Gerhard von Hoßtrup

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerhard von Hoßtrup

Gerhard von Hoßtrup auch Gerhard Carsten Hoßtrupp oder von Hosstrup, vollständiger Name Gerhard Carsten Jakob von Hoßtrup (* 23. April 1771 in Hamburg; † 7. September 1851) war der Gründer der Hamburger Börsenhalle.

Leben[Bearbeiten]

Gerhard von Hoßtrup war Sohn eines nach Hamburg zugewanderten Schullehrers[1] (auch: "wohlhabenden Privatmanns"[2]) wahrscheinlich namens Carstens, der aus dem schleswigschen Hoßtrup stammte. Zur Vermeidung von Verwechslungen fügte dieser seinem Namen den Zusatz „von Hoßtrup“ bei. Gerhard Hoßtrup beschränkte den Nachnamen auf die (nicht adelige) Herkunftsbezeichnung von Hoßtrup[1]. In Hamburg gründete er ein eigenes Geschäft "Korn & von Hoßtrup" für Manufaktur- und Modewaren, das er bis 1812 fortführte[3]. Er heiratete in erster Ehe Sophie Henriette Elisabeth (Betty) Seyler, nach deren Tod 1837 deren Schwester Luise Auguste.[1][4]

Schon 1802 ließ er durch den Baumeister Joseph Ramée aus eigenen Mitteln das Gebäude der Hamburger Börsenhalle errichten, welches im Januar 1804 eröffnet wurde[2]. Eigene Pressen der Anstalt druckten mehrere Zeitschriften mit teils politischen, teils merkantilischen und teils belletristischen Inhalts[5], wozu die Abendzeitung "Liste der Börsenhalle" (1805) gehörte[6].

Die Börsen-Halle in Hamburg, etwa 1804

Durch die Verlegung der Börse in die Neue Börse 1842 liefen die Geschäfte gut, aber beim großen Hamburger Brand ging das, inzwischen zu einem Hamburger Wahrzeichen erwachsene, Gebäude zu Grunde. Im Jahr 1843 wurde Hoßtrupp Oberalter im Kollegium der Bürgervorsteher[1]. Nach seinem Tod 1851 blieb die Direktion der Börsenhalle bis zum 1. Juli 1852 in der Hand seiner Söhne Egmont und Gerhard Ludwig von Hoßtrup.[5] Seine Tochter Bertha (1814–1902) war mit Albert Hänel verheiratet.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich Leverkus: Die Hamburger Börsen-Halle des Gerhard Carsten Jacob von Hoßtrup. Mit einer von ihm selbst verfassten Beschreibung ihrer Räumlichkeiten. C. E. Leverkus, Hamburg 2002 (18 Seiten)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Hans Schröder: Lexikon der hamburgischen Schriftsteller bis zur Gegenwart, Bd. 3, Hamburg 1857, Nr. 1713
  2. a b F. A. Brockhaus: Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur: in vier Bänden, Band 2 , Leipzig, 1833, S. 495
  3. F. A. Brockhaus: Conversations-Lexikon der neuesten Zeit und Literatur: in vier Bänden, Band 2, Leipzig, 1833, S. 495 (anders Meyers: 1802)
  4. a b Robert Scheyhing: Hänel, Albert. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 441 (Digitalisat).
  5. a b Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890
  6. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek