Geroskipou

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Der Ort Geroskipou (griechisch Γεροσκήπου), auch Geroskipos, liegt wenige Kilometer östlich von Ktima an der Straße nach Limassol zwischen dem antiken Hafen von Nea Paphos und dem Aphrodite-Heiligtum in Kouklia auf Zypern. Die Stadt hatte bei der Volkszählung im Jahr 2001 5509 Einwohner und 2005 bereits 5769 Einwohner. Sie liegt im Bezirk Paphos.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name weist auf eine einstige Bedeutung: „Hieros kipos“, heißt heiliger Hain bzw. Garten und „Geros kipos“ (alter Garten). Die Stadt wurde schon von Strabon erwähnt. Möglicherweise bestand in Geroskipos ein Aphrodite-Heiligtum. Oft wurden der Göttin, auch Aphrodite en kipois (Garten-Aphrodite) genannt, heilige Haine geweiht, so in Tamassos, Myrikai und Idalion. Verstreut über das Dorf finden sich Reste antiker Gebäude. Korinthische Kapitelle flankieren die Eingänge zum Hof der Kirche der Agia Paraskevi.

Kirche der Agia Paraskevi[Bearbeiten]

Agia Paraskevi
Die Fresken

Die im Ortszentrum im 9. Jahrhundert erbaute Kirche Agia Paraskevi ist mit ihren fünf Kuppeln neben den Kirchen der Heiligen Barnabas und Hilarion in Peristerona die dritte dieses Typs auf Zypern. Ihr Plan geht auf die in justinianischer Zeit errichtete Johanneskirche in Ephesos und die Apostelkirche in Konstantinopel zurück. Die dreischiffige Agia-Paraskevi-Kirche ist im Innern durch Mauern gegliedert, die die Kuppeln tragen. Über dem Mittelschiff befinden sich drei Kuppeln, deren mittlere von den beiden über den Seitenschiffen flankiert wird, wodurch der Eindruck einer kreuzförmigen Anlage entsteht. Bis an die Apsis des Mittelschiffs heranreichend, ist dem südlichen Seitenschiff im Osten eine überkuppelte Kapelle angegliedert, die früher wohl ein Martyrion war, ein Bauwerk an einem Ort, der mit dem Leben oder der Reliquie eines Heiligen oder Märtyrers in enger Beziehung stand. Die Südostecke der Kirche bestimmt ein 1886 erbauter Glockenturm. Der narthexartige Westteil wurde im 19. Jahrhundert für die am Gottesdienst teilnehmenden Frauen errichtet und 1931 vergrößert. Die außerordentlich dicken Mauern tragen im Innern Wandmalereien. Bei den ältesten Resten handelt es sich um anikonische, rein dekorative Motive, die in die Zeit des Bildersturms im 9. Jahrhundert zurückreichen. Darüber liegt eine Freskenschicht aus dem 12. Jahrhundert, von der ein Marientod an der Nordwand des Naos am besten erhalten ist. Die meisten Fresken stammen aus dem 15. Jahrhundert und haben Geschichten aus dem neuen Testament zum Gegenstand. Aus der gleichen Zeit stammt die bedeutendste Ikone (14.-15. Jahrhundert), eine Darstellung der Panagia Geroskipiotissa, auf der einen, eine Kreuzigung auf der anderen Seite tragend.

Volkskundemuseum[Bearbeiten]

Das Volkskundemuseum von Geroskipos (im Haus des Hadji Smith Zymboulakis) ist die einstige Residenz des 1799 von Admiral Sir Sidney Smith ernannten britischen Konsuls von Paphos, Andreas Zymboulakis. Im Jahre 1826 folgte ihm sein Sohn nach, der den Namen des Gönners annahm. Nach ihm ist das Haus benannt. Abgesehen von seinem reichen volkskundlichen Inhalt bietet es eines der reinsten Beispiele zyprischer Volksarchitektur.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Georg Pfeifer: Zypern. Artemis-Verlag, München 1993
  • Andreas Schneider: Zypern, Dumont Reiseverlag, Ostfildern 2011

Weblinks[Bearbeiten]

  • Geroskipou Offizielle Webrepräsentanz (englisch)

34.76666666666732.466666666667Koordinaten: 34° 46′ N, 32° 28′ O