Germanwings

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Dieser Artikel behandelt die aktuelle Billigfluggesellschaft. Zu Informationen über die gleichnamige Fluggesellschaft, die bis 1990 existierte, siehe German Wings.
Germanwings
Logo der Germanwings
GWI A319 D-AKNS
IATA-Code: 4U
ICAO-Code: GWI
Rufzeichen: GERMANWINGS
Gründung: 2002
Sitz: Köln, DeutschlandDeutschland Deutschland
Heimatflughafen: Flughafen Köln/Bonn
Unternehmensform: GmbH
Leitung: Thomas Winkelmann (Sprecher), Axel Schmidt[1], Oliver Wagner [2]
Mitarbeiterzahl: 1.344 (Januar 2012)[1]
Umsatz: 687 Mio. Euro (2010)[3]
Fluggastaufkommen: 7,73 Mio. (2010)[4]
Vielfliegerprogramm: Boomerang Club / Miles & More
Flottenstärke: 38 (+ 2 Bestellungen)
Ziele: National und kontinental

Germanwings ist eine deutsche Billigfluggesellschaft mit Sitz in Köln und ein Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen [Bearbeiten]

Geschichte [Bearbeiten]

Germanwings wurde 1997 unter dem Namen Eurowings Flug GmbH als 100%ige Tochtergesellschaft der Eurowings Luftverkehrs AG gegründet und 2002 in Germanwings GmbH umbenannt. An Eurowings wiederum war die Lufthansa mit 49 % beteiligt. Durch eine Stimmbindungsvereinbarung mit einem Treuhänder des Eurowings-Hauptaktionärs Albrecht Knauf kontrolliert die Lufthansa allerdings weitere 1,0001 % der Eurowings-Anteile und damit die Eurowings AG und bis zum Ende 2008 auch deren Tochter Germanwings.

Der Aufsichtsrat der Eurowings AG hat in seiner Sitzung am 8. Dezember 2008 dem Verkauf sämtlicher Anteile der Eurowings an der Germanwings mit Wirkung zum 1. Januar 2009 an die Deutsche Lufthansa AG zugestimmt. Diese führt die Billigfluggesellschaft seitdem unter dem Dach der Lufthansa Commercial Holding.[5]

Eine zwischenzeitlich geplante Fusion der Germanwings mit Condor und TUIfly scheiterte 2008 an unterschiedlichen Auffassungen über die Ausgestaltung des Zusammenschlusses.[6]

Ab 2013 soll Germanwings alle innerdeutschen und innereuropäischen Flüge der Lufthansa außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München übernehmen.[7] Germanwings wird dazu Flugzeuge der Konzernmutter erhalten, zudem wird Eurowings Flüge im Auftrag von Germanwings durchführen.[7] Hierfür sind umfangreiche Umstrukturierungen des Service-Konzepts geplant, wie im Dezember 2012 seitens Germanwings bekannt gegeben wurde.

Neues Logo der Germanwings, gültig ab 1. Juli 2013
Altes (links) und neues Markendesign bei Germanwings-Flugzeugen in Köln/Bonn, 2013
Flugzeug mit neuem Logo, Abflug in Wien, April 2013

Neben einer Umgestaltung des Logos sowie der Flugzeug-Lackierungen, soll es nun anstatt der Klassen „Basic“, „Best“ und „Flex“ die Wahl zwischen „Basic“, „Smart“ und „Best“ geben. Außerdem sollen Kunden nun die Möglichkeit erhalten, von der Basic-Klasse ausgehend so gut wie alle Extras, einschließlich solcher der Best-Klasse, hinzuzubuchen. Sämtliche Änderungen sollen unter dem Namen Die neue Germanwings vermarktet werden. Das neue Konzept soll zum 1. Juli 2013 eingeführt werden. Das selbstgesteckte Ziel ist, künftig das qualitativ hochwertigste Airline-Produkt im Low-Cost-Segment in Europa anzubieten.[8]

Servicekonzept [Bearbeiten]

Mehrere Airbus A319 der Germanwings am Flughafen Zagreb

Germanwings verfolgte ursprünglich ein reines No-frills-Konzept, bei dem auf kostenfreie Dienstleistungen zu Gunsten eines günstigeren Flugpreises weitgehend verzichtet wird. Getränke und Snacks werden an Bord verkauft, aufgegebenes Gepäck ist seit 2008[9] kostenpflichtig. Bis 2008 wurden keine festen Sitzplätze vergeben („open seating“), seitdem ist eine kostenpflichtige Sitzplatzreservierung möglich. In den seit Mitte 2010 angebotenen Tarifen Best und Flex sind eine Sitzplatzreservierung, die Aufgabe eines Koffers sowie ein Getränk und ein Snack an Bord enthalten.

