Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau
Eigene Spielstätten Theater Görlitz, Theater Zittau, Apollo Görlitz
Häufige Spielstätten Waldbühne Jonsdorf, Klosterhof Zittau, Landskron KULTurBRAUEREI, Nikolaifriedhof
Generalintendant/
Künstlerischer Geschäftsführer
Klaus Arauner
Kaufmännischer Geschäftsführer Caspar Sawade
Schauspielintendantin Dorotty Szalma
Leitung Tanzcompany Dan Pelleg, Marko E. Weigert
Generalmusikdirektor Andrea Sanguineti
Das Zittauer Theatergebäude
Blick vom Demianiplatz auf das Theater Görlitz

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau (GHT; Eigenschreibweise: Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau) ist ein Vierspartentheater an den beiden Produktionsstandorten Görlitz und Zittau. Die vier Sparten sind Musiktheater, Schauspiel, Tanz und Konzert. Die gemeinsame Theatergesellschaft Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH besteht seit der Fusion der Theater Görlitz und Zittau zum Jahresbeginn 2011. Benannt ist das Theater nach dem aus Schlesien stammenden Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann. Generalintendant und künstlerischer Geschäftsführer des Gerhart-Hauptmann-Theaters ist Klaus Arauner, kaufmännischer Geschäftsführer Caspar Sawade.

Musiktheater[Bearbeiten]

Das Stammhaus des Musiktheaterensembles ist das Theater Görlitz. Produziert werden Opern, Operetten, sowie Musicals. Neben Repertoirewerken stehen jedes Jahr Neuinszenierungen und auch moderne Auftragswerke auf dem Spielplan. Ergänzt wird das Angebot durch ein abwechslungsreiches Programm – von Puppentheater und Jugendtheater über Film, Kabarett bis zu kleinen Schauspiel- und Musiktheaterproduktionen – in der kleinen Spielstätte Apollo sowie zahlreiche Gastspiele renommierter Künstler. Seit 1995 findet außerdem jährlich das "Internationale Straßentheaterfestival ViaThea" immer am ersten Augustwochenende statt, ab 2015 immer am ersten Juliwochenende. Hinzu kommen Sommertheaterstücke wie beispielsweise in der Spielzeit 2011/2012 "Im weißen Rössl" in der Landskron-KULTurBRAUEREI und 2012/2013 sowie 2013/2014 "Orpheus und Eurydike" auf dem Nikolaifriedhof.

Ensemble des Musiktheaters[Bearbeiten]

  • Patricia Bänsch
  • Stefan Bley
  • Jan Novotny
  • Yvonne Reich
  • Laura Scherwitzl
  • Benjamin von Reiche
  • Hans-Peter Struppe
  • Cristina Piccardi

Schauspiel[Bearbeiten]

Die Sparte Schauspiel ist am Theater Zittau beheimatet. Geleitet wird die Schauspielsparte mit ihrem festen Ensemble von Schauspielintendantin Dorotty Szalma. Im Schauspiel wird die ganze Palette von Klassikern über Komödien und Experimentelles bis hin zum Kinder- und Jugendtheater geboten. Neben der Spielstätte im Theater werden jeweils im Sommer auch eine Produktion im Zittauer Klosterhof sowie auf der Waldbühne Jonsdorf als Freilufttheater gezeigt. Eine weitere Besonderheit sind die mobilen Produktionen, die für Aufführungen an Schulen, sozialen oder kulturellen Einrichtungen gebucht werden können. Die trinationale Theaterinitiative J-O-Ś bringt mit dem „3LänderSpiel“ Theater aus Deutschland, Polen und Tschechien auf die Bühne.

Ensemble der Schauspielsparte[Bearbeiten]

  • Stephan Bestier
  • Sabine Krug
  • David Thomas Pawlak
  • Renate Schneider
  • Stefan Sieh
  • Katinka Maché
  • Katja Schreier
  • Paula Schrötter
  • Marc Schützenhofer
  • Kerstin Slawek
  • Maria Weber
  • Tilo Werner

Tanz[Bearbeiten]

Die „Tanzcompany des Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau/wee dance company“ steht unter der Leitung der beiden Choreografen Dan Pelleg und Marko E. Weigert. Neben hauseigenen Uraufführungen für Görlitz und neuen Choreografien für die Musiktheaterproduktionen des Hauses werden auch Produktionen aus dem Repertoire der wee dance company in Görlitz gezeigt.

