den Kulturpreis der Eduard Rhein-Stiftung.

Vollmer ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Humanistischen Akademie Bayern,[1] der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina Halle (seit 1998), der Giordano Bruno Stiftung und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. Er ist ferner Mitherausgeber der Zeitschrift Aufklärung und Kritik und gehört zum Wissenschaftsrat der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Evolutionäre Erkenntnistheorie. Angeborene Erkenntnisstrukturen im Kontext von Biologie, Psychologie, Linguistik, Philosophie und Wissenschaftstheorie. S. Hirzel, Stuttgart 1975, ISBN 3-7776-0275-2. (8. Auflage 2002).
  • Was können wir wissen? S. Hirzel, Stuttgart 1985, ISBN 3-7776-0403-8. (2 Bände 2. Auflage 1988)
  • Wissenschaftstheorie im Einsatz. Beiträge zu einer selbstkritischen Wissenschaftsphilosophie. S. Hirzel, Stuttgart 1993, ISBN 3-7776-0499-2.
  • Auf der Suche nach der Ordnung. Beiträge zu einem naturalistischen Welt- und Menschenbild. S. Hirzel, Stuttgart 1995, ISBN 3-7776-0620-0.
  • Biophilosophie. Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3-15-009386-4.
  • Wieso können wir die Welt erkennen? Neue Beiträge zur Wissenschaftstheorie. S. Hirzel, Stuttgart 2002, ISBN 3-7776-1147-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Humanistische Akademie Bayern: Wir über uns