Bis Mai 2011 wurden die Kabinen aller Flugzeuge der Germanwings in zwei Bereiche mit größerem Sitzabstand vorn („Best Seat“) und geringerem Abstand in den hinteren Reihen („Standard Seat“) eingeteilt.[10] Nur in den Tarifen Best und Flex ist es möglich, Best Seats zu reservieren, im Tarif Basic kann beim Check-In ein Standard Seat gewählt werden.

Vielfliegerprogramm [Bearbeiten]

Unter dem Namen „Boomerang Club“ startete Germanwings das nach eigenen Angaben erste Vielfliegerprogramm einer Billigfluglinie (jedoch boten die Billigairlines V Bird und TUIfly bereits zuvor solche Programme an). Für einen Freiflug sind 16 einfache Flüge oder acht Hin- und Rückflüge notwendig. Punkte können auch durch Inanspruchnahme von Partnerangeboten gesammelt werden. Es wurde Kritik an den Praktiken dieses Programmes geäußert, da man 5 € Anmeldungsgebühr bezahlen muss, auch die Gebühren des Freifluges müssen von dem Reisenden selbst übernommen werden. Außerdem muss der Kunde für die Anmeldung über eine Kreditkarte verfügen.

Germanwings wurde zum 1. September 2010 Partner von Miles & More der Lufthansa. Analog zu den Meilen, die Teilnehmer auf Lufthansa-Flügen sammeln, gelten künftig auch bei Germanwings-Verbindungen die gleichen Meilenwerte für die einzelnen Buchungsklassen. Miles & More-Teilnehmer erhalten für einen innerdeutschen Flug bis zu 1.000 Prämienmeilen, für einen Flug zu einer Germanwings-Destination innerhalb Europas bis zu 1.250 Meilen. Seit dem 1. Januar 2012 ist es möglich, auch bei Germanwings Statusmeilen für das Miles & More Programm zu sammeln.

Bereits seit Dezember 2009 können Miles & More-Teilnehmer im gesamten Streckennetz von Germanwings ihre Meilen gegen Flüge einlösen. Außerdem haben Vielflieger mit einem Miles & More HON Circle- oder Senatorstatus, die mit einem Germanwings-Ticket reisen, die Möglichkeit, die lufthansaeigenen Senator- und Businesslounges in Deutschland zu nutzen. Nach massivem Protest auf Kundenseite werden ab dem 1. Juli 2013 auch "Frequent Traveller" wieder kostenfreien Zutritt zu den Lufthansa-Businesslounges sowie Miles&More Partnerlounges (keine Contract Lounges) haben, sofern sie im Smart-oder Best-Tarif reisen.[11]

Ziele [Bearbeiten]

Die Flotte von Germanwings ist an fünf deutschen Flughäfen stationiert. Die drei wichtigsten Standorte sind Hannover, Köln/Bonn und Stuttgart. Außerdem sind Flugzeuge in Berlin-Schönefeld und Dortmund stationiert. Zum Winterflugplan 2012/2013 wechselte germanwings von Berlin-Schönefeld nach Berlin-Tegel.[12] Seit August 2007 bietet Germanwings auch Umsteigeverbindungen mit jeweils einem Zwischenstopp über Köln, Stuttgart und Hannover an. Insgesamt werden rund 90 Ziele in Deutschland und Europa angeflogen. Germanwings fliegt seit März 2012 auch nach Nordafrika, dabei werden Tunis, Nador und seit Juni 2012 auch Tanger und Casablanca in Marokko angeflogen. [Stand: Oktober 2012].

Flotte [Bearbeiten]

Sonderlackierung „Berlin Bearbus“
Sonderlackierung „Hamburg Shopper“
Sonderlackierung „Park Inn“
Sonderlackierung „Mhhhh,Baden-Württemberg“

Übersicht [Bearbeiten]

Mit Stand Mai 2013 besteht die Flotte der Germanwings aus 38 Flugzeugen[13][14] mit einem Durchschnittsalter von 6,3 Jahren[15]:

Typ aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze[16]
Airbus A319-112 14 CFM-56-Triebwerke; geleased von GECAS 138/144
Airbus A319-132 24 2[17] IAE-V2500-Triebwerke 150
Gesamt 38 2

Früher betrieb Germanwings auch Airbus A320-200, die zwischenzeitlich jedoch die Flotte verlassen haben. Außerdem verließen die fünf Airbus A319-100 mit den Kennungen D-AKNF bis D-AKNJ, welche von Eurowings übernommen worden waren, die Flotte und gingen an Lufthansa Italia und nach Auflösung dieser Fluglinie an die Lufthansa. Die Flotte der Germanwings umfasste in unterschiedlichen Zeiträumen auch weitere Flugzeugtypen, darunter zwei von Nordic Airways betriebene McDonnell Douglas MD-80 im Sommer 2007, welche eine leicht modifizierte Germanwings-Lackierung trugen, sowie zwei von TUIfly betriebene Boeing 737-800 im Sommer 2010.

