Gerichtsbezirk Leibnitz

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Gerichtsbezirk Leibnitz
Karte des Gerichtsbezirks Leibnitz
 Gerichtsbezirk Leibnitz
 Landesgericht Graz
Basisdaten
Bundesland Steiermark
Bezirk Leibnitz
Sitz des Gerichts Leibnitz
Kennziffer 6101
zuständiges Landesgericht  Graz
Fläche 682.69 km2
Einwohner 77.774 (1. Jänner 2014)

Der Gerichtsbezirk Leibnitz ist ein dem Bezirksgericht Leibnitz unterstehender Gerichtsbezirk im Bundesland Steiermark. Er umfasst seit 2002 den gesamten politischen Bezirk Leibnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Gerichtsbezirk Leibnitz wurde durch eine 1849 beschlossene Kundmachung der Landes-Gerichts-Einführungs-Kommission geschaffen und umfasste ursprünglich die 40 Gemeinden Aflenz, Altenberg, Brünngraben, Ehrenhausen, Flamberg, Gabersdorf, Gamlitz, Gerstorf, Grötsch, Heimschuh, Höch, Labuttendorf, Landscha, Lang, Leibnitz, Leitring, Lipsch, Mitteregg, Neudorf, Oberfahrenbach, Oberjahring, Obervogau, Ottenberg, Ratsch, Restelberg, Retznei, Reutersdorf, Schirka, Seggauberg, Spielfeld, St. Nicolai in Sausal, St. Nicolai ob Draßling, St. Veit, Steinriegel, Straß, Tilmitsch, Untervogau, Wagna, Waldschach und Wielitsch.[1][2] Der Gerichtsbezirk Leibnitz bildete im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung[3] ab 1868 gemeinsam mit den Gerichtsbezirken Arnfels und Wildon den Bezirk Leibnitz.[4]

1910 umfasste der Gerichtsbezirk 311,47 km²[5] und vergrößerte sich nach dem Ersten Weltkrieg auf 314,84 km²[6], nachdem im Zuge der Abtretung der Untersteiermark Teile des Gerichtsbezirks Marburg zum Gerichtsbezirk Leibnitz gekommen waren. Dabei handelte es sich um Teile der Ortschaften Zieregg, Witschein, Podigraz, Graßnitz, St. Egidi in Windischbüheln, Speisenegg, Sulz und Sulzthal. Während aus Speisenegg und Sulzthal die Gemeinde Sulztal gebildet wurde, wurden alle übrigen Ortschaften bereits bestehenden Gemeinden zugeschlagen. [7] Eine kleinere Gebietsvergrößerung des Gerichtsbezirkes resultierte zudem aus der per 1. Jänner 1932 in Kraft getretenen Grenzänderung zwischen der Gemeinde Gralla und den Ortsgemeinden Haslach und Ragnitz (Gerichtsbezirk Wildon) zu Gunsten von Gralla.[8]

Im Zuge der Zusammenlegung mehrerer Gerichtsbezirke wurde der benachbarte Gerichtsbezirk Arnfels aufgelöst und per 1. Oktober 1976 mit dem Gerichtsbezirk Leibnitz verschmolzen. Dieser umfasste nach Gemeindezusammenlegungen noch die 10 Gemeinden Arnfels, Eichberg-Trautenburg, Glanz an der Weinstraße, Gleinstätten, Großklein, Leutschach, Oberhaag, Pistorf, Sankt Johann im Saggautal und Schloßberg.[9] Durch die „Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark“ der Bundesregierung wurde auch der benachbarte Gerichtsbezirk Wildon aufgelöst und dessen Gebiet mit dem Gerichtsbezirk Leibnitz vereinigt. Der Gerichtsbezirk Leibnitz vergrößerte sich dadurch um die 14 Gemeinden Allerheiligen bei Wildon, Breitenfeld am Tannenriegel, Empersdorf, Hainsdorf im Schwarzautal, Heiligenkreuz am Waasen, Hengsberg, Lebring-Sankt Margarethen, Ragnitz, Sankt Georgen an der Stiefing, Sankt Ulrich am Waasen, Stocking, Weitendorf, Wildon und Wolfsberg im Schwarzautal.[10] Durch die Auflösung der benachbarten Gerichtsbezirke wuchs das Gebiet des Gerichtsbezirkes Leibnitz auf 501,35 km² (1981) bzw. 682,69 km² (2010).

Gerichtssprengel[Bearbeiten]

Der Gerichtsbezirk Leibnitz umfasst mit den 48 Gemeinden Allerheiligen bei Wildon, Arnfels, Berghausen, Breitenfeld am Tannenriegel, Ehrenhausen, Eichberg-Trautenburg, Empersdorf, Gabersdorf, Gamlitz, Glanz an der Weinstraße, Gleinstätten, Gralla, Großklein, Hainsdorf im Schwarzautal, Heiligenkreuz am Waasen, Heimschuh, Hengsberg, Kaindorf an der Sulm, Kitzeck im Sausal, Lang, Lebring-Sankt Margarethen, Leibnitz, Leutschach, Oberhaag, Obervogau, Pistorf, Ragnitz, Ratsch an der Weinstraße, Retznei, Sankt Andrä-Höch, Sankt Georgen an der Stiefing, Sankt Johann im Saggautal, Sankt Nikolai im Sausal, Sankt Nikolai ob Draßling, Sankt Ulrich am Waasen, Sankt Veit am Vogau, Schloßberg, Seggauberg, Spielfeld, Stocking, Straß in Steiermark, Sulztal an der Weinstraße, Tillmitsch, Vogau, Wagna, Weitendorf, Wildon und Wolfsberg im Schwarzautal den gesamten Bezirk Leibnitz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850, XXI. Stück, Nr. 378: Erlass des Statthalters vom 20. September 1850, womit die nach dem provisorischen Gesetze vom 17. März 1849 errichteten neuen Ortsgemeinden mit ihrer Zutheilung in die politischen Gerichts- und Steueramts-Bezirke in dem Kronlande Steiermark bekannt gemacht werden.
  2. Allgemeines Landesgesetz- und Regierungsblatt für das Kronland Steiermark. 1850 (Beilage Kreis Gratz)
  3. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  4. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868
  5. k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Steiermark. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1917
  6. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Wien 1930, S. St. 2
  7. Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Wien 1930, S. St. 80 f.
  8. Landesgesetzblatt für das Land Steiermark. 1932, 8. Stück, Nr. 28: „Gesetz vom 29. Jänner 1932, betreffend die Änderung der Grenzen zwischen der Ortsgemeinde Gralla des Gerichtsbezirkes Leibnitz einerseits und den Ortsgemeinden Haslach und Ragnitz des Gerichtsbezirkes Wildon anderseits, weiters zwischen den autonomen Bezirken Leibnitz und Wildon“
  9. BGBl. Nr. 353/1976: „Verordnung: Auflassung der Bezirksgerichte Arnfels, Fehring, Friedberg, Kirchbach in Steiermark, Oberzeiring, Pöllau, Sankt Gallen und Vorau sowie Änderung der Sprengel der Bezirksgerichte Feldbach, Hartberg, Judenburg, Leibnitz und Liezen“
  10. BGBl. II Nr. 82/2002: Verordnung der Bundesregierung über die Zusammenlegung von Bezirksgerichten und über die Sprengel der verbleibenden Bezirksgerichte in der Steiermark (Bezirksgerichte-Verordnung Steiermark)

Literatur[Bearbeiten]