Tanzcompany[Bearbeiten]

  • Fernando Balsera Pita
  • Giulia Cenni
  • Carlos Gonzáles
  • Nora Hageneiner
  • Alina Jaggi
  • Mami Kawabata
  • Martin Kristensen
  • Shannon Leypoldt
  • Meng Ting Liu
  • Enrico Paglialunga
  • Joaquin Parreño
  • Amit Preisman
  • Dan Pelleg (Chefchoreograf)
  • Marko E. Weigert (Direktor der Tanzcompany)
  • Ewa Zacharczyk-Kowal (Tanzrepetitorin)
  • René Rosner (Assistent des Tanzdirektors)
  • Kirstin Kroneberger (Büroleiterin)

Neue Lausitzer Philharmonie[Bearbeiten]

Die Neue Lausitzer Philharmonie (NLP) ist das Orchester des Kulturraumes Oberlausitz/Niederschlesien. Mit ihren 56 Musikern spielt sie unter anderem ig in Görlitz, Zittau, Hoyerswerda, Bautzen und Kamenz, sowie grenzüberschreitend in Polen und Tschechien. Generalmusikdirektor ist Andrea Sanguineti. Die Philharmonischen Konzerte widmen sich neben dem klassischen Repertoire besonders auch zeitgenössischen Entdeckungen. Mit der Konzertreihe Hexenritt und Drachentöne richtet sich die Neue Lausitzer Philharmonie an das junge Publikum. Aufführungen am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau gehören ebenso zu den Aufgaben der NLP wie Schulkonzerte und die Förderung der Kirchenmusik über die Landesgrenzen hinaus. Seit 2009 ist das Orchester Pate des Deutsch-Polnischen Jugendsinfonieorchesters Görlitz/Zgorzelec (Mitglied der Jeunesses Musicales Deutschland). In kleiner Besetzung spielen Musiker der NLP auch Kammerkonzerte im Kulturraum.

Musikalische Leitung[Bearbeiten]

  • Andrea Sanguineti: Generalmusikdirektor
  • Ulrich Kern: 1. Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor
  • Manuel Pujol: Chordirektor und 2. Kapellmeister
  • Christopher Lade: Repetitor
  • Ewa Zacharczyk-Kowal, Tanzrepetitorin

Theaterpädagogik[Bearbeiten]

Das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau engagiert sich auch im theaterpädagogischen Bereich mit speziellen theaterpädagogischen Angeboten und gezielter Jugendarbeit.

Theaterpädagogische Angebote Görlitz und Zittau[Bearbeiten]

  • Begleitmaterial zu Inszenierungen
  • Ganztagsangebote
  • Grundlagenworkshops, theaterpädagogische Fortbildungen
  • Theaterführungen
  • Probenbesuche
  • Theaterkoffer für Kinder
  • Mobile Produktionen
  • Studium fundamentale (Hochschule Zittau/Görlitz), Studententage

Theaterpädagogische Angebote Görlitz[Bearbeiten]

  • Ballettschule
  • Extrachor und Kinderchor
  • Kindergruppe
  • Jugendtheatergruppe juThe
  • Ganztagsangebote
  • Theaterfestival JugendSpielt
  • Mittwochstheater, Theaterclub (Angebot für Erwachsene)

Theaterpädagogische Angebote Zittau[Bearbeiten]

  • TheaterKinderClub
  • TheaterJugendClub
  • Theaterfestival JugendTheaterTage
  • TheaterSeniorenClub

Fördervereine und Theaterstiftung[Bearbeiten]

Unterstützt wird das Gerhart-Hauptmann-Theater durch mehrere Vereine und Stiftungen. Der Zittauer Standort wird vom „Verein der Freunde des Zittauer Theaters e.V.“ unterstützt, der Görlitzer vom „Görlitzer Theater- und Musikverein e.V.“. Außerdem gibt es den „Förderverein ViaThea e. V.“ zur Unterstützung des Straßentheaterfestivals in Görlitz. Um langfristig ein vielfältiges Theaterleben in Görlitz sicherzustellen, gründeten 2004 vier große Unternehmen der Region die „Niederschlesische Theaterstiftung“. Seitdem konnte die Stiftung zahlreiche Projekte des Theaters Görlitz finanziell unterstützen, die über den regulären Spielbetrieb des Theaters hinausgehen. Die "Bürgerstiftung Theater Zittau" setzt sich seit 2013 für den Erhalt des Zittauer Theaters ein.

Festivals[Bearbeiten]

ViaThea Straßentheaterfestival[Bearbeiten]

Seit 1995 findet das ViaThea auf Straßen und Plätzen in Görlitz und Zgorzelec statt.

Theaterinitiative J-O-Ś und Festival 3Länderspiel[Bearbeiten]

J-O-Ś soll Menschen aus Polen, Tschechien und Deutschland durch die universelle Sprache der Kunst zusammenbringen. Höhepunkt ist das einmaljährlich stattfindende 3Länderspiel. Das internationale Theaterfestival bringt deutsche, polnische und tschechische Kooperationen auf die Bühne. Benannt ist J-O-Ś nach drei Bergen des tschechisch-deutsch-polnischen Dreiländerecks: Ještěd (Jeschken) - Oybin - Śnieżka (Schneekoppe).

Kabaretttage[Bearbeiten]

Jugendttheatertage[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Haus Görlitz[Bearbeiten]

Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1850 konnte das Theatergebäude in Görlitz bereits 1851 eingeweiht werden. Erbaut wurde es nach Plänen der Baumeister Gustav Kießler und Karl Friedrich Wilhelm Fischer. 1911 erfolgte der Anbau der Eingangshalle samt dem darüberliegenden Balkon an der Nordseite. Die Stadt Görlitz übernahm 1923 die Betriebsführung des Theaters, das zuvor an verschiedene Schauspielgesellschaften verpachtet worden war. In den darauf folgenden Jahren bis zum Krieg kam die ursprünglich sehr starke bürgerliche Verwurzelung und damit die identitätsstiftende Kraft des Theaters nahezu vollkommen zum Erliegen. 1946 erlebte Görlitz die erste Wiedereröffnung eines deutschen Theaters nach dem Krieg überhaupt. In diesem Jahr beschloss außerdem der Görlitzer Stadtrat die Umbenennung des Theaters in Gerhart-Hauptmann-Theater. 1963 wurden das Görlitzer und das Zittauer Theater im Rahmen einer Umstrukturierung im Bereich der Theater und Orchester zum Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau fusioniert. Im Ergebnis einer Entflechtung zum Beginn der Spielzeit 1988/1989 entstanden wieder zwei selbstständige Spielstätten. Die folgenden Jahre waren an den Theatern Görlitz und Zittau geprägt von Bemühungen um strukturelle und konzeptionelle Weiterentwicklung. In der Zeit bis 2002 wurde das Theater in zwei umfangreichen Bauphasen (Dachbereich/Zuschauerhaus) saniert und rekonstruiert (Zuschauerraum nach Fassung 1873). Zu Beginn des Jahres 2011 wurden die beiden Häuser schließlich wieder zum Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau zusammengeführt.

Haus Zittau[Bearbeiten]

In Zittau wurde das erste Theatergebäude 1802 an der Neustadt eröffnet. Der erste Besitzer des Theaters meldete jedoch bereits 1820 Konkurs an. Danach erwarben einige Bürger das Haus, bis es schließlich 1853 an den Rat der Stadt Zittau verkauft wurde. 1930/31 hatte sich der Rat der Stadt wiederholt mit dem Weiterbestehen des Theaters beschäftigt, und glaubte nicht, den Jahreszuschuss von 100.000 Mark weiterhin zahlen zu können. Schließlich wurde beschlossen, das Theater zu verpachten, neuer Theaterdirektor wurde 1931 der Künstler Friedrich Wilhelm Nadolle. 1932 brannte das alte Zittauer Theatergebäude nieder, doch nach einigen Jahren Spielbetrieb in einer Interimsspielstätte, eröffnete das heutige Gebäude am Theaterring im Jahr 1936. 2009 bis 2010 wurden unter anderem die Bühne und das Foyer erneuert sowie die elektrische Anlage modernisiert. Dafür wurden den Angaben zufolge rund sieben Millionen Euro investiert. Im Mittelpunkt der Baumaßnahme standen der Einbau einer zweiten Spielstätte im Foyer einschließlich einer Empore, die Realisierung der Brandschutzmaßnahmen, die Sanierung der Bühnentechnik und der Außenhaut des Gebäudes.

Fusion[Bearbeiten]

1963 wurden das Görlitzer und das Zittauer Theater im Rahmen einer Umstrukturierung im Bereich der Theater und Orchester zum Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau fusioniert. Im Ergebnis einer Entflechtung zum Beginn der Spielzeit 1988/1989 entstanden wieder zwei selbstständige Spielstätten. Die folgenden Jahre waren an den Theatern Görlitz und Zittau geprägt von Bemühungen um strukturelle und konzeptionelle Weiterentwicklung. Zu Beginn des Jahres 2011 wurden die beiden Häuser schließlich wieder zum Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau zusammengeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Philipp Bormann: Theater-Bildung, Information, Unterhaltung In: Zwischen Neiße, Schöps und Spree: der Landkreis Görlitz, Görlitz 2012, S. 344–349.

Weblinks[Bearbeiten]