Sonderlackierungen [Bearbeiten]

Germanwings versieht einige ihrer Flugzeuge immer wieder mit teils sehr aufwendigen Sonderlackierungen. Der „Berlin Bearbus“ (D-AKNO) warb von 2005 bis 2010 für die Hauptstadt und den Flughafen Berlin-Schönefeld. Ein Flugzeug (D-AKNM) flog von Dezember 2005 bis März 2011 im Rahmen einer Werbekooperation zwischen Germanwings und der Tourismus-Marketing Baden-Württemberg mit der Lackierung „Mhhhh, Baden-Württemberg“. Ein weiteres (D-AKNR) warb bis Anfang März 2009 für die Deutsche Telekom als „Spirit of T-Mobile“ bezeichnet. Es wurde im Januar 2009 wieder in das Farbschema der Germanwings umlackiert. Das Flugzeug mit der Registrierung D-AKNF warb bis zur Übernahme durch die Lufthansa (Lufthansa Italia, s.o.) für die Park-Inn-Hotelgruppe, der „Hamburg Shopper“ (D-AKNI) für die Stadt Hamburg als Einkaufsstadt. Außerdem wurden verschiedene Flugzeuge aus der Spanair- oder AeBal-Flotte (Winterflugplan 2004/05) und der Lufthansa von Germanwings genutzt, die nur teilweise umlackiert waren. Kurzfristig gecharterte Ersatz- oder Entlastungsflugzeuge behalten ihre ursprüngliche Farbgebung.

Basisdaten [Bearbeiten]

Kenndaten Werte
Fluggastaufkommen 7,73 Mio. (2010)
Auslastung pro Sitz 81,8  % (Juli 2010)
Konzernumsätze
2003 150 Mio. €
2004 245 Mio. €
2005 400 Mio. €
2006 560 Mio. €
2007 630 Mio. €
2008 656 Mio. €
2009 522 Mio. €
2010 630 Mio. €
2011 687 Mio. €
Hauptsitz der GmbH in der Germanwingsstraße 2, Porz-Grengel

Trivia [Bearbeiten]

  • Seit August 2009 existiert in Köln die Germanwings-Straße. Dafür wurde ein Teil der Waldstraße im Stadtteil Porz-Grengel umbenannt.[18][19]

Siehe auch [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b Germanwings-Firmenhomepage: Daten und Fakten - Stand November 2010 (PDF; 69 kB) November 2010
  2. Lufthansa-Firmenhomepage: Gemeinsames Streckenangebot beider Airlines am Stuttgarter Flughafen
  3. Geschäftsbericht 2011 auf lufthansa.com
  4. Germanwings hebt ab
  5. Eurowings: Eurowings verkauft Germanwings an die Lufthansa Dezember 2008
  6. n-tv.de: Fusion gescheitert 22. Oktober 2008
  7. a b Claudia Aebersold Szalay: Lufthansa stärkt Germanwings. Neue Zürcher Zeitung. 11. Oktober 2012. Abgerufen am 1. November 2012.
  8. Germanwings-Firmenhomepage: Die neue Germanwings - ab 1. Juli 2013 (abgerufen am 26. Dezember 2012)
  9. Gepäckkosten auch bei Germanwings. RP Online. 20. Mai 2008. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  10. airliners.de - Germanwings schließt Kabinenumbau ab 31. Mai 2011
  11. http://www.miles-and-more.com/online/portal/mam/rowr/general_information?nodeid=38060043&l=de&cid=10001
  12. http://www.aero.de/news-16159/Germanwings-bedient-wieder-Berlin-Tegel.html
  13. ch-aviation.ch - Flotte der Germanwings (englisch) abgerufen am 21. Februar 2012
  14. http://www.planespotters.net/Production_List/search.php?manufacturer=Airbus&subtype=A319-100&fleet=1593&fleetStatus=1
  15. airfleets.net - Flottenalter der Germanwings (englisch) abgerufen am 21. Februar 2012
  16. germanwings.com - Technik & Flotte abgerufen am 14. Januar 2012
  17. [1] (MS Excel; 507 kB)
  18. Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger August 2009 (Abgerufen am 29. Januar 2010)
  19. Mitteilung des Konrad Adenauer Flughafens Köln/Bonn (pdf) Dezember 2009

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Germanwings – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.879597.11205Koordinaten: 50° 52′ 47″ N, 7° 6′ 43